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Garten-Ratgeber

Schädliche Pilze im Garten

Schädlinge & Krankheitenvon Kathrin Schendel7 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie Pilzkrankheiten entstehen
  2. Die häufigsten Schadpilze auf einen Blick
  3. Mehltau: echter und falscher
  4. Rostpilze und der Birnengitterrost
  5. Grauschimmel und Fäulnis
  6. Pilze an Gehölzen und Bäumen
  7. Vorbeugen: der wichtigste Pflanzenschutz
  8. Pflanzenstärkung und Pflanzenschutzmittel
  9. Pilze an Kübelpflanzen: Oliven und Azaleen
  10. Häufige Fragen

Schädliche Pilze gehören zu den häufigsten Ursachen für kranke Gartenpflanzen. Die meisten brauchen dasselbe, um sich auszubreiten: nasse Blätter, dichte Bestände und geschwächte Pflanzen. Wer diese drei Punkte im Griff hat, befallene Teile früh entfernt und Laub von kranken Pflanzen nicht kompostiert, kommt in den meisten Jahren ohne Fungizide aus.

Schwefelporling, ein holzzerstörender Baumpilz, am Stamm eines Laubbaums
Schwefelporling, ein holzzerstörender Baumpilz, am Stamm eines Laubbaums

Wie Pilzkrankheiten entstehen

Schadpilze verbreiten sich über Sporen, die mit Wind, Regentropfen, Gießwasser, Werkzeug oder Insekten auf die Pflanze gelangen. Damit eine Spore keimen kann, braucht sie bei den meisten Arten Wasser auf der Blattoberfläche, und zwar über mehrere Stunden. Deshalb häufen sich Pilzkrankheiten in regenreichen Jahren, an schattigen, windstillen Plätzen und in dicht bepflanzten Beeten.

Eine Ausnahme ist der Echte Mehltau: Er keimt auch auf trockenen Blättern und liebt warmes Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit bei Nacht und trockenen Tagen. Geschwächte Pflanzen erkranken grundsätzlich leichter, etwa durch Trockenstress, Staunässe, einseitige Düngung oder Verletzungen an Rinde und Wurzeln. Viele Schwächeparasiten wie der Rotpustelpilz dringen gezielt über Wunden ein.

Die häufigsten Schadpilze auf einen Blick

KrankheitErkennungszeichenHäufig an
Echter Mehltauweißer, abwischbarer Belag auf der BlattoberseiteRosen, Apfel, Gurken, Zucchini, Eichen, Phlox
Falscher Mehltaugelbe Flecken oben, grauvioletter Rasen auf der BlattunterseiteSalat, Zwiebeln, Wein, Gurken
Rostpilzeorange bis braune Pusteln, meist auf der BlattunterseiteRosen, Birne, Stockrosen, Pfefferminze, Bohnen
Grauschimmelgrauer, stäubender Pilzrasen, faulende StellenErdbeeren, Himbeeren, Tomaten, Salat
Sternrußtauschwarze, sternförmig ausgefranste FleckenRosen
Moniliawelkende Triebspitzen, Fruchtfäule mit SchimmelpolsternKirschen, Aprikosen, Äpfel, Pflaumen
Hallimaschweiße Pilzhaut unter der Rinde, honiggelbe Hutpilze am StammfußLaub- und Nadelbäume, Sträucher

Mehltau: echter und falscher

Der Echte Mehltau bildet einen weißen, mehligen Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter verkrüppeln, vergilben und fallen ab, Knospen öffnen sich schlecht. Der Pilz überwintert bei vielen Pflanzen in den Knospen oder mit Dauerformen auf Laub und Trieben und infiziert im Frühjahr den neuen Austrieb. Bei Rosen und Obst lohnt es deshalb, befallene Triebspitzen beim Schnitt zu entfernen.

Der Falsche Mehltau sieht nur ähnlich aus. Er zeigt sich an eckigen, gelblichen Flecken auf der Oberseite und einem grauen bis violetten Belag auf der Unterseite. Er braucht feuchte, kühle Bedingungen. Wichtigster Unterschied für die Praxis: Gegen den Echten Mehltau hilft trockene Luft wenig, gegen den Falschen Mehltau ist sie die beste Vorbeugung.

