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Garten-Ratgeber

Tulpen pflanzen und pflegen: Pflanzzeit, Sorten, Überwinterung

Blumen & Staudenvon Christoph7 Min. · 12 Abschnitte
Inhalt12 Abschnitte
  1. Steckbrief Tulpe
  2. Vom Osmanischen Reich in die Niederlande
  3. Welche Tulpenfarben und -formen es gibt
  4. Standort und Boden vorbereiten
  5. Tulpenzwiebeln pflanzen Schritt für Schritt
  6. Tulpen im Topf und auf dem Balkon
  7. Pflege im Frühjahr
  8. Nach der Blüte: Laub stehen lassen
  9. Tulpen über den Sommer bringen
  10. Krankheiten und Schädlinge
  11. Giftig für Haustiere
  12. Häufige Fragen

Tulpenzwiebeln kommen im Herbst in die Erde, von Ende September bis November, am besten im Oktober, etwa 10–15 cm tief an einen sonnigen Platz mit durchlässigem Boden. Den Winter brauchen sie, denn erst die Kälte löst die Blüte aus. Je nach Sorte blühen Tulpen dann von Ende März bis Ende Mai; wer frühe, mittlere und späte Sorten kombiniert, hat zwei Monate lang Tulpen im Garten.

Rosafarbene Tulpen in einem Frühlingsbeet
Rosafarbene Tulpen in einem Frühlingsbeet

Steckbrief Tulpe

Botanischer NameTulipa, Gartentulpen meist Tulipa-Hybriden
FamilieLiliengewächse (Liliaceae)
WuchshöheWildtulpen 10–30 cm, Gartentulpen meist 30–70 cm
BlütezeitEnde März–Ende Mai, je nach Gruppe
Standortsonnig, im Sommer eher trocken
Bodendurchlässig, ohne Staunässe
PflanzzeitEnde September–November, bis der Boden gefriert
Pflanztiefeetwa das Zwei- bis Dreifache der Zwiebelhöhe, meist 10–15 cm
Winterhärtewinterhart, braucht Kälte zur Blütenbildung
Giftigkeitalle Teile, besonders die Zwiebel, giftig für Katzen, Hunde, Kaninchen und Pferde; Pflanzensaft kann Hautallergien auslösen

Vom Osmanischen Reich in die Niederlande

Die wilden Vorfahren der Gartentulpe wachsen in Zentralasien, im Iran, in der Türkei und im Kaukasus, einige Arten auch in Südeuropa. Im Osmanischen Reich waren Tulpen längst beliebte Gartenblumen, als sie im 16. Jahrhundert nach Mitteleuropa kamen. In den Niederlanden setzte Ende des 16. Jahrhunderts ihr Siegeszug ein; im 17. Jahrhundert wurden für einzelne Zwiebeln so hohe Preise gezahlt, dass die „Tulpenmanie“ als eine der ersten Spekulationsblasen gilt. Die Niederlande sind bis heute das Zentrum der Tulpenzüchtung.

Aus den wenigen Wildarten sind Tausende Sorten entstanden. Viele Wildtulpen dagegen sind in ihren Heimatregionen durch Überweidung und Sammeln gefährdet. Kaufen Sie Wildtulpen deshalb nur aus gärtnerischer Vermehrung.

Welche Tulpenfarben und -formen es gibt

Tulpen gibt es in fast allen Farben: Weiß, Creme, Gelb, Orange, Rosa, Rot, Violett, dazu fast schwarze Sorten, die in Wahrheit ein sehr dunkles Purpur oder Kastanienbraun tragen. Viele Sorten sind zweifarbig, geflammt oder haben einen andersfarbigen Rand. Ein reines Blau gibt es bei Tulpen nicht, was als „blau“ verkauft wird, ist Violett oder Lila.

