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Garten-Ratgeber

Bäume und Sträucher im Winter umpflanzen

Gartenpflegevon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum die Ruhezeit ideal ist
  2. Der richtige Zeitpunkt nach Gehölzart
  3. Welche Gehölze sich umpflanzen lassen
  4. Ältere Bäume ein Jahr vorher vorbereiten
  5. Der Frosttrick beim Ausgraben
  6. Schritt für Schritt umpflanzen
  7. Die Pflege im ersten Jahr
  8. Was Sie rechtlich beachten sollten
  9. Häufige Fragen

Laubabwerfende Bäume und Sträucher pflanzen Sie am besten in der Ruhezeit um, also zwischen Laubfall im Oktober und dem Austrieb im März, an Tagen, an denen der Boden nicht gefroren ist. Immergrüne Gehölze wie Rhododendron, Eibe oder Kirschlorbeer ziehen dagegen besser im Spätsommer bis Frühherbst oder im April um. Je jünger das Gehölz und je größer der Wurzelballen, desto sicherer wächst es an. Ältere Bäume bereiten Sie am besten ein Jahr vorher mit einem Wurzelschnitt vor.

Ausgegrabene Sträucher mit Wurzelballen, bereit zum Umpflanzen
Ausgegrabene Sträucher mit Wurzelballen, bereit zum Umpflanzen

Warum die Ruhezeit ideal ist

Im Winter befinden sich sommergrüne Gehölze in der Saftruhe. Ohne Blätter verdunsten sie kaum Wasser, und die Wurzeln müssen keine Krone versorgen. Ein Umzug, bei dem zwangsläufig Wurzeln verloren gehen, trifft die Pflanze deshalb viel weniger hart als im Sommer. Wer im Herbst umpflanzt, hat einen weiteren Vorteil: Der Boden ist noch warm, und die Wurzeln können bis zum Frühjahr neue Feinwurzeln bilden.

Spätestens im März sollte der Umzug erledigt sein. Sobald die Knospen schwellen, braucht der Baum Wasser für den Austrieb, und genau dann fehlen ihm die Wurzeln. Pflanzen, die zu spät umgesetzt werden, treiben oft nur kümmerlich aus oder gehen ein.

Der richtige Zeitpunkt nach Gehölzart

GehölzartBeste ZeitHinweise
Laubabwerfende Sträucher und BäumeOktober bis Märzan frostfreien Tagen, Herbst bevorzugt
ObstbäumeOktober bis Märzjunge Bäume gut, ältere schwierig
Immergrüne LaubgehölzeAugust bis September oder Aprildanach reichlich gießen
NadelgehölzeAugust bis Oktober oder AprilBallen darf nicht zerfallen
RosenOktober bis Novembervor dem Umzug einkürzen

Welche Gehölze sich umpflanzen lassen

Als Faustregel gilt: Gehölze, die erst wenige Jahre an ihrem Platz stehen, lassen sich meist problemlos umsetzen. Robuste Arten wie Forsythie, Spierstrauch, Flieder oder Hartriegel verkraften einen Umzug auch nach vier bis fünf Jahren noch gut. Rhododendron und Azaleen wurzeln flach und kompakt und sind deshalb ebenfalls gut umzupflanzen.

Schwierig wird es bei Gehölzen mit tiefer Pfahlwurzel wie Walnuss, Eiche oder Ginster, bei Magnolien mit ihren fleischigen Wurzeln und bei empfindlichen Arten wie der Zaubernuss. Auch alte Obstbäume vertragen einen Standortwechsel schlecht. Hier sollten Sie gut abwägen, ob ein Neukauf nicht die bessere Lösung ist. Für Magnolien lohnt ein Blick in den Beitrag Magnolien im Frühjahr pflanzen.

Ältere Bäume ein Jahr vorher vorbereiten

Wer einen größeren Umzug langfristig planen kann, sticht die Wurzeln bereits im Jahr davor ab. Dazu schneiden Sie im Herbst oder Frühjahr mit einem scharfen Spaten rund um den Stamm senkrecht in den Boden, und zwar dort, wo später der Ballen enden soll. Bei großen Gehölzen geschieht das oft in zwei Hälften über zwei Jahre. Die gekappten Wurzeln bilden innerhalb dieses Ballens viele feine Faserwurzeln, die das Anwachsen am neuen Standort erheblich erleichtern. Gießen Sie das Gehölz nach dem Wurzelschnitt bei Trockenheit gut.

Der Frosttrick beim Ausgraben

Beim Ausgraben zerfällt der Wurzelballen gern, besonders in sandigem Boden, und mit der Erde gehen die feinen Wurzeln verloren. Ein alter Gärtnertrick nutzt den Frost: Stechen Sie an einem Tag, für den eine frostige Nacht angekündigt ist, den Ballen ringsum ab und lassen Sie die Pflanze über Nacht im Loch stehen. Der Frost lässt die äußere Erdschicht anfrieren und hält den Ballen zusammen, sodass er sich am nächsten Tag leichter und ohne Tuch transportieren lässt.

Das funktioniert nur bei leichtem Nachtfrost, solange der Boden am neuen Standort noch nicht gefroren ist. Bei Dauerfrost ist Umpflanzen nicht möglich. Unabhängig vom Frost können Sie den Ballen auch mit einem Jute- oder Ballentuch umwickeln, das gilt als die sicherere Methode.

Schritt für Schritt umpflanzen

  1. Neues Pflanzloch zuerst ausheben. Es sollte etwa doppelt so breit und etwas tiefer sein als der erwartete Ballen. Die Sohle mit der Grabegabel lockern, schweren Boden mit Kompost verbessern.
  2. Krone zusammenbinden. Binden Sie die Zweige locker mit einem weichen Strick zusammen, damit sie beim Graben nicht stören. Im Winter vorsichtig, denn gefrorenes Holz bricht leicht.
  3. Ballen abstechen. Mit Abstand zum Stamm rundum senkrecht einstechen, dann schräg unter den Ballen arbeiten. Je größer der Ballen, desto besser – aber er muss noch zu bewegen sein.
  4. Transportieren. Den Ballen auf eine Plane oder in ein Tuch heben und zum neuen Standort ziehen, nicht am Stamm heben.
  5. Einsetzen. Das Gehölz so tief pflanzen, wie es vorher stand, Veredlungsstellen bleiben über der Erde. Bei Bäumen einen Stützpfahl setzen.
  6. Einschlämmen. Erde auffüllen und kräftig wässern, damit sich Hohlräume schließen. Einen Gießrand formen.
  7. Krone ausgleichen. Bei laubabwerfenden Sträuchern die Triebe um etwa ein Drittel einkürzen, damit die verkleinerten Wurzeln die Krone versorgen können. Tote und kranke Zweige gleich mit entfernen.

Das passende Werkzeug beschreibt der Beitrag Werkzeug zum Schneiden von Gehölzen, wie man Obstbäume in Form bringt, der Beitrag Obstbaumschnitt.

Die Pflege im ersten Jahr

Ein umgepflanztes Gehölz braucht vor allem Wasser. Auch im Winter gießen Sie an frostfreien Tagen, wenn der Boden trocken ist, besonders bei Immergrünen, die über ihre Blätter weiter Wasser verlieren. Im Frühjahr und Sommer nach dem Umzug ist durchdringendes Gießen bei Trockenheit Pflicht, lieber seltener und reichlich als täglich ein wenig. Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Laub hält die Feuchtigkeit im Boden. Gedüngt wird erst, wenn das Gehölz sichtbar neu austreibt.

Ein schwacher Austrieb im ersten Jahr ist normal. Die meisten Gehölze brauchen ein bis zwei Jahre, bis sie wieder kräftig wachsen.

Was Sie rechtlich beachten sollten

Für größere Bäume gelten in vielen Städten und Gemeinden Baumschutzsatzungen. Sie können schon das Ausgraben oder Versetzen genehmigungspflichtig machen, wenn der Stamm einen bestimmten Umfang überschreitet. Erkundigen Sie sich vorher bei der Gemeinde. Für Pflanzungen nahe der Grenze gelten die Grenzabstände der Nachbarrechtsgesetze der Länder. Passende Bäume für kleine Flächen stellt der Beitrag kleine Bäume für den Vorgarten vor, weitere Winterarbeiten der Beitrag den Garten im Winter für den Frühling vorbereiten.

Häufige Fragen

Welche Jahreszeit ist die beste zum Umpflanzen von Bäumen?

Für laubabwerfende Gehölze der Herbst nach dem Laubfall, alternativ frostfreie Tage bis Anfang März. Immergrüne ziehen am besten im Spätsommer oder im April um.

Kann man Bäume im Winter umpflanzen?

Ja, solange der Boden nicht gefroren ist. Leichter Nachtfrost kann sogar helfen, den Ballen zusammenzuhalten. Bei Dauerfrost ist es nicht möglich.

Bis zu welchem Alter lässt sich ein Baum umpflanzen?

Junge Gehölze bis etwa drei Jahre am Standort sind unproblematisch, robuste Sträucher auch nach vier bis fünf Jahren. Ältere Bäume brauchen einen Wurzelschnitt im Vorjahr und viel Pflege danach.

Muss man beim Umpflanzen die Krone zurückschneiden?

Bei laubabwerfenden Sträuchern ist ein Rückschnitt um etwa ein Drittel sinnvoll, damit Wurzeln und Krone wieder im Gleichgewicht sind. Immergrüne und Nadelgehölze schneidet man nur zurückhaltend.

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