Rostpilze und der Birnengitterrost

Rostpilze erkennen Sie an kleinen, orangefarbenen bis rostbraunen Pusteln, meist auf der Blattunterseite. Auf der Oberseite sieht man zugehörige gelbe Flecken. Viele Rostpilze überdauern im Falllaub, deshalb sollten Sie befallenes Laub im Herbst gründlich einsammeln und über den Restmüll entsorgen.

Einen Sonderfall bildet der Birnengitterrost. Der Pilz braucht zwei Wirte: Im Winter lebt er an bestimmten Wacholderarten, vor allem am Sadebaum und an Chinesischem Wacholder, wo er im Frühjahr gallertartige, orange Sporenlager bildet. Von dort fliegen die Sporen auf Birnbäume, deren Blätter leuchtend orange Flecken bekommen und auf der Unterseite warzige Auswüchse bilden. Auf der Birne überwintert er nicht, er kehrt jedes Jahr vom Wacholder zurück. Der Heimische Wacholder gilt als kaum beteiligt.

Grauschimmel und Fäulnis

Grauschimmel (Botrytis cinerea) befällt Blüten, Früchte und weiche Pflanzenteile, besonders bei feuchter, kühler Witterung und in dichten Beständen. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzrasen. Er ist der Grund für schimmelnde Erdbeeren kurz vor der Ernte und faulende Salatköpfe. Mehr dazu im Beitrag Der Kampf gegen den Grauschimmel. Verwandt im Erscheinungsbild ist die Kraut- und Braunfäule an Tomaten und Kartoffeln, die allerdings von einem Eipilz ausgelöst wird; sie ist im Beitrag Braunfäule bei Tomaten ausführlich beschrieben.

Wurzel- und Stängelfäulen durch Bodenpilze entstehen vor allem bei Staunässe. Die Pflanze welkt trotz nasser Erde, die Wurzeln sind braun und matschig. Hier hilft nur, die Ursache abzustellen, wie der Beitrag Die Wurzelfäule: Vorbeugung und Bekämpfung zeigt.

Pilze an Gehölzen und Bäumen

Pilze an Stamm und Ästen sind oft ein ernstes Zeichen. Der Rotpustelpilz bildet kleine, leuchtend rote bis orangerote Pusteln auf abgestorbenen und geschwächten Zweigen, etwa an Ahorn, Johannisbeeren oder Linden. Er dringt über Wunden und Frostrisse ein. Befallene Zweige schneiden Sie bis weit ins gesunde Holz zurück.

Der Hallimasch ist einer der gefährlichsten Pilze für Gehölze. Er befällt lebende, oft vorgeschädigte Bäume und Sträucher über die Wurzeln, wächst mit einer weißen, fächerförmigen Pilzhaut unter der Rinde und bringt die Pflanze zum Absterben. Die honiggelben Hutpilze am Stammfuß erscheinen im Herbst, meist wenn der Baum bereits schwer geschädigt ist. Typisch sind außerdem schwarze, schnurartige Stränge im Boden und unter der Rinde. Eine Bekämpfung ist im Hausgarten nicht möglich, betroffene Gehölze sollten mit möglichst viel Wurzelwerk entfernt werden.

Der Schwefelporling bildet auffällige, schwefelgelbe bis orange Konsolen an Stämmen von Eichen, Weiden, Robinien, Obstbäumen und anderen Laubbäumen. Er zersetzt das Kernholz, der Stamm wird innen morsch und kann bei Sturm brechen. Konsolenpilze am Stamm sind immer ein Anlass, die Standsicherheit von einem Fachbetrieb prüfen zu lassen, besonders wenn der Baum an Wegen, Spielplätzen oder am Haus steht.

