Was kann man im August noch säen und pflanzen?

Inhalt11 Abschnitte
- Was im August noch gelingt – und was nicht mehr
- Die Übersicht: säen und pflanzen im August
- Feldsalat, Spinat und Winterportulak für die kalte Jahreszeit
- Schnell geerntet: Radieschen, Rucola und Asiasalate
- Jungpflanzen setzen: Endivie, Chinakohl, Kohlrabi
- Zwiebeln und Kräuter für den Winter
- Zweijährige Sommerblumen und Stauden
- Zwiebelblumen, die schon im August in die Erde gehören
- Leere Beete: Gründüngung statt nackter Erde
- So gelingt die Aussaat in der Augusthitze
- Häufige Fragen
Im August ist die Saison noch lange nicht vorbei: Feldsalat, Spinat, Radieschen, Rucola, Asiasalate, Winterportulak und Winterzwiebeln lassen sich jetzt säen, Endivien, Chinakohl und Kohlrabi als Jungpflanzen setzen. Im Ziergarten ist der August die Pflanzzeit für Madonnenlilien, herbstblühende Krokusse und die vorgezogenen Zweijährigen wie Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht. Was dagegen nicht mehr lohnt, sind wärmebedürftige Kulturen wie Bohnen, Gurken oder Zucchini.
Was im August noch gelingt – und was nicht mehr
Die Frage ist im August immer dieselbe: Reicht die Zeit bis zum Frost, und kommt die Pflanze mit den kürzer werdenden Tagen zurecht? Ab Mitte August nimmt die Tageslänge spürbar ab, das Wachstum verlangsamt sich, und ab Oktober ist in vielen Gegenden mit ersten Nachtfrösten zu rechnen. Geeignet sind deshalb Kulturen, die entweder schnell fertig sind (Radieschen, Rucola, Asiasalate) oder Kälte gut vertragen und im Winter oder Frühjahr geerntet werden (Feldsalat, Spinat, Winterportulak, Winterzwiebeln).
Eine Faustregel: Addieren Sie die Kulturdauer auf der Samentüte zum Aussaattag. Liegt das Ergebnis nach Ende Oktober und ist die Kultur nicht frosthart, wird es knapp. Buschbohnen etwa brauchen 10–12 Wochen – im August gesät, erfrieren sie meist vor der Ernte.
Die zweite Hürde ist die Hitze. Feldsalat, Spinat und Salat keimen schlecht, wenn der Boden über etwa 20–22 °C warm ist. In einem heißen August säen Sie diese Arten deshalb besser in der zweiten Monatshälfte oder schaffen sich kühlere Bedingungen (siehe den Abschnitt zur Aussaat in der Hitze).
Die Übersicht: säen und pflanzen im August
| Kultur | Wie | Zeitraum | Ernte / Blüte |
| Feldsalat | säen | ganzer August bis September | Oktober bis März |
| Spinat | säen | Mitte bis Ende August | Oktober bis November, als Winterspinat im Frühjahr |
| Winterportulak | säen | Ende August bis Oktober | Oktober bis April |
| Radieschen | säen | August bis Mitte September | nach 4–6 Wochen |
| Rucola, Asiasalate, Pak Choi | säen | August bis Anfang September | nach 4–8 Wochen |
| Winterzwiebeln, Winterheckzwiebeln | säen | Mitte bis Ende August | Juni des Folgejahres |
| Petersilie, Kerbel | säen | August | Herbst und Frühjahr |
| Endivie, Zuckerhut | pflanzen | bis Mitte August | Oktober bis November |
| Chinakohl, Kohlrabi | pflanzen | Anfang August | Oktober |
| Erdbeeren | pflanzen | ganzer August | Juni des Folgejahres |
| Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht, Bartnelken | Jungpflanzen setzen | August bis September | Frühjahr bis Frühsommer |
| Madonnenlilie | pflanzen | August | Juni bis Juli |
| Herbstkrokus, Herbstzeitlose | pflanzen | August | September bis Oktober |
Feldsalat, Spinat und Winterportulak für die kalte Jahreszeit
Feldsalat ist der Klassiker für die Augustaussaat. Säen Sie ihn in Reihen mit 10–15 cm Abstand und etwa 1 cm tief; der Boden sollte feinkrümelig und leicht angedrückt sein. Die Keimung dauert bei warmem Boden oft zwei Wochen und länger. Früh gesäter Feldsalat wird ab Oktober geerntet, Aussaaten aus dem September überwintern und liefern im zeitigen Frühjahr. Wer ab Mitte August alle zwei bis drei Wochen eine Reihe sät, hat den ganzen Winter über Nachschub. Auf festem Boden bilden sich übrigens sauberere Rosetten als auf frisch gelockertem – deshalb wird die Saatfläche nach dem Säen angedrückt oder gewalzt.
