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Garten-Ratgeber

Den Buchsbaum richtig pflegen und vermehren

Gehölze & Heckenvon Kathrin Schendel7 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Steckbrief Buchsbaum
  2. Der richtige Standort
  3. Buchsbaum pflanzen
  4. Wann und wie Sie Buchs schneiden
  5. Gießen und Düngen
  6. Buchsbaum vermehren mit Stecklingen
  7. Buchsbaumzünsler erkennen und bekämpfen
  8. Pilzkrankheiten: Triebsterben und Buchsbaumrost
  9. Sorten und Alternativen
  10. Häufige Fragen

Buchsbaum braucht einen halbschattigen bis sonnigen Platz mit durchlässigem, eher kalkhaltigem Boden, zwei Schnitte im Jahr – Mai/Juni und bis spätestens Anfang September – und eine maßvolle Düngung. Vermehren lässt er sich einfach über Stecklinge, die Sie im Spätsommer oder zeitigen Frühjahr schneiden. Die größte Herausforderung sind heute nicht Pflegefehler, sondern der Buchsbaumzünsler und das Triebsterben; regelmäßige Kontrolle ist deshalb Teil der Pflege.

Rundlich geschnittene Buchsbäume (Buxus sempervirens) im Sonnenlicht
Rundlich geschnittene Buchsbäume (Buxus sempervirens) im Sonnenlicht

Steckbrief Buchsbaum

Botanischer NameBuxus sempervirens (Gewöhnlicher Buchsbaum), daneben Buxus microphylla und Hybriden
Wuchsimmergrüner Strauch, frei wachsend mehrere Meter hoch, meist als Formgehölz oder Einfassung gehalten
Zuwachslangsam, je nach Sorte etwa 5–15 cm im Jahr
BlüteMärz–April, klein und gelblich, von Bienen besucht
StandortHalbschatten bis Sonne, im Sommer nicht zu heiß und trocken
Bodendurchlässig, humos, schwach sauer bis kalkhaltig, keine Staunässe
Winterhärtegut winterhart, empfindlich gegen Wintersonne und Frosttrocknis
Giftigkeitalle Pflanzenteile giftig für Menschen und Haustiere, besonders für Pferde

Der richtige Standort

Buchs ist anpassungsfähig, gedeiht aber am besten im lichten Halbschatten. In praller Sonne an einer heißen Südwand leidet er im Sommer unter Trockenheit und im Winter unter Sonnenbrand, wenn die Wintersonne die Blätter aufheizt, während der Boden gefroren ist. Im tiefen Schatten wächst er locker und kahl.

Der Boden sollte humos, locker und durchlässig sein. Staunässe ist der häufigste Grund für kränkelnden Buchs, weil sie Wurzelfäule und Pilzbefall fördert. Buchs verträgt Kalk gut und bevorzugt neutrale bis leicht alkalische Böden, gedeiht aber auch in normaler Gartenerde. Regelmäßiges Kalken ist nur nötig, wenn eine Bodenprobe einen sauren Boden anzeigt. Als Flachwurzler mag er es nicht, wenn um ihn herum ständig gehackt wird.

Buchsbaum pflanzen

Dicht an dicht gesetzte, kugelig geschnittene Buchsbäume
Dicht an dicht gesetzte, kugelig geschnittene Buchsbäume

Pflanzzeit ist von September bis Oktober und im Frühjahr von März bis Mai, Containerpflanzen können bei ausreichender Bewässerung fast das ganze Jahr gesetzt werden. So gehen Sie vor:

  1. Wässern. Den Wurzelballen vor dem Pflanzen in einen Eimer Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  2. Pflanzloch ausheben. Etwa doppelt so breit wie der Ballen, den Untergrund gut lockern. Schwere Böden mit Sand oder feinem Kies durchlässiger machen.
  3. Kompost einarbeiten. Den Aushub mit reifem Kompost mischen, das verbessert Struktur und Nährstoffversorgung.
  4. Einsetzen. Den Buchs so tief pflanzen, wie er vorher stand, Erde einfüllen und andrücken.
  5. Angießen und leicht einkürzen. Gründlich wässern und die Triebspitzen leicht zurückschneiden, das fördert die Verzweigung.

