Was kann man im Juni säen und pflanzen?

Inhalt11 Abschnitte
- Woran Sie erkennen, ob eine Aussaat noch lohnt
- Die Juni-Aussaat im Überblick
- Bohnen, Zucchini und Gurken: die Wärmeliebenden ins Beet
- Salat, Radieschen und Kohlrabi: kleine Sätze, dafür öfter
- Wurzelgemüse für Herbst und Lager: Möhren und Rote Bete
- Herbstgemüse: Fenchel, Endivie, Lauch und Kohl
- Jungpflanzen setzen: Tomaten, Paprika und Sellerie
- Kräuter im Juni säen und pflanzen
- Zweijährige Blumen für das nächste Frühjahr
- So gelingt die Aussaat bei Hitze
- Häufige Fragen
Im Juni können Sie noch erstaunlich viel säen: Buschbohnen, Möhren, Rote Bete, Mangold, Radieschen, Salate, Kohlrabi, Zucchini und Kürbis gehen direkt ins Beet, ab Mitte des Monats kommen Knollenfenchel, Endivie und Zuckerhut für den Herbst dazu. Tomaten, Gurken und Paprika als Jungpflanzen sollten bis Mitte Juni gesetzt sein. Im Blumengarten ist jetzt die Zeit für Zweijährige wie Bartnelke, Stockrose und Vergissmeinnicht, die im nächsten Jahr blühen.
Woran Sie erkennen, ob eine Aussaat noch lohnt
Die Frage ist im Juni nicht mehr, ob es warm genug ist, sondern ob die Zeit bis zum Herbst reicht. Schauen Sie auf die Kulturdauer auf der Samentüte und rechnen Sie vom Aussaattag aus. Buschbohnen brauchen rund zehn Wochen bis zur Ernte, Möhren je nach Sorte zwölf bis 16 Wochen, Radieschen vier. Solange die Ernte vor den ersten Frösten im Oktober liegt, lohnt die Aussaat.
Ein zweiter Punkt ist die Tageslänge. Einige Gemüse bilden bei langen Tagen rasch Blüten, statt Blätter oder Knollen: Spinat, Rucola, Radieschen und Chinakohl schießen im Juni leicht. Wählen Sie für diese Kulturen ausdrücklich sommertaugliche Sorten oder warten Sie mit Spinat und Chinakohl bis Ende Juli. Beim Knollenfenchel gilt dasselbe, weshalb er erst ab Mitte Juni gesät wird.
Die Juni-Aussaat im Überblick
| Kultur | Säen oder pflanzen | Zeitraum im Juni | Hinweis |
| Buschbohnen | säen | ganzer Monat | Ernte ab etwa August |
| Stangenbohnen | säen | bis Mitte Juni | brauchen lange Saison |
| Zucchini, Kürbis | säen oder pflanzen | Anfang Juni | viel Platz einplanen |
| Gurken | säen oder pflanzen | bis Mitte Juni | warmer, geschützter Platz |
| Möhren | säen | ganzer Monat | späte Sorten für das Lager |
| Rote Bete | säen | ganzer Monat | gut lagerfähig |
| Mangold | säen | ganzer Monat | Ernte bis in den Winter |
| Salate, Radieschen | säen | alle zwei Wochen | hitzetolerante Sorten wählen |
| Kohlrabi | säen oder pflanzen | ganzer Monat | gleichmäßig feucht halten |
| Knollenfenchel | säen | ab Mitte Juni | schossfeste Sorten |
| Endivie, Zuckerhut | säen | ab Mitte Juni | Herbst- und Wintersalat |
| Lauch (Winterlauch) | pflanzen | ganzer Monat | tief setzen |
| Grünkohl, Rosenkohl | pflanzen | Juni | Ernte nach dem ersten Frost |
| Tomaten, Paprika | pflanzen | bis Mitte Juni | letzte Gelegenheit |
Bohnen, Zucchini und Gurken: die Wärmeliebenden ins Beet
Bohnen sind die klassische Juni-Saat. Im warmen Boden keimen sie innerhalb einer Woche und wachsen ohne Stocken durch. Buschbohnen säen Sie in Reihen mit etwa 40 cm Abstand, alle 5–8 cm eine Bohne, 2–3 cm tief. Wer bis Anfang Juli alle drei Wochen eine neue Reihe sät, erntet über den ganzen Spätsommer frische Bohnen statt einer einzigen großen Schwemme. Stangenbohnen brauchen länger und sollten bis Mitte Juni im Boden sein. Rohe Bohnen sind giftig und müssen vor dem Verzehr gekocht werden. Mehr zur Kultur im Beitrag Bohnen im Garten.