Spinat für die Herbsternte kommt Mitte bis Ende August in die Erde, 2–3 cm tief, Reihenabstand 20–25 cm. Frühere Aussaaten schießen bei langen Tagen gern in Blüte. Sorten für die Überwinterung sät man eher im September.
Winterportulak (Claytonia perfoliata), auch Postelein genannt, ist ein milder Blattsalat, der erst bei kühlen Temperaturen richtig keimt. Ende August ist deshalb der früheste sinnvolle Termin. Er verträgt deutliche Fröste und lässt sich bis ins Frühjahr immer wieder schneiden.
Schnell geerntet: Radieschen, Rucola und Asiasalate
Radieschen sind im August nach vier bis sechs Wochen erntereif. Bei Trockenheit werden sie holzig und scharf, gleichmäßige Feuchtigkeit ist hier wichtiger als alles andere. Rucola, Mizuna, Blattsenf, Tatsoi und Pak Choi wachsen ähnlich schnell und schießen im Spätsommer weniger in Blüte als im Frühsommer, weil die Tage kürzer werden. Sie eignen sich gut als Lückenfüller zwischen später räumenden Kulturen. Blattsenf und Rucola sind Kreuzblütler und werden gern von Erdflöhen angefressen – ein Kulturschutznetz direkt nach der Saat hält sie fern.
Jungpflanzen setzen: Endivie, Chinakohl, Kohlrabi
Für eine eigene Aussaat ist es bei diesen Kulturen im August meist zu spät, als Jungpflanze gelingen sie aber noch. Endivien und Zuckerhut setzen Sie bis Mitte August im Abstand von 30 × 30 cm; sie vertragen leichte Fröste und werden im Oktober und November geerntet. Chinakohl und schnellwachsende Kohlrabisorten kommen Anfang August ins Beet. Chinakohl braucht gleichmäßig Wasser, sonst schießt er. Alles, was im Juli gesät wird und jetzt ausgepflanzt werden kann, steht unter Juli-Aussaat: Gemüse, Salat und Kräuter.
Zwiebeln und Kräuter für den Winter
Winterzwiebeln und Winterheckzwiebeln werden Mitte bis Ende August gesät. Die Jungpflanzen überwintern im Beet und liefern ab Juni die ersten frischen Zwiebeln, deutlich vor den Frühjahrssaaten. Steckzwiebeln für die Überwinterung und Knoblauch kommen dagegen erst im September und Oktober in die Erde, siehe Zwiebeln im Garten anbauen und den Garten-Kalender für September.
Petersilie, im August gesät, bildet bis zum Winter kräftige Pflanzen und treibt im Frühjahr früh wieder aus, bevor sie im zweiten Jahr blüht. Kerbel keimt ebenfalls gut im Spätsommer und liefert bis zum Frost Blätter.
Zweijährige Sommerblumen und Stauden
Stiefmütterchen, Hornveilchen, Vergissmeinnicht, Bartnelken, Goldlack und Marienglockenblumen werden im Juni und Juli gesät und im August und September an ihren endgültigen Platz gesetzt. Sie bilden im Herbst eine Blattrosette, überwintern und blühen im nächsten Frühjahr oder Frühsommer. Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht lassen sich Anfang August auch noch direkt säen, dann werden die Pflanzen etwas kleiner.
