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Garten-Ratgeber

Erdnüsse im Kübel anbauen

Gemüsevon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die Erdnuss ist keine Nuss
  2. Steckbrief der Erdnuss
  3. Das richtige Saatgut
  4. Anzucht auf der Fensterbank
  5. Der passende Kübel
  6. Standort: Wärme ist alles
  7. Pflege im Sommer
  8. Ernte, Trocknen und Rösten
  9. Häufige Fragen

Erdnüsse lassen sich auch hierzulande ziehen, am sichersten im Kübel an einem warmen, sonnigen Platz. Sie säen ab Mitte April im Haus, stellen die Pflanze nach den Eisheiligen ins Freie und ernten im September oder Oktober. Große Mengen dürfen Sie nicht erwarten, dafür eine ungewöhnliche Pflanze, deren Früchte buchstäblich in die Erde wachsen.

Blühende Erdnusspflanzen (Arachis hypogaea) in Reihen
Blühende Erdnusspflanzen (Arachis hypogaea) in Reihen

Die Erdnuss ist keine Nuss

Botanisch ist die Erdnuss Arachis hypogaea ein Hülsenfrüchtler und damit mit Erbsen und Bohnen verwandt. Die „Nuss“ ist eine Hülse mit meist zwei bis drei Samen. Die Pflanze stammt aus Südamerika und wird heute in warmen Ländern weltweit angebaut. Sie ist einjährig, wird je nach Sorte etwa 30–50 cm hoch und wächst aufrecht bis flach ausgebreitet, mit gefiederten Blättern und kleinen gelben Schmetterlingsblüten.

Das Besondere: Nach der Befruchtung verlängert sich der Stiel unterhalb des Fruchtknotens zu einem Fruchtträger, der sich nach unten krümmt und einige Zentimeter tief in die Erde schiebt. Erst dort entwickelt sich die Hülse. Findet der Fruchtträger keinen lockeren Boden, bleibt die Frucht aus. Daraus ergeben sich fast alle Anbauregeln.

Steckbrief der Erdnuss

Botanischer NameArachis hypogaea, Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Lebensdauereinjährig, nicht winterhart
Wuchshöheetwa 30–50 cm
Keimtemperatur20–25 °C
AussaatMitte April bis Anfang Mai im Haus
Auspflanzennach den Eisheiligen, wenn die Nächte nicht mehr unter etwa 10 °C fallen
Standortvollsonnig, warm, geschützt
Substratlocker, sandig, gut durchlässig
ErnteSeptember bis Oktober, etwa 4–5 Monate nach der Aussaat

Das richtige Saatgut

Zum Aussäen brauchen Sie rohe, ungeröstete und ungesalzene Erdnüsse. Geröstete Nüsse keimen nicht mehr. Handelsübliche Knabbernüsse sind fast immer geröstet, und auch rohe Speiseware ist oft zu alt oder für längere Haltbarkeit behandelt, sodass die Keimrate enttäuscht. Sicherer ist ausgewiesenes Saatgut aus dem Gartenfachhandel oder von Saatgutanbietern. Die Nüsse bleiben bis zur Aussaat in der Schale, die Sie erst kurz vorher vorsichtig öffnen; die dünne rote Samenhaut bleibt dran.

Anzucht auf der Fensterbank

  1. Vorquellen. Legen Sie die ausgelösten Samen für etwa 12 Stunden in lauwarmes Wasser.
  2. Aussäen. Stecken Sie je einen Samen etwa 2–3 cm tief in einen Topf von 9–10 cm Durchmesser mit Aussaaterde, die Sie mit etwas Sand gemischt haben.
  3. Warm stellen. Bei 20–25 °C keimen die Samen nach etwa ein bis zwei Wochen. Ein heller Platz über der Heizung oder ein Zimmergewächshaus ist ideal. Eine Haube erhöht die Luftfeuchte, muss aber täglich gelüftet werden, sonst schimmelt die Saat.
  4. Mäßig feucht halten. Zu viel Nässe ist bei der Erdnuss der häufigste Grund, warum Samen faulen statt zu keimen.
  5. Umtopfen. Sobald die Pflanzen mehrere echte Blätter haben, setzen Sie sie in das endgültige Gefäß.