Für eine niedrige Beeteinfassung rechnet man je nach Pflanzengröße mit etwa 6–10 Pflanzen je Meter, für eine höhere Hecke mit 3–5. Im ersten Jahr wird nur leicht geschnitten.

Wann und wie Sie Buchs schneiden

Buchs wird in der Regel zweimal im Jahr geschnitten. Der Hauptschnitt erfolgt im Mai oder Juni, wenn der erste Austrieb ausgereift ist. Ein zweiter, leichterer Schnitt folgt im Spätsommer, spätestens Anfang September. Später sollten Sie nicht mehr schneiden, weil der Neuaustrieb bis zum Winter nicht ausreift und erfrieren kann.

Schneiden Sie an einem bedeckten, trockenen Tag. In praller Sonne verbrennen die freigelegten inneren Blätter, bei nassem Wetter dringen Pilzsporen leichter in die Schnittwunden ein. Für den Formschnitt kürzen Sie die neuen Triebe bis auf wenige Millimeter über dem Vorjahresholz ein. So bleibt die Form erhalten und wird mit jedem Schnitt dichter.

Buchs verträgt auch einen kräftigen Verjüngungsschnitt bis ins alte Holz, er treibt daraus wieder aus, allerdings langsam. Dieser Schnitt gehört ins zeitige Frühjahr, bevor der Austrieb beginnt, damit die Pflanze die ganze Saison zur Regeneration hat.

Für Kugeln hilft eine Schablone: Zeichnen Sie einen Halbkreis in der gewünschten Größe auf stabile Pappe, schneiden Sie ihn aus und führen Sie die Schablone um die Pflanze herum. Alles, was übersteht, kommt ab. Scharfes, sauberes Werkzeug ist dabei wichtig – desinfizieren Sie die Schere nach dem Schnitt an kranken Pflanzen. Hinweise zur Auswahl gibt der Beitrag Werkzeug zum Schneiden von Gehölzen, kunstvollere Formen zeigt Niwaki – Gehölzschnitt im japanischen Stil.

Gießen und Düngen

Buchs im Beet braucht nur in längeren Trockenperioden Wasser, dann aber durchdringend. Wichtig ist das Gießen im Winter an frostfreien Tagen, denn immergrüne Pflanzen verdunsten auch in der kalten Jahreszeit Wasser. Kann der Buchs aus gefrorenem Boden nichts nachziehen, vertrocknet er – braune Blätter im Frühjahr sind oft Frosttrocknis, keine Krankheit.

Gedüngt wird im Frühjahr beim Austrieb mit Kompost und Hornspänen oder einem organischen Volldünger, bei Bedarf ein zweites Mal im Juni. Stickstoff ist nicht grundsätzlich schädlich, zu viel davon macht die Triebe aber weich und anfällig. Eine kalibetonte Düngung im Spätsommer, etwa mit Kalimagnesia, wird häufig empfohlen, um das Holz ausreifen zu lassen. Buchs im Rasen konkurriert mit dem Gras um Wasser und Nährstoffe und braucht deshalb etwas mehr Aufmerksamkeit. Buchs im Kübel wird von April bis August regelmäßig mit Flüssigdünger versorgt.

Buchsbaum vermehren mit Stecklingen

Buchs lässt sich leicht selbst vermehren. Die beste Zeit ist der Spätsommer (August bis September) oder das zeitige Frühjahr vor dem Austrieb.

  1. Stecklinge gewinnen. Reißen Sie 10–15 cm lange, leicht verholzte Seitentriebe mit einem kleinen Rindenstück vom Haupttrieb ab. Diese Risslinge bewurzeln sich meist besser als geschnittene Triebe.
  2. Unten entblättern. Die Blätter im unteren Drittel entfernen, lange Rindenfahnen kürzen.
  3. Stecken. In Töpfe mit Anzuchterde oder direkt in ein vorbereitetes Beet stecken, etwa zu zwei Dritteln tief. Ein Bewurzelungspulver ist möglich, aber nicht nötig.
  4. Feucht und schattig halten. Die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass halten. Eine Abdeckung mit Folie erhöht die Luftfeuchte, muss aber regelmäßig gelüftet werden, um Pilze zu vermeiden.
  5. Geduld haben. Bis zur Bewurzelung vergehen mehrere Monate. Im Spätsommer gesteckte Triebe sind im folgenden Frühjahr meist bewurzelt und können dann umgesetzt werden.