Fachleute teilen Gartentulpen in 15 Gruppen ein. Die wichtigsten für den Garten:

GruppeBlütezeitHöheMerkmale
Kaufmanniana-, Fosteriana-, Greigii-TulpenEnde März–April15–45 cmfrüh, robust, oft mehrjährig; Greigii mit gestreiftem Laub
Einfache und gefüllte frühe TulpenApril25–40 cmkompakt, gut für Töpfe und Kästen
Triumph-TulpenMitte April–Anfang Mai35–60 cmgrößte Gruppe, sehr vielseitig
Darwin-Hybrid-TulpenEnde April–Mai50–70 cmgroße Blüten, kräftige Stiele, gelten als besonders ausdauernd
Lilienblütige und gefranste TulpenMai40–60 cmspitz zulaufende bzw. fein gefranste Blütenblätter
Papagei-Tulpen, Viridiflora-Tulpen, gefüllte späte TulpenMai35–60 cmgewellte, gefiederte oder grün geflammte Blüten, päonienartig gefüllte Formen
Wildtulpen (botanische Tulpen)März–Mai10–30 cmzierlich, verwildern an sonnigen, trockenen Plätzen

Standort und Boden vorbereiten

Tulpen brauchen Sonne und einen Boden, der im Sommer abtrocknet. In ihrer Heimat folgt auf ein feuchtes Frühjahr ein heißer, trockener Sommer, in dem die Zwiebeln ruhen. Nasse, schwere Böden lassen die Zwiebeln faulen. Lockern Sie das Beet vor dem Pflanzen spatentief, entfernen Sie Wurzelunkräuter und mischen Sie bei lehmigem Boden reichlich Sand oder feinen Kies unter. Ein wenig reifer Kompost genügt als Startdüngung; frischer Mist ist ungeeignet.

Tulpenzwiebeln pflanzen Schritt für Schritt

  1. Zeitpunkt. Ab Ende September bis in den November, sobald sich der Boden abgekühlt hat. Zu früh gepflanzte Zwiebeln können im Herbst schon austreiben und sind anfälliger für Pilze. Solange der Boden nicht gefroren ist, lassen sich Tulpen sogar noch im Dezember setzen.
  2. Zwiebeln prüfen. Nur feste, unbeschädigte Zwiebeln ohne Schimmel verwenden. Große Zwiebeln bringen größere Blüten.
  3. Tiefe. Etwa zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist, bei großen Sorten also 10–15 cm. Tiefer gesetzte Zwiebeln blühen oft mehrere Jahre, weil sie sich weniger teilen.
  4. Abstand. Große Sorten mit 10–15 cm Abstand, Wildtulpen mit 5–8 cm. Für eine geschlossene Wirkung rechnet man je nach Größe mit 30–50 Zwiebeln je Quadratmeter, in Tuffs von mindestens 7–10 Stück.
  5. Richtig herum. Die Spitze zeigt nach oben. Erde andrücken und bei trockenem Boden einmal angießen.

Wühlmäuse fressen Tulpenzwiebeln mit Vorliebe. Wo sie vorkommen, setzen Sie die Zwiebeln in einen Pflanzkorb aus engmaschigem Draht.

Tulpenzwiebeln und andere Blumenzwiebeln vor dem Pflanzen im Herbst
Tulpenzwiebeln und andere Blumenzwiebeln vor dem Pflanzen im Herbst

Tulpen im Topf und auf dem Balkon

Im Topf gelten dieselben Regeln, nur etwas enger: Die Zwiebeln dürfen fast aneinanderstoßen. Legen Sie eine Dränageschicht aus Blähton oder Tonscherben auf den Topfboden und verwenden Sie durchlässige Erde. Die Töpfe bleiben über den Winter draußen, geschützt an einer Hauswand und vor Dauerregen. Stehen sie sehr exponiert, umwickeln Sie sie mit Vlies oder Jute, damit der Ballen nicht vollständig durchfriert.

Beliebt ist die Lasagne-Methode: In einen tiefen Topf kommen unten späte Tulpen, darüber Narzissen, obenauf Krokusse oder Traubenhyazinthen. So blüht der Topf mehrere Wochen nacheinander. Im Frühjahr gibt es außerdem vorgetriebene Tulpen im Topf; sie können nach der Blüte samt Ballen ins Beet gesetzt werden.

Pflege im Frühjahr

Tulpen sind genügsam. Wenn im Frühjahr die Blattspitzen erscheinen, reicht eine Gabe Kompost oder ein organischer Volldünger; eine regelmäßige Düngung ist nicht nötig. Gegossen wird nur, wenn das Frühjahr ungewöhnlich trocken ist, denn in dieser Zeit brauchen die Pflanzen Wasser für Blüte und Laub. Dauerhaft feuchter Boden schadet dagegen.