Zucchini und Kürbisse können Sie Anfang Juni noch direkt säen: zwei bis drei Samen je Pflanzstelle, 2–3 cm tief, später den kräftigsten Keimling stehen lassen. Eine Zucchini braucht rund einen Quadratmeter, ein rankender Kürbis deutlich mehr. Gurken säen oder pflanzen Sie bis Mitte Juni an einen warmen, windgeschützten Platz. Die Pflege über den Sommer beschreibt der Beitrag Anbau und Pflege der Zucchini.
Salat, Radieschen und Kohlrabi: kleine Sätze, dafür öfter
Salate und Radieschen säen Sie im Sommer am besten in kleinen Mengen alle zwei Wochen. So bekommen Sie laufend frische Ware, und nichts schießt ungeerntet in die Höhe. Achten Sie auf Sorten, die ausdrücklich für den Sommeranbau gezüchtet sind. Viele Salate keimen schlecht, wenn der Boden über etwa 20 °C warm ist. Säen Sie deshalb abends, halten Sie die Saatrille feucht und schattieren Sie sie in den ersten Tagen mit einem Brett oder Vlies. Pflücksalate und Eichblattsalate kommen mit Hitze besser zurecht als Kopfsalat. Einen Anbauplan über die ganze Saison finden Sie im Beitrag Frischer Salat von März bis Oktober.
Kohlrabi lässt sich im Juni säen oder als Jungpflanze setzen. Er wird holzig, wenn er zwischendurch austrocknet, gleichmäßiges Gießen ist daher wichtiger als Dünger.
Wurzelgemüse für Herbst und Lager: Möhren und Rote Bete
Möhren, die im Juni gesät werden, sind die besten Lagermöhren. Wählen Sie späte Sorten, säen Sie sie 1–2 cm tief in Reihen mit 20–25 cm Abstand und vereinzeln Sie die Keimlinge später auf 3–5 cm. Möhren keimen langsam, zwei bis drei Wochen sind normal, und der Boden darf in dieser Zeit nicht austrocknen. Ein angenehmer Nebeneffekt der Juni-Saat: Die erste Generation der Möhrenfliege ist dann meist vorbei.
Rote Bete säen Sie im Juni für die Herbsternte und zum Einlagern. Jedes Samenkorn ist eigentlich ein Knäuel aus mehreren Samen, deshalb wachsen oft zwei bis vier Pflänzchen dicht beieinander. Vereinzeln Sie auf etwa 10 cm Abstand. Anleitung und Sorten stehen im Beitrag Rote Beete im Garten anpflanzen. Mangold säen Sie ebenfalls den ganzen Juni über, er liefert Blätter bis zu den ersten stärkeren Frösten.
Herbstgemüse: Fenchel, Endivie, Lauch und Kohl
Ab Mitte Juni beginnt die Aussaat für den Herbst. Knollenfenchel gesät nach dem längsten Tag des Jahres bildet zuverlässig Knollen, früher gesät schießt er gern. Er braucht nährstoffreichen, stets feuchten Boden. Mehr dazu im Beitrag Gemüsefenchel aus dem Garten. Endivie und Zuckerhut säen Sie ab Mitte Juni als robuste Salate für Oktober und November.
Winterlauch pflanzen Sie im Juni als Jungpflanzen. Setzen Sie sie tief in 10–15 cm tiefe Löcher und gießen Sie sie nur ein, ohne die Löcher mit Erde zu füllen. So entsteht ein langer, weißer Schaft. Grünkohl- und Rosenkohljungpflanzen gehören ebenfalls in den Juni, damit sie bis zum Herbst kräftig werden. Beide schmecken erst nach Frost richtig mild.
Jungpflanzen setzen: Tomaten, Paprika und Sellerie
Tomaten und Paprika, die noch in Töpfen stehen, sollten bis Mitte Juni ins Beet. Später gesetzte Pflanzen tragen zwar noch, reifen aber oft nicht mehr vollständig aus. Tomaten setzen Sie etwas tiefer als im Topf; am eingegrabenen Stängel bilden sich zusätzliche Wurzeln. Auch Knollensellerie und Brokkoli können Anfang Juni noch gepflanzt werden. Was im Juli folgt, etwa Chinakohl, Spinat und die zweite Welle Salat, beschreibt der Beitrag Im Juli: Aussaat von Gemüse, Salat und Kräutern.
