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Garten-Ratgeber

Maulwürfe aus dem Garten vertreiben

Schädlinge & Krankheitenvon Kathrin Schendel5 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum der Maulwurf eigentlich ein Gewinn ist
  2. Maulwurf oder Wühlmaus? So unterscheiden Sie die Hügel
  3. Was das Gesetz erlaubt
  4. Gerüche: die klassische Methode
  5. Geräusche und Vibrationen
  6. Hügel einebnen und die Erde nutzen
  7. Dauerhafter Schutz: die Barriere
  8. Und wenn es eine Wühlmaus ist?
  9. Pflanzen, die Maulwürfe angeblich vertreiben
  10. Häufige Fragen

Einen Maulwurf dürfen Sie nicht fangen, verletzen oder töten – er ist in Deutschland besonders geschützt. Erlaubt ist, ihn sanft zu vergrämen, also mit Gerüchen, Geräuschen und Störungen dazu zu bringen, freiwillig weiterzuziehen. Das gelingt nicht immer schnell, aber oft. Bevor Sie etwas tun, lohnt ein genauer Blick: Viele vermeintliche Maulwurfshügel stammen von Wühlmäusen, und für die gelten ganz andere Regeln.

Frische Maulwurfshügel auf einer Rasenfläche im Herbstlicht
Frische Maulwurfshügel auf einer Rasenfläche im Herbstlicht

Warum der Maulwurf eigentlich ein Gewinn ist

Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) ist ein reiner Fleischfresser. Er ernährt sich von Regenwürmern, Insektenlarven, Engerlingen, Drahtwürmern und Schnecken. Pflanzen und Wurzeln frisst er nicht. Durch sein Gangsystem lockert und belüftet er den Boden, und wo er lebt, gibt es in der Regel viele Regenwürmer – ein Zeichen für gesunden Boden.

Ärgerlich sind nur die Hügel. Sie entstehen, wenn der Maulwurf beim Graben überschüssige Erde nach oben drückt. Auf dem Rasen stören sie beim Mähen, in frisch angelegten Beeten können sie Sämlinge verschütten, und junge Pflanzen hängen manchmal über einem Gang in der Luft. Besonders aktiv ist der Maulwurf im Frühjahr und im Herbst, wenn der Boden feucht und leicht zu graben ist.

Maulwurf oder Wühlmaus? So unterscheiden Sie die Hügel

MerkmalMaulwurfWühlmaus
Hügelformhoch, rund, kegelförmigflach, länglich, unregelmäßig
Lage des Gangsmittig unter dem Hügelseitlich neben dem Hügel
Pflanzenrestekeineoft Wurzel- und Pflanzenteile in der Erde
Gangquerschnittquerovalhochoval
Schaden an Pflanzenkeiner durch Fraßangefressene Wurzeln, Knollen, Zwiebeln
Rechtlicher Statusbesonders geschütztnicht geschützt

Eine zuverlässige Probe ist die Verwühlprobe: Legen Sie einen Gang auf etwa 30 cm Länge frei. Eine Wühlmaus verschließt die Öffnung meist innerhalb weniger Stunden wieder. Ein Maulwurf lässt sie oft offen oder untergräbt die Stelle einfach. Welken Pflanzen plötzlich und lassen sich mühelos aus der Erde ziehen, weil die Wurzeln abgefressen sind, ist es fast sicher eine Wühlmaus.

Was das Gesetz erlaubt

Der Maulwurf zählt nach dem Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit der Bundesartenschutzverordnung zu den besonders geschützten Arten. Verboten ist, ihm nachzustellen, ihn zu fangen, zu verletzen oder zu töten und seine Baue zu zerstören. Das gilt auch für Lebendfallen, denn schon das Fangen ist untersagt, und in Fallen verenden die Tiere schnell. Giftgas, Karbid oder Abgase in den Gängen sind ebenfalls tabu. Ausnahmen kann nur die Untere Naturschutzbehörde genehmigen, etwa wenn ein Deich oder eine Sportanlage gefährdet ist – für einen gepflegten Rasen gibt es sie nicht.

Vergrämen ist dagegen zulässig, solange das Tier dabei nicht zu Schaden kommt. Verstöße können mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.

Gerüche: die klassische Methode

Maulwürfe sehen fast nichts, riechen aber ausgezeichnet. Viele Gärtner bringen deshalb stark riechende Stoffe in die Gänge ein, zum Beispiel:

  • Buttermilch oder saure Milch
  • Knoblauch- oder Zwiebelstücke
  • zerkleinerte Zweige von Holunder oder Walnuss
  • Tierhaare, etwa aus der Hundebürste
  • im Fachhandel erhältliche Vergrämungsmittel mit Duftstoffen

So gehen Sie vor: Öffnen Sie die Gänge an mehreren Stellen im Abstand von einigen Metern, geben Sie den Duftstoff hinein und verschließen Sie die Öffnung wieder. Arbeiten Sie flächendeckend, sonst zieht der Maulwurf nur in einen anderen Teil des Gartens. Frischen Sie die Duftquellen einmal pro Woche auf, weil Regen und Zeit die Wirkung schwächen. Nach zwei bis drei Wochen sollte sich zeigen, ob die Methode anschlägt. Stoffe, die Boden oder Grundwasser belasten, etwa Benzin, Karbid oder Chemikalien, haben im Garten nichts verloren.

Geräusche und Vibrationen

Maulwürfe reagieren empfindlich auf Erschütterungen im Boden. Darauf beruhen einige Hausmittel:

  • Flaschen, schräg in die Erde gesteckt, erzeugen bei Wind einen Pfeifton.
  • Windräder auf Metallstäben übertragen Vibrationen in den Boden.
  • Solarbetriebene Geräte geben in Abständen Summtöne oder Vibrationen ab. Ihre Wirkung ist umstritten; manche Maulwürfe ziehen um, andere gewöhnen sich daran.

Geräusche wirken am ehesten in Kombination mit Gerüchen und regelmäßiger Störung. Spielende Kinder und häufiges Betreten des Rasens tragen übrigens auch ihren Teil bei.

Hügel einebnen und die Erde nutzen

Wer die Hügel täglich mit dem Rechen verteilt und leicht festtritt, stört den Maulwurf und hält gleichzeitig den Rasen mähbar. Die Maulwurfserde ist fein, locker und frei von Wurzeln – sie eignet sich hervorragend als Anzuchterde oder zum Ausbessern kahler Rasenstellen. Viele Gärtner sammeln sie im Frühjahr gezielt ein.

Dauerhafter Schutz: die Barriere

Die einzig wirklich zuverlässige Lösung ist eine mechanische Sperre. Beim Neuanlegen eines Rasens oder beim Verlegen von Rollrasen lässt sich ein engmaschiges Maulwurfsnetz wenige Zentimeter unter der Oberfläche einbauen. Der Maulwurf kann darunter weiter jagen, aber keine Hügel mehr aufwerfen. Für bestehende Flächen ist das aufwendig; für einzelne Beete kann eine senkrecht eingegrabene Sperre aus Drahtgeflecht helfen, die etwa 50 cm tief reicht.

Tipps für einen dichten, strapazierfähigen Rasen, der Hügel besser verkraftet, finden Sie unter Rasen ohne Unkraut.

Und wenn es eine Wühlmaus ist?

Wühlmäuse, genauer die Schermaus (Arvicola), sind im Garten echte Schädlinge: Sie fressen Wurzeln von Obstbäumen, Rosen, Möhren, Kartoffeln und Blumenzwiebeln. Sie stehen nicht unter Schutz. Neben Gerüchen helfen hier Drahtkörbe beim Pflanzen von Obstbäumen und Zwiebeln sowie zugelassene Fallen, die im Fachhandel erhältlich sind. Fallen dürfen nur eingesetzt werden, wenn sicher feststeht, dass kein Maulwurf in den Gängen lebt. Gute Verbündete sind Greifvögel, Eulen, Mauswiesel und Katzen. Mehr zu schonenden Methoden lesen Sie unter Schädlingsbekämpfung im Garten.

Pflanzen, die Maulwürfe angeblich vertreiben

Kaiserkronen, Knoblauch, Wolfsmilch und Lilien werden oft als natürliche Maulwurfsabwehr empfohlen. Belegt ist die Wirkung nicht; im besten Fall verschieben sie den Maulwurf ein paar Meter. Als Teil eines abwechslungsreichen Beets schaden sie aber nicht. Achtung: Die Kreuzblättrige Wolfsmilch ist giftig und sollte nicht dort wachsen, wo Kinder spielen. Ideen für Zwiebelblumen finden Sie unter Blumenzwiebeln für einen bunten Garten.

Häufige Fragen

Was vertreibt Maulwürfe am schnellsten?

Eine Kombination aus Gerüchen in den Gängen, Vibrationen und täglichem Einebnen der Hügel. Garantien gibt es nicht; oft zieht der Maulwurf nach einigen Wochen weiter. Dauerhaft hilft nur ein Maulwurfsnetz unter dem Rasen.

Darf ich einen Maulwurf mit einer Lebendfalle fangen?

Nein. Schon das Fangen ist nach Naturschutzrecht verboten, auch wenn Sie das Tier anschließend aussetzen wollen. Ausnahmen genehmigt nur die Naturschutzbehörde.

Wie erkenne ich den Unterschied zu Wühlmäusen?

Maulwurfshügel sind hoch und rund, der Gang liegt mittig darunter. Wühlmaushügel sind flacher, der Gang mündet seitlich, und in der Erde finden sich Pflanzenreste.

Kommt der Maulwurf wieder?

Häufig ja, denn sein Revier ist groß und ein freies Revier wird bald neu besetzt. Deshalb lohnt sich bei empfindlichen Rasenflächen eine dauerhafte Barriere.

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