Nehmen Sie Stecklinge nur von gesunden Pflanzen. Triebsterben und andere Pilze werden mit befallenen Stecklingen weitergetragen. Mehr über die Vermehrung von Gehölzen lesen Sie im Beitrag Gehölze durch Steckhölzer vermehren.

Buchsbaumzünsler erkennen und bekämpfen

Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist ein aus Ostasien eingeschleppter Kleinschmetterling. Seine grünen Raupen mit schwarzen Streifen und Punkten fressen den Buchs von innen her kahl, oft unbemerkt, bis Gespinste und Kotkrümel sichtbar werden. Je nach Witterung gibt es zwei bis drei Generationen im Jahr, die ersten Raupen werden ab März aktiv.

Kontrollieren Sie ab dem Frühjahr regelmäßig das Innere der Pflanzen. Bei leichtem Befall helfen Absammeln und kräftiges Ausspritzen mit Wasser, wobei eine Folie unter der Pflanze die herausgefallenen Raupen auffängt. Bei stärkerem Befall kommt ein zugelassenes biologisches Mittel mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis in Frage, das gezielt gegen Schmetterlingsraupen wirkt. Pheromonfallen zeigen den Falterflug an, sie ersetzen aber keine Bekämpfung.

Pilzkrankheiten: Triebsterben und Buchsbaumrost

Das Buchsbaum-Triebsterben (Calonectria pseudonaviculata, früher Cylindrocladium buxicola) zeigt sich an dunkelbraunen Blattflecken, schwarzen Streifen an den Trieben und schnellem Blattfall. Es wird durch lange Blattnässe begünstigt. Der Buchsbaumrost (Puccinia buxi) bildet dagegen dunkelbraune Sporenlager auf der Blattunterseite und verdickte Blätter. Bei beiden gilt: befallene Triebe großzügig herausschneiden, Laub unter der Pflanze entfernen, alles über den Restmüll entsorgen und Blätter beim Gießen trocken halten. Ausführlich behandelt beides der Beitrag Krankheiten beim Buchsbaum.

Sorten und Alternativen

Neben dem Gewöhnlichen Buchs gibt es zahlreiche Sorten. Der klassische Einfassungsbuchs ‘Suffruticosa’ wächst sehr langsam und niedrig, ist aber stark anfällig für das Triebsterben. Sorten wie ‘Herrenhausen’, ‘Faulkner’ oder ‘Green Gem’ gelten als weniger anfällig für Pilze. Gegen den Zünsler ist keine Sorte gefeit. Wer ganz auf Buchs verzichten möchte, findet schnittverträgliche Alternativen wie Ilex crenata, Eibe oder Liguster im Beitrag Gute Alternativen zum Buchs.

Häufige Fragen

Wann schneidet man Buchsbaum am besten?

Im Mai oder Juni nach dem ersten Austrieb, ein zweites Mal leichter bis spätestens Anfang September. Immer an einem bedeckten, trockenen Tag.

Wie schnell wächst Buchsbaum?

Langsam: je nach Sorte etwa 5–15 cm im Jahr. Einfassungssorten wie ‘Suffruticosa’ wachsen am langsamsten.

Wie vermehrt man Buchsbaum am einfachsten?

Mit Stecklingen im Spätsommer. Abgerissene Seitentriebe von 10–15 cm Länge unten entblättern, in Anzuchterde stecken und schattig und feucht halten.

Ist Buchsbaum giftig?

Ja, alle Pflanzenteile enthalten giftige Alkaloide. Schnittgut gehört nicht in die Nähe von Weidetieren, und Kinder sollten keine Blätter in den Mund nehmen.

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