Kräuter im Juni säen und pflanzen
Wärmebedürftige Kräuter haben jetzt ihre beste Zeit. Basilikum können Sie direkt ins Beet oder in Töpfe säen, es ist ein Lichtkeimer und wird nur angedrückt. Jungpflanzen setzen Sie an einen sonnigen, geschützten Platz. Welche Sorten es gibt, zeigt der Beitrag Basilikum-Sorten. Dill säen Sie alle drei bis vier Wochen nach, dann steht immer frisches Kraut für Gurkensalat bereit; mehr im Beitrag Dill.
Petersilie und Kerbel lassen sich ebenfalls im Juni säen, Kerbel möglichst im Halbschatten. Borretsch und Ringelblume säen sich meist selbst aus, wenn man sie einmal im Garten hat, und locken Bienen und Hummeln an. Koriander schießt im Sommer schnell; säen Sie ihn in kleinen Mengen alle zwei bis drei Wochen.
Zweijährige Blumen für das nächste Frühjahr
Zweijährige Pflanzen bilden im ersten Jahr nur eine Blattrosette und blühen erst im zweiten. Damit sie bis zum Winter kräftig genug werden, säen Sie sie im Juni oder Juli. Das gilt für Bartnelke, Stockrose, Fingerhut, Goldlack, Marienglockenblume, Nachtkerze und Vergissmeinnicht. Stiefmütterchen folgen meist im Juli.
Säen Sie in ein halbschattiges Saatbeet oder in Schalen, wo sich die Erde länger feucht hält als in voller Sonne. Nach dem Keimen pikieren Sie die Pflänzchen auf etwa 15 cm Abstand und setzen sie im September an ihren endgültigen Platz. Beachten Sie: Fingerhut ist in allen Teilen stark giftig und gehört nicht in Gärten, in denen kleine Kinder spielen oder Tiere knabbern. Auch Goldlack enthält herzwirksame Inhaltsstoffe und gilt als giftig, die Stockrose dagegen ist unbedenklich.
So gelingt die Aussaat bei Hitze
Die größte Gefahr für Sommersaaten ist Trockenheit in den ersten zwei Wochen. Ziehen Sie die Saatrille, gießen Sie sie vor dem Säen gründlich an, legen Sie die Samen hinein und bedecken Sie sie mit trockener Erde. So liegt das Saatgut in feuchtem Boden, und die Oberfläche verkrustet nicht. Säen Sie am späten Nachmittag oder Abend. Eine Abdeckung mit Vlies, Jutesack oder einem schmalen Brett hält die Rille kühl und feucht, muss aber nach dem Keimen sofort weg.
Gedüngt wird Juni-Saat meist nur mäßig. Beete, die im Frühjahr Kompost bekommen haben, reichen für Bohnen, Salat und Möhren aus. Starkzehrer wie Kohl, Lauch und Fenchel bekommen beim Pflanzen eine Handvoll reifen Kompost ins Pflanzloch. Welche Arbeiten sonst im Juni anstehen, zeigt der Beitrag Der Garten im Juni.
Häufige Fragen
Welches Gemüse kann man im Juni noch säen?
Buschbohnen, Möhren, Rote Bete, Mangold, Radieschen, Salate, Kohlrabi, Zucchini und Kürbis, ab Mitte Juni auch Knollenfenchel, Endivie und Zuckerhut.
Ist es im Juni zu spät für Tomaten?
Bis Mitte Juni lassen sich Tomaten noch gut pflanzen. Später gesetzte Pflanzen tragen zwar, viele Früchte reifen aber vor dem Herbst nicht mehr aus. Wählen Sie dann frühe Sorten oder Cocktailtomaten.
Kann man im Juni noch Kartoffeln setzen?
Das ist möglich, aber nur mit frühen Sorten sinnvoll. Die Ernte fällt kleiner aus, und die Knollen sind im Hochsommer anfälliger für Krautfäule. Das Beet ist mit Bohnen oder Möhren meist besser genutzt.
Welche Blumen sät man im Juni?
Vor allem Zweijährige wie Bartnelke, Stockrose, Fingerhut, Goldlack, Marienglockenblume und Vergissmeinnicht. Sie blühen im nächsten Frühjahr und Sommer.