Stauden aus dem Container können Sie jetzt gut setzen, solange Sie in den ersten Wochen gießen. Bartiris wird im Juli und August geteilt; die Rhizome liegen dabei nur zur Hälfte in der Erde. Pfingstrosen pflanzt und teilt man ab Ende August bis Oktober.
Zwiebelblumen, die schon im August in die Erde gehören
Die Madonnenlilie (Lilium candidum) ist die Ausnahme unter den Lilien: Sie wird im August gepflanzt, und zwar flach, nur 2–3 cm mit Erde bedeckt, an einem sonnigen Platz mit kalkhaltigem Boden. Sie treibt noch im Herbst eine Blattrosette und blüht im folgenden Frühsommer. Mehr zu den übrigen Arten steht unter Pflanzen und Pflege von Lilien.
Herbstblühende Krokusse und die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) blühen wenige Wochen nach dem Setzen, meist im September und Oktober. Die Herbstzeitlose ist in allen Teilen stark giftig, auch für Hunde, Katzen und Weidetiere. Die Kaiserkrone sollte ab Ende August gepflanzt werden, weil ihre großen Zwiebeln beim Lagern schnell austrocknen; die übrigen Frühlingszwiebeln wie Tulpen und Narzissen folgen im September und Oktober.
Leere Beete: Gründüngung statt nackter Erde
Beete, die bis zum nächsten Frühjahr nicht mehr gebraucht werden, bleiben besser nicht kahl liegen. Phacelia, Gelbsenf, Buchweizen oder Winterroggen schützen den Boden vor Auswaschung, lockern ihn mit ihren Wurzeln und liefern Humus. Senf und Ölrettich sind Kreuzblütler und passen nicht vor Kohl. Welche Mischung zu welcher Fruchtfolge passt, steht ausführlich unter Gründüngung im August ausbringen.
So gelingt die Aussaat in der Augusthitze
- Abends säen. Die Saat startet mit kühleren Stunden, der Boden verliert über Nacht Wärme.
- Saatrille vorher wässern. Die Rille einmal kräftig einschlämmen, dann säen und mit trockener Erde bedecken – so verkrustet die Oberfläche nicht.
- Schattieren. Ein Brett, ein Vlies oder ein Schattiernetz über der Saatreihe hält den Boden einige Grad kühler. Das Brett nach dem Keimen sofort entfernen.
- Gleichmäßig feucht halten. Keimende Samen, die einmal austrocknen, sind verloren. Lieber täglich wenig gießen, bis die Keimlinge sichtbar sind.
- Frühzeitig vereinzeln. Zu dicht stehende Sämlinge konkurrieren um Wasser und bleiben klein.
Für Feldsalat und Spinat können Sie das Saatgut vor der Aussaat einen Tag im Kühlschrank lagern; das hilft bei den ersten heißen Augustwochen allerdings nur begrenzt. Zuverlässiger ist es, auf einen kühleren Abschnitt zu warten.
Welche Pflegearbeiten neben der Aussaat im August anstehen, finden Sie unter Der Garten im August. Was im Frühsommer gesät wurde, steht unter Was kann man im Juni säen und pflanzen?.
Häufige Fragen
Was kann man im August noch aussäen?
Feldsalat, Spinat, Winterportulak, Radieschen, Rucola, Asiasalate, Pak Choi, Winterzwiebeln, Petersilie und Kerbel. Dazu kommt Gründüngung auf freien Beeten und ab Ende August Rasen.
Kann man im August noch Bohnen säen?
In der Regel nicht mehr. Buschbohnen brauchen 10–12 Wochen bis zur Ernte und vertragen keinen Frost. Späteste Aussaat ist etwa Anfang Juli.
Welche Blumen pflanzt man im August?
Madonnenlilien, herbstblühende Krokusse, Herbstzeitlosen, Kaiserkronen (ab Ende August), zweijährige Frühjahrsblüher wie Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht sowie Stauden aus dem Container.
Bis wann kann man Feldsalat säen?
Bis Ende September. Späte Aussaaten wachsen vor dem Winter nur noch wenig, überwintern aber und werden im zeitigen Frühjahr geerntet.



