Erdbeeren im August pflanzen

Inhalt10 Abschnitte
- Warum der Spätsommer der beste Pflanztermin ist
- Frigo-Pflanzen, Topfpflanzen oder eigene Ableger
- Ableger von eigenen Pflanzen bewurzeln
- Standort und Fruchtwechsel
- Das Beet vorbereiten
- Pflanzabstand und Pflanztiefe: das Herz bleibt frei
- Gießen und Pflege in den ersten Wochen
- Erdbeeren im Topf und auf dem Balkon
- Schädlinge im Blick behalten
- Häufige Fragen
Der beste Zeitpunkt, um einmaltragende Erdbeeren zu pflanzen, ist Mitte Juli bis Ende August. Pflanzen, die jetzt in die Erde kommen, wurzeln bis zum Herbst gut ein, legen ihre Blüten für das nächste Jahr an und bringen im folgenden Juni bereits eine volle Ernte. Wer erst im Oktober oder im Frühjahr pflanzt, muss sich im ersten Jahr mit deutlich weniger Früchten begnügen.
Warum der Spätsommer der beste Pflanztermin ist
Einmaltragende Gartenerdbeeren sind sogenannte Kurztagspflanzen. Ihre Blütenknospen für das nächste Jahr entstehen im Spätsommer und Herbst, wenn die Tage kürzer und die Nächte kühler werden. Damit das gelingt, muss die Pflanze zu diesem Zeitpunkt bereits gut eingewurzelt sein und mehrere kräftige Blätter haben. Je besser eine Erdbeere bis Ende September entwickelt ist, desto mehr Blüten legt sie an – und desto größer fällt die erste Ernte aus.
Im Juli und August ist der Boden warm, die Wurzeln wachsen schnell, und bis zu den ersten Frösten bleiben noch zwei bis drei Monate Zeit. Eine Pflanzung im September ist noch möglich, bringt aber meist weniger Ertrag im ersten Jahr. Im Frühjahr gesetzte einmaltragende Erdbeeren tragen im ersten Sommer nur wenig.
Anders ist es bei mehrmals tragenden Sorten und Monatserdbeeren: Sie bilden ihre Blüten fortlaufend und können auch im Frühjahr gepflanzt werden. Die Unterschiede zwischen den Sortengruppen stehen unter Die richtige Pflege von Erdbeerpflanzen.
Frigo-Pflanzen, Topfpflanzen oder eigene Ableger
Im Handel gibt es Erdbeeren vor allem in zwei Formen. Frigo-Pflanzen werden im Winter wurzelnackt aus dem Feld gerodet und bei knapp unter 0 °C gelagert. Sie werden meist von Frühjahr bis Sommer gepflanzt, treiben dann schnell aus und bringen je nach Pflanztermin bereits im selben Jahr eine Ernte. Topfpflanzen (auch Grünpflanzen genannt) sind im Sommer aus Ausläufern bewurzelte Jungpflanzen mit Erdballen. Sie wachsen nach dem Pflanzen fast ohne Stillstand weiter und sind für eine Pflanzung im August die sicherere Wahl.
| Pflanzenart | Typischer Pflanztermin | Vorteile | Nachteile |
| Frigo-Pflanze | Frühjahr bis Sommer | günstig, Ernte oft im selben Jahr | wurzelnackt, muss sofort gepflanzt und gut gewässert werden |
| Topfpflanze | Juli bis September | wächst schnell an, verzeiht Hitze besser | teurer je Pflanze |
| eigener Ableger | Juli bis August | kostenlos, eigene bewährte Sorte | überträgt Krankheiten der Mutterpflanze |
Kaufen Sie möglichst zertifizierte, virusfreie Pflanzen aus einer Baumschule oder Gärtnerei. Eine Erdbeere, die mit Virosen oder Wurzelkrankheiten ins Beet kommt, verseucht es für Jahre.
Ableger von eigenen Pflanzen bewurzeln
Gesunde, ertragreiche Mutterpflanzen bilden im Sommer reichlich Ausläufer. Nutzen Sie nur die erste, dem Mutterstock nächste Tochterpflanze eines Ausläufers; sie ist am kräftigsten. So gehen Sie vor:
- Kräftige Mutterpflanze wählen. Nur Pflanzen ohne Blattflecken, ohne verkrüppelte Blätter und mit gutem Ertrag im laufenden Jahr.
- Topf eingraben. Einen kleinen Topf mit Erde neben der Pflanze in den Boden setzen und die Tochterpflanze darauf legen.
- Festhalten. Mit einem Draht- oder Holzhaken fixieren, sodass die Wurzelansätze Erdkontakt haben. Den Ausläufer hinter der Tochterpflanze abschneiden.
- Feucht halten. Nach drei bis vier Wochen hat sich ein fester Wurzelballen gebildet.
- Abtrennen und pflanzen. Die Verbindung zur Mutterpflanze kappen und die Jungpflanze ins neue Beet setzen.
Mehr als drei bis fünf Ableger je Mutterpflanze sollten Sie nicht ziehen; die übrigen Ausläufer werden entfernt, damit die Mutterpflanze selbst Kraft behält.
Standort und Fruchtwechsel
Erdbeeren brauchen einen sonnigen Platz und einen humosen, lockeren, gut durchlässigen Boden mit leicht saurem pH-Wert von etwa 5,5–6,5. Staunässe führt zu Wurzelfäule. Der wichtigste Punkt ist aber der Fruchtwechsel: Pflanzen Sie Erdbeeren nie dort, wo in den letzten vier Jahren schon Erdbeeren standen. Auf solchen Flächen reichern sich Bodenpilze wie Verticillium und Wurzelfäuleerreger sowie Nematoden an; die neuen Pflanzen wachsen dann schlecht, man spricht von Bodenmüdigkeit.
