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Garten-Ratgeber

Krankheiten beim Buchsbaum

Schädlinge & Krankheitenvon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Der Buchsbaum auf einen Blick
  2. Buchsbaum-Triebsterben: die gefürchtetste Krankheit
  3. Buchsbaumkrebs
  4. Buchsbaumrost
  5. Welkekrankheiten und Wurzelfäule
  6. Wenn es gar keine Krankheit ist
  7. Die häufigsten Schädlinge am Buchs
  8. Vorbeugen: So bleibt der Buchs gesund
  9. Wann ein Ersatz sinnvoller ist
  10. Häufige Fragen

Die gefährlichste Krankheit am Buchsbaum ist das Triebsterben, erkennbar an dunkelbraunen Blattflecken, schwarzen Streifen an den Trieben und plötzlichem Blattfall. Daneben kommen Buchsbaumkrebs, Rost und Welkekrankheiten vor, und nicht jede Braunfärbung ist überhaupt eine Krankheit. Die Grundregeln sind bei allen gleich: befallene Teile herausschneiden, Laub entfernen, den Buchs luftig halten und nie über die Blätter gießen.

Buchsbaum mit braunen, absterbenden Trieben durch Pilzbefall
Buchsbaum mit braunen, absterbenden Trieben durch Pilzbefall | Foto: m.borden / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Der Buchsbaum auf einen Blick

Botanischer NameBuxus sempervirens, dazu Sorten von Buxus microphylla
Wuchslangsam, je nach Sorte als Kante 20–40 cm, frei wachsend mehrere Meter
Standortsonnig bis halbschattig, luftig
Bodendurchlässig, humos, gern kalkhaltig
Winterhärtegut winterhart, empfindlich gegen Wintersonne auf gefrorenem Boden
Giftigkeitalle Teile giftig für Menschen und Haustiere

Ein gesunder Buchs verträgt Schnitt, Trockenheit und Kälte erstaunlich gut. Anfällig wird er vor allem durch Dauerfeuchte im Laub, enge Pflanzung und häufigen Schnitt bei nassem Wetter. Mehr zur Grundpflege lesen Sie unter Buchsbaum pflegen und vermehren.

Buchsbaum-Triebsterben: die gefürchtetste Krankheit

Das Triebsterben wird von den Pilzen Calonectria pseudonaviculata und Calonectria henricotiae verursacht; in älterer Literatur heißt der Erreger noch Cylindrocladium buxicola. Er ist seit den 2000er Jahren in Mitteleuropa verbreitet und für die meisten kahlen Buchskanten in Gärten verantwortlich.

So erkennen Sie es: Zuerst erscheinen dunkelbraune, oft rundliche Flecken auf den Blättern, die rasch zusammenfließen. An den grünen Trieben bilden sich schmale, schwarze Längsstreifen – das ist das sicherste Unterscheidungsmerkmal. Bei feuchtem Wetter zeigt sich auf der Blattunterseite ein weißlicher Sporenbelag. Die Blätter fallen innerhalb kurzer Zeit ab, die Pflanze verkahlt von unten und innen.

Der Pilz braucht nasse Blätter und warme Temperaturen, typisch sind daher schwülwarme Sommerwochen und feuchte Herbste. Seine Sporen überdauern mehrere Jahre im abgefallenen Laub.

Was Sie tun können:

  1. Befallene Triebe bis ins gesunde Holz zurückschneiden, bei starkem Befall die Pflanze kräftig verjüngen.
  2. Abgefallenes Laub unter und in der Pflanze sorgfältig entfernen, auch mit dem Staubsauger oder durch Ausschütteln.
  3. Alles im Restmüll entsorgen, nicht kompostieren.
  4. Schere nach jeder Pflanze reinigen.
  5. Nicht bei feuchtem Wetter schneiden und nur morgens von unten gießen.

Stark befallene, über Jahre kahle Pflanzen sind kaum zu retten. Wenn Sie ein Fungizid einsetzen möchten, fragen Sie im Fachhandel nach einem gegen Triebsterben an Buchs zugelassenen Mittel; es wirkt vor allem vorbeugend auf gesunden Neuaustrieb.

Buchsbaumkrebs

Der Buchsbaumkrebs geht auf den Pilz Pseudonectria buxi zurück, früher Volutella buxi. Er befällt vor allem geschwächte Pflanzen: nach starkem Rückschnitt, nach Schädlingsbefall, bei zu enger Pflanzung, zu viel Stickstoff oder Frostschäden.

Typisch sind fahlgrüne, später strohgelbe Blätter an einzelnen Zweigen, die sich nach oben aufrichten. Unter der Rinde der betroffenen Triebe ist das Holz verfärbt, die Rinde löst sich. Bei feuchtem Wetter entstehen auf Blattunterseiten und Trieben kleine, lachsrosa bis orange Sporenlager – daran lässt sich der Krebs gut vom Triebsterben unterscheiden.

Behandelt wird er wie das Triebsterben: befallene Triebe großzügig herausschneiden, Laub entfernen, Pflanzen auslichten, die Ursache der Schwäche beheben.

Buchsbaumrost

Der Rostpilz Puccinia buxi ist seltener und betrifft vor allem ältere Pflanzen von Buxus sempervirens. Die Infektion erfolgt im Frühjahr; sichtbar wird sie erst Monate später durch dunkelbraune, pulverige Pusteln auf beiden Blattseiten, die das Blatt leicht aufwölben. Der Schaden bleibt meist optisch. Schneiden Sie befallene Triebe heraus, bevor die Sporen im Frühjahr freigesetzt werden. Ein Fungizideinsatz ist im Hausgarten selten nötig.

Welkekrankheiten und Wurzelfäule

Vergilben ganze Zweige oder Pflanzenteile gleichzeitig und welken, stecken oft Welkepilze oder Wurzelfäule dahinter:

  • Buchswelke durch Fusarium: Der Pilz sitzt in den Trieben, die Rinde zeigt dunkle, etwas weiche Stellen. Befallen werden meist bereits geschwächte Pflanzen. Hilfe bringt nur das Herausschneiden der kranken Triebe.
  • Wurzelfäule durch Phytophthora: Die Wurzeln sind braun und weich, der Boden ist in der Regel zu nass. Betroffene Pflanzen wachsen kaum, vergilben und sterben ab. Wie Sie Staunässe vermeiden, lesen Sie unter Die Wurzelfäule – Vorbeugung und Bekämpfung.

Gegen beide gibt es im Hausgarten kein wirksames Heilmittel. Entscheidend ist ein durchlässiger Boden.

Wenn es gar keine Krankheit ist

Viele Buchsbäume färben sich im Winter bronze bis orange, besonders in praller Sonne. Das ist eine Schutzreaktion und verschwindet im Frühjahr. Braune, vertrocknete Blätter nach sonnigen Frosttagen sind meist Frosttrocknis: Die Sonne regt die Verdunstung an, während die Wurzeln im gefrorenen Boden kein Wasser nachliefern können. Abhilfe schafft Gießen an frostfreien Tagen und eine Schattierung mit Vlies. Gelbliche Blätter im Kübel deuten eher auf Nährstoff- oder Wassermangel hin.

Die häufigsten Schädlinge am Buchs

Neben Pilzen setzen dem Buchs einige Tiere zu:

  • Buchsbaumzünsler: Seine grün-schwarz gestreiften Raupen fressen Blätter und Rinde, zwischen den Trieben finden sich Gespinste und Kotkrümel. Absammeln, mit scharfem Wasserstrahl ausspritzen und bei starkem Befall ein zugelassenes Mittel auf Basis von Bacillus thuringiensis einsetzen.
  • Buchsbaum-Spinnmilbe: feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite, vor allem bei trockener Hitze. Mehr dazu unter Tipps zur Bekämpfung von Spinnmilben.
  • Buchsbaumblattfloh: Die Triebspitzen wölben sich löffelartig zusammen, darin sitzen die Larven in weißer Wachswolle. Meist genügt der normale Formschnitt.
  • Buchsbaum-Gallmücke: blasige Auftreibungen auf der Blattunterseite, in denen orangefarbene Larven leben. Stark befallene Triebe herausschneiden.

Vorbeugen: So bleibt der Buchs gesund

  • Luftig pflanzen. Kanten nicht zu dicht setzen und nicht in windstille, feuchte Ecken.
  • Richtig schneiden. Nur an trockenen, bedeckten Tagen schneiden und kleine Schnitte bevorzugen, damit die Wunden schnell abtrocknen.
  • Von unten gießen. Morgens direkt an die Wurzeln, niemals über das Laub.
  • Maßvoll düngen. Zu viel Stickstoff macht weiches, anfälliges Gewebe; eine kaliumbetonte Gabe im Spätsommer stärkt die Triebe für den Winter.
  • Laub entfernen. Gerade im Inneren von Kugeln und Kanten sammeln sich Blätter, in denen Sporen überdauern.
  • Robustere Sorten wählen. Die klassische Einfassungssorte Buxus sempervirens ‘Suffruticosa’ und ‘Blauer Heinz’ gelten als sehr anfällig für das Triebsterben. Sorten von Buxus microphylla wie ‘Faulkner’ oder ‘Herrenhausen’ werden als weniger anfällig beschrieben – resistent sind sie aber nicht.

Wann ein Ersatz sinnvoller ist

Wer Jahr für Jahr gegen Triebsterben und Zünsler kämpft, sollte ehrlich rechnen. Für Beeteinfassungen und kleine Formgehölze gibt es robuste Alternativen wie Ilex-Arten mit kleinen Blättern, Eibe oder kleinblättrige Heckenpflanzen. Eine Übersicht bietet der Beitrag Gute Alternativen zum Buchs. Allgemeines zu Pilzkrankheiten finden Sie unter Schädliche Pilze im Garten.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich das Buchsbaumsterben?

Am sichersten an den schwarzen Längsstreifen auf grünen Trieben, zusammen mit dunkelbraunen Blattflecken und schnellem Blattfall. Bei Buchsbaumkrebs fehlen die Streifen, dafür erscheinen rosa Sporenlager.

Kann ein Buchsbaum mit Triebsterben wieder austreiben?

Ja, wenn das Holz noch lebt. Nach einem kräftigen Rückschnitt und sorgfältigem Entfernen des Laubs treiben viele Pflanzen neu aus. Kehrt der Befall jedes Jahr zurück, lohnt sich ein Ersatz.

Ist Buchsbaumrost gefährlich?

Selten. Er schwächt die Pflanze etwas und sieht unschön aus, führt aber meist nicht zum Absterben. Befallene Triebe herausschneiden genügt in der Regel.

Ist Buchsbaum giftig für Hunde und Katzen?

Ja. Alle Pflanzenteile enthalten giftige Alkaloide. Schnittgut sollte deshalb nicht offen liegen bleiben, wo Haustiere daran kauen könnten.

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