Nach der Blüte: Laub stehen lassen

Schneiden Sie nach der Blüte nur den verwelkten Blütenkopf ab, nicht die Blätter. So steckt die Pflanze keine Kraft in die Samenbildung. Die grünen Blätter versorgen die Zwiebel dagegen mit Nährstoffen für das nächste Jahr und für die Bildung von Tochterzwiebeln. Erst wenn das Laub gelb und welk ist, meist nach vier bis sechs Wochen, wird es entfernt.

Das vergilbende Laub ist kein schöner Anblick. Pflanzen Sie Tulpen deshalb zwischen Stauden wie Storchschnabel, Frauenmantel oder Katzenminze, die im Mai austreiben und die Reste verdecken. Anregungen dafür finden Sie unter Ein Staudenbeet für Blütenpracht in drei Jahreszeiten.

Tulpen über den Sommer bringen

Für die Zeit nach dem Einziehen gibt es zwei Wege.

Im Beet lassen: An sonnigen, im Sommer trockenen Plätzen mit durchlässigem Boden bleiben die Zwiebeln einfach in der Erde. Das klappt gut mit Darwin-Hybriden, Fosteriana-, Greigii- und Wildtulpen. Ungünstig sind Beete mit durstigen Sommerblumen, die täglich gegossen werden.

Ausgraben und lagern: Auf schweren Böden oder wenn das Beet für Sommerblumen gebraucht wird, graben Sie die Zwiebeln nach dem Vergilben des Laubs aus, putzen sie grob ab und lassen sie einige Tage trocknen. Anschließend lagern Sie sie in einer luftigen Kiste an einem trockenen, kühlen, dunklen Ort bis zum Herbst. Kleine Tochterzwiebeln können mitgelagert werden; sie brauchen aber einige Jahre, bis sie blühen.

Viele hochgezüchtete Sorten blühen nach dem ersten Jahr spürbar schwächer. Gärtner behandeln sie deshalb oft als einjährig und setzen jeden Herbst neue Zwiebeln – so lassen sich auch jedes Jahr neue Farben ausprobieren.

Krankheiten und Schädlinge

Die wichtigste Krankheit ist das Tulpenfeuer, ein Grauschimmelpilz (Botrytis tulipae). Blätter und Blüten zeigen graubraune Flecken, verkrüppeln und sind bei feuchtem Wetter von grauem Pilzrasen überzogen. Befallene Pflanzen samt Zwiebel entfernen und im Restmüll entsorgen, an dieser Stelle einige Jahre keine Tulpen pflanzen. Vorbeugend helfen gesunde Zwiebeln, ein luftiger Stand und nicht zu frühes Pflanzen. Mehr zu diesem Pilz lesen Sie unter Der Kampf gegen den Grauschimmel.

Neben Wühlmäusen gehen auch Schnecken an junge Triebe, Blattläuse übertragen Viren. Gestreifte, geflammte Blüten bei Sorten, die eigentlich einfarbig sein sollten, können ein Hinweis auf ein Virus sein.

Giftig für Haustiere

Tulpen enthalten Tulipaline und andere Stoffe, die für Katzen, Hunde, Kaninchen, Meerschweinchen und Pferde giftig sind, am stärksten in der Zwiebel. Lagern Sie Zwiebeln unzugänglich und achten Sie darauf, dass Hunde sie nicht ausgraben. Bei häufigem Umgang mit Zwiebeln kann die Haut allergisch reagieren; Handschuhe schützen. Einen Überblick gibt Vorsicht, giftige Zierpflanzen im Garten. Weitere Zwiebelblumen für die ganze Saison stellt der Beitrag Blumenzwiebeln für einen bunten Garten vor.

Häufige Fragen

Wann pflanzt man Tulpen?

Von Ende September bis November, am besten im Oktober. Solange der Boden nicht gefroren ist, geht es auch noch später.

Wie tief pflanzt man Tulpenzwiebeln?

Etwa zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist, bei den meisten Gartentulpen 10–15 cm.

Welche Tulpen kommen jedes Jahr wieder?

Am zuverlässigsten Wildtulpen, Darwin-Hybriden sowie Fosteriana- und Greigii-Tulpen, sofern sie sonnig und im Sommer trocken stehen.

Muss man Tulpenzwiebeln nach der Blüte ausgraben?

Nein. Auf durchlässigen, im Sommer trockenen Böden bleiben sie im Beet. Nur auf schweren, feuchten Böden oder wenn der Platz für Sommerblumen gebraucht wird, lohnt das Ausgraben.

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