Vorbeugen: der wichtigste Pflanzenschutz

Gegen die meisten Pilzkrankheiten ist Vorbeugung wirksamer als jede Spritzung:

  • Standort passend wählen. Sonnenhungrige Pflanzen im Schatten erkranken häufiger.
  • Mit Abstand pflanzen. Luft muss zwischen den Pflanzen zirkulieren, damit das Laub schnell abtrocknet.
  • Richtig gießen. Morgens und direkt auf den Boden, nicht über die Blätter.
  • Ausgewogen düngen. Zu viel Stickstoff macht das Gewebe weich und anfällig, Mangel schwächt die Pflanze ebenso.
  • Robuste Sorten wählen. Bei Rosen, Äpfeln, Gurken oder Salat gibt es Sorten mit ausgewiesener Widerstandsfähigkeit gegen bestimmte Pilze.
  • Hygiene. Befallene Blätter, Früchte und Triebe entfernen, Falllaub kranker Pflanzen nicht kompostieren, Schnittwerkzeug nach dem Schnitt kranker Pflanzen reinigen.
  • Fruchtwechsel im Gemüsebeet, damit sich bodenbürtige Erreger nicht anreichern.

Wie Mischkultur die Gesundheit im Gemüsebeet fördern kann, erklärt der Beitrag Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur. Ob Knoblauch zwischen Erdbeeren oder Rosen Pilze fernhält, ist dagegen nicht belegt; schaden tut er nicht.

Pflanzenstärkung und Pflanzenschutzmittel

Pflanzenauszüge wie Schachtelhalm werden traditionell eingesetzt, um das Blattgewebe zu festigen und Pilzen vorzubeugen. Sie wirken, wenn überhaupt, nur vorbeugend und nie so sicher wie ein zugelassenes Mittel. Wie man einen Schachtelhalm-Auszug ansetzt, zeigt der Beitrag Schachtelhalm-Jauche selber herstellen.

Reichen Vorbeugung und Hygiene nicht aus, stehen zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten zur Verfügung, etwa auf Basis von Schwefel gegen Echten Mehltau oder Kupfer gegen verschiedene Blattkrankheiten. Wichtig: nur Mittel verwenden, die für die jeweilige Pflanze und Krankheit zugelassen sind, die Gebrauchsanweisung genau befolgen und bei Obst und Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte einhalten. Auf Wegen und anderen befestigten Flächen ist jede Anwendung verboten.

Pilze an Kübelpflanzen: Oliven und Azaleen

Kübelpflanzen stehen oft an ungünstigen Plätzen und überwintern in feuchter Luft, deshalb sind sie besonders anfällig. Am Olivenbaum ist die Augenfleckenkrankheit der häufigste Schadpilz; sie zeigt sich an runden, dunklen Flecken mit hellem Rand und ist im Beitrag Die Augenfleckenkrankheit beim Olivenbaum ausführlich beschrieben. Auch Oleander leidet in nassen Sommern unter Blattflecken, siehe Krankheiten beim Oleander.

Azaleen und Rhododendren werden unter anderem von Blattfleckenpilzen, Grauschimmel an den Blüten und Wurzelfäule bei Staunässe befallen. Die Knospenbräune, bei der Blütenknospen braun werden und schwarze Borsten tragen, wird durch einen Pilz verursacht, den die Rhododendronzikade überträgt. Befallene Knospen brechen Sie aus und entsorgen sie im Restmüll. Mehr zur Pflege lesen Sie unter Zwerg- und Duft-Azaleen.

Häufige Fragen

Welche Pilze sind im Garten schädlich?

Die häufigsten Schadpilze sind Echter und Falscher Mehltau, Rostpilze, Grauschimmel, Sternrußtau an Rosen, Monilia an Obstbäumen und an Gehölzen Hallimasch und Schwefelporling. Die meisten Hutpilze im Rasen sind dagegen harmlos und zersetzen nur totes Material.

Darf man pilzbefallenes Laub kompostieren?

Besser nicht. Viele Erreger überdauern im Kompost, weil der Hausgartenkompost selten heiß genug wird. Befallenes Laub gehört in den Restmüll.

Was hilft gegen Pilzbefall am Olivenbaum?

Befallene Blätter entfernen, den Baum luftig und regengeschützt stellen und nur auf die Erde gießen. Bei starkem Befall kommt ein zugelassenes kupferhaltiges Mittel infrage.

Sind Pilze am Baumstamm gefährlich?

Konsolenpilze und Hutpilze am Stamm zeigen oft Fäule im Holz an. Lassen Sie die Standsicherheit prüfen, vor allem bei Bäumen an Wegen oder Gebäuden.

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