Auch Kartoffeln und Tomaten sind als Vorfrucht ungünstig, weil sie ebenfalls von Verticillium befallen werden. Gute Vorfrüchte sind Zwiebeln, Salate, Bohnen oder eine Gründüngung. Wer im Juli ein Beet räumt, kann bis zur Pflanzung eine schnell wachsende Gründüngung einsäen oder die Fläche einfach vorbereiten.
Das Beet vorbereiten
Entfernen Sie Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch gründlich; zwischen Erdbeeren lassen sie sich später kaum noch herauslösen. Lockern Sie den Boden spatentief und arbeiten Sie 3–4 Liter reifen Kompost je Quadratmeter ein. Frischer Mist gehört nicht in ein neues Erdbeerbeet. Schwere Böden verbessern Sie mit Sand und Kompost oder legen die Reihen auf flachen Dämmen an, damit Wasser abläuft. Anschließend lassen Sie den Boden ein paar Tage setzen.
Pflanzabstand und Pflanztiefe: das Herz bleibt frei
Setzen Sie die Pflanzen in der Reihe im Abstand von 25–30 cm, zwischen den Reihen 60–80 cm. Bei Beeten mit Doppelreihen stehen je zwei Reihen im Abstand von etwa 30–40 cm, dazwischen bleibt ein Pfad. Der Platz ist wichtig: Eng stehende Pflanzen trocknen nach Regen schlecht ab, und Grauschimmel hat leichtes Spiel.
Die Pflanztiefe entscheidet über das Anwachsen. Das Herz, also der Vegetationspunkt in der Mitte, aus dem die neuen Blätter kommen, muss genau auf Höhe der Erdoberfläche sitzen. Liegt es zu tief, fault es; steht die Pflanze zu hoch, vertrocknen die oberen Wurzeln. Bei Topfpflanzen setzen Sie den Ballen so, dass seine Oberfläche mit dem Beet abschließt. Bei wurzelnackten Pflanzen die Wurzeln senkrecht und ohne Knick ins Pflanzloch hängen, gegebenenfalls auf etwa 10 cm einkürzen, dann Erde einfüllen und andrücken.
Gießen und Pflege in den ersten Wochen
Direkt nach dem Pflanzen durchdringend angießen. In den ersten zwei bis drei Wochen darf das Beet nicht austrocknen; in heißen Augustwochen heißt das: alle ein bis zwei Tage gießen, möglichst morgens und direkt an den Fuß der Pflanze, nicht über die Blätter. Danach genügt ein- bis zweimaliges gründliches Gießen pro Woche, sofern es nicht regnet. Eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub hält die Feuchtigkeit im Boden.
Ausläufer, die die jungen Pflanzen im Herbst noch bilden, schneiden Sie ab – sie kosten Kraft, die in die Blütenanlage fließen soll. Gedüngt wird im Herbst nicht mehr mit Stickstoff; der Kompost aus der Beetvorbereitung reicht. Winterschutz ist bei eingewachsenen Pflanzen nicht nötig, nur bei Kahlfrost ohne Schnee schützt eine lockere Lage Reisig. Stroh unter die Früchte legen Sie erst im Frühjahr zur Blüte. Wie es im zweiten Jahr weitergeht – Düngen, Ernte, Schnitt nach der Ernte – steht unter Die richtige Pflege von Erdbeerpflanzen.
Erdbeeren im Topf und auf dem Balkon
Auch Balkonerdbeeren setzen Sie am besten jetzt, damit sie im nächsten Frühjahr kräftig starten. Allerdings brauchen Töpfe und Kästen im Winter mehr Schutz als ein Gartenbeet, weil der Wurzelballen durchfrieren kann. Welche Gefäße und Sorten sich eignen und wie die Überwinterung gelingt, erklärt Erdbeeren auf dem Balkon anpflanzen.
Schädlinge im Blick behalten
Frisch gepflanzte Erdbeeren sind vor allem für Schnecken ein Festessen, in feuchten Spätsommernächten besonders. Kontrollieren Sie das Beet in den ersten Wochen abends und sammeln Sie die Tiere ab. Der Erdbeerblütenstecher wird erst im nächsten Frühjahr zur Blüte zum Thema: Der kleine Rüsselkäfer legt seine Eier in die Knospen und knickt dann den Blütenstiel an. Was dagegen hilft, steht unter Erdbeerblütenstecher sind wieder unterwegs. Weitere Arbeiten im Obst- und Gemüsegarten dieses Monats finden Sie unter Der Garten im August.
Häufige Fragen
Kann man im September noch Erdbeeren pflanzen?
Ja, bis etwa Mitte September gelingt das noch gut, vor allem mit Topfpflanzen. Die erste Ernte fällt dann meist etwas kleiner aus als nach einer Pflanzung im Juli oder August.
Wie lange trägt ein Erdbeerbeet?
Gut sind in der Regel zwei bis drei Erntejahre. Danach lassen Menge und Fruchtgröße nach, und das Beet sollte an anderer Stelle neu angelegt werden.
Kann man Erdbeeren auch im April pflanzen?
Ja, besonders mehrmals tragende Sorten und Frigo-Pflanzen. Einmaltragende Sorten bringen nach einer Frühjahrspflanzung im ersten Jahr aber nur wenig Ertrag.
Warum dürfen Erdbeeren nicht auf dasselbe Beet?
Weil sich im Boden Krankheitserreger und Nematoden anreichern, die speziell Erdbeeren schaden. Nach etwa vier Jahren Pause mit anderen Kulturen ist die Fläche wieder nutzbar.



