5 Möglichkeiten den Garten im Winter zu nutzen

Inhalt8 Abschnitte
- 1. Farbe ins Beet: Pflanzen, die im Winter wirken
- 2. Die Terrasse wintertauglich machen
- 3. Gewächshaus und Frühbeet: Gemüse auch im Winter
- 4. Winterliche Dekoration mit Naturmaterial
- 5. Vögel beobachten und Tieren helfen
- Was man im Winter im Garten arbeiten kann
- 6. Ruhe genießen und das nächste Gartenjahr planen
- Häufige Fragen
Den Garten im Winter zu nutzen, heißt vor allem: ihn so zu bepflanzen, dass es etwas zu sehen gibt, einen geschützten Platz draußen einzurichten und die Ruhe für Arbeiten zu nutzen, für die im Sommer keine Zeit ist. Wintergrün, Winterblüher und Gehölze mit farbiger Rinde sorgen für den Anblick, Gewächshaus und Frühbeet für frisches Gemüse, eine Feuerschale und warme Decken für Stunden im Freien. Und nebenbei helfen Sie Vögeln, Igeln und Insekten über die kalte Zeit.

1. Farbe ins Beet: Pflanzen, die im Winter wirken
Ein Garten, der im Winter kahl wirkt, ist meist nur einseitig bepflanzt. Wer bei der Planung an die dunkle Jahreszeit denkt, hat von November bis März etwas fürs Auge.
Immergrüne geben dem Garten Struktur, wenn alles andere eingezogen ist: Efeu, Eibe, Stechpalme, Kiefern und andere Nadelgehölze, Bodendecker wie Kleines Immergrün oder Ysander. Beachten Sie, dass Eibe und Stechpalme für Kinder und Haustiere giftig sind. Eine Übersicht bietet der Beitrag Immergrüne Pflanzen.
Winterblüher öffnen ihre Blüten, sobald es ein paar milde Tage gibt:
- Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) mit gelben Blüten an grünen Trieben, Dezember bis März
- Zaubernuss (Hamamelis) mit fadenförmigen, duftenden Blüten in Gelb bis Kupferrot, Januar bis März
- Winterschneeball (Viburnum × bodnantense) mit rosa, duftenden Dolden
- Christrose (Helleborus niger), giftig, blüht je nach Witterung ab Dezember; mehr im Beitrag Blütenpracht im Winter: Schneerosen
- Vorfrühlings-Alpenveilchen, Winterlinge und Schneeglöckchen ab Februar
Farbige Rinde und Fruchtschmuck bringen weitere Akzente: der rotrindige Hartriegel, die Mahagoni-Kirsche (Prunus serrula) mit glänzender Rinde, Zieräpfel, Pfaffenhütchen und Wildrosen mit Hagebutten. Ebenfalls schön: Gräser und Staudenstängel, die Sie erst im Frühjahr zurückschneiden, und die trockenen Blütenbälle der Hortensien. Mit Raureif überzogen, sehen sie besser aus als manche Sommerblume.
2. Die Terrasse wintertauglich machen
Draußen sitzen im Winter ist eine Frage der Ausrüstung. Ein windgeschützter Platz an der Hauswand, wetterfeste Kissen, Felle und Decken machen den Anfang. Wärme spenden eine Feuerschale oder ein Feuerkorb, bei Bedarf auch ein Terrassenstrahler. Einen Überblick über Heizstrahler, Verbrauch und Sicherheit bietet der Beitrag Ein Heizpilz für den Garten.
Beim Feuer gelten auch im Winter die üblichen Regeln: nur trockenes, unbehandeltes Holz, Aufsicht bis zur erloschenen Glut, Rücksicht auf die Nachbarn. Was genau erlaubt ist, erklärt der Beitrag Feuer machen im Garten – die rechtliche Lage. Holzmöbel und Polster sollten nach dem Abend wieder abgedeckt oder hereingeholt werden, damit sie nicht dauerhaft feucht bleiben.
3. Gewächshaus und Frühbeet: Gemüse auch im Winter
Ein unbeheiztes Gewächshaus oder ein Frühbeet verlängert die Ernte weit in den Winter. Winterharte Blattgemüse wie Feldsalat, Winterportulak, Spinat, Mangold und Asia-Salate wachsen darunter bei milden Temperaturen langsam weiter und lassen sich laufend ernten. Grünkohl, Rosenkohl, Porree und Pastinaken stehen sogar im Freiland und werden nach Frost oft milder.
Das Gewächshaus dient außerdem als Winterquartier für Kübelpflanzen wie Oleander, Oliven oder Zitrus – vorausgesetzt, es bleibt frostfrei. Dafür brauchen Sie in kalten Nächten einen Frostwächter und eine Dämmung aus Luftpolsterfolie an den Scheiben. Lüften Sie an sonnigen Tagen, damit sich keine feuchte, stehende Luft bildet, in der Grauschimmel gedeiht. Hinweise zur Absicherung gegen Schnee und Wind finden Sie im Beitrag So schützen Sie Ihr Gewächshaus vor äußeren Einflüssen.
Gemüse wie Möhren, Rote Bete oder Sellerie lässt sich in einer Erdmiete lagern: in einer mit Sand gefüllten, gut abgedeckten Kiste in der Erde oder in einem Gefäß, das Sie im Gewächshausboden eingraben. So bleibt es kühl, feucht und frostfrei.
4. Winterliche Dekoration mit Naturmaterial
Im Advent wird der Garten zur Bühne. Lichterketten in Gehölzen, Laternen am Weg und Gestecke an der Haustür wirken im Dunkeln besonders stark. Verwenden Sie nur Leuchten, die für draußen zugelassen sind, und bevorzugen Sie LED: Sie werden kaum warm und brauchen wenig Strom. Eine Zeitschaltuhr sorgt dafür, dass die Beleuchtung nicht die ganze Nacht brennt – das freut die Stromrechnung und die nachtaktiven Tiere.
Vieles für die Deko liefert der Garten selbst: Zapfen, Zweige von Nadelgehölzen, Hagebutten, Äpfel, Nüsse, Moos und Birkenrinde. Kombiniert mit ein paar Kugeln oder Bändern entstehen Kränze, Gestecke und Windlichter. Wie Sie einen Rosenbogen im Winter schützen und schmücken, lesen Sie im Beitrag Der Rosenbogen im Winter.
5. Vögel beobachten und Tieren helfen
Ein Futterplatz in Fensternähe bringt Leben in den Wintergarten. Meisen, Rotkehlchen, Amseln und Buchfinken kommen regelmäßig, wenn Sie das Angebot durchhalten. Füttern Sie hygienisch: Futtersilos sind besser als offene Häuschen, weil die Vögel nicht im Futter herumlaufen und Kot eintragen. Weichfutterfresser wie Amsel und Rotkehlchen freuen sich über Haferflocken und Rosinen am Boden, Körnerfresser über Sonnenblumenkerne.
Noch wertvoller ist ein Garten, der ohne Futterhaus Nahrung bietet: Beerensträucher, stehen gelassene Samenstände und ein Laubhaufen, in dem Insekten überwintern. Ein Igel kann in einem ruhigen, trockenen Laub- und Reisighaufen überwintern. Wie das gelingt, erklärt der Beitrag Ein Winterquartier für Igel herrichten. Stören Sie solche Quartiere bis zum Frühjahr nicht.
Was man im Winter im Garten arbeiten kann
Auch in der Ruhezeit gibt es Arbeit, die sich jetzt besonders gut erledigen lässt:
- Gehölze pflanzen und umsetzen: Solange der Boden nicht gefroren ist, lassen sich wurzelnackte Sträucher und Bäume setzen. Wie Sie dabei vorgehen, steht im Beitrag Bäume und Sträucher im Winter umpflanzen.
- Obstbäume schneiden: Kernobst wie Apfel und Birne verträgt den Winterschnitt an frostfreien Tagen.
- Schnee von Gehölzen schütteln: Nasser Schnee bricht Äste von Immergrünen und Hecken.
- Immergrüne gießen: An frostfreien Tagen brauchen sie Wasser, sonst drohen Trockenschäden durch Wintersonne.
- Werkzeug pflegen: Schneiden schärfen, Stiele ölen, Rasenmäher warten.
- Kübelpflanzen kontrollieren: Im Winterquartier auf Schädlinge und Trockenheit achten.
6. Ruhe genießen und das nächste Gartenjahr planen
Der Winter ist die Zeit, in der man den Garten am besten versteht. Ohne Laub sehen Sie die Struktur: wo Blickachsen fehlen, wo es zu voll ist, wo im Sommer ein Sitzplatz Schatten hätte. Machen Sie Fotos aus dem Fenster, das hilft beim Planen mehr als jede Skizze. Mit Saatgutkatalogen, einem Anbauplan für den Gemüsegarten und einer Liste der Pflanzen, die im Frühjahr ersetzt werden sollen, starten Sie gut vorbereitet in die Saison.
Und manchmal genügt es auch, mit einer Tasse Tee am Fenster zu stehen und dem Raureif zuzusehen. Was im Herbst zu tun ist, damit der Garten gut durch den Winter kommt, erklärt der Beitrag Garten, Grill, Markise und Co. winterfest machen, und worauf es kurz vor dem Frühling ankommt, lesen Sie unter Den Garten im Winter für den Frühling vorbereiten.
Häufige Fragen
Was kann man im Winter im Garten machen?
Gehölze pflanzen, solange der Boden offen ist, Obstbäume schneiden, Schnee von Ästen schütteln, Immergrüne an frostfreien Tagen gießen, Vögel füttern und das neue Gartenjahr planen. Im Gewächshaus und Frühbeet wachsen Feldsalat, Spinat und Winterportulak.
Welche Pflanzen blühen im Winter im Garten?
Winterjasmin, Zaubernuss, Winterschneeball und Christrose blühen je nach Witterung ab Dezember oder Januar. Ab Februar folgen Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse.
Kann man im Winter Bäume umpflanzen?
Ja, an frostfreien Tagen, wenn der Boden nicht gefroren ist. Die Gehölze ruhen dann, und die Wurzeln können bis zum Austrieb im Frühjahr einwachsen. Gießen Sie nach dem Pflanzen gründlich an.
Ist ein Heizpilz im Garten sinnvoll?
Er macht längere Abende draußen möglich, verbraucht aber viel Energie. Für gelegentliche Nutzung ist eine Feuerschale oft die stimmungsvollere Alternative. Informieren Sie sich vorher, ob Ihre Gemeinde Einschränkungen für Heizstrahler im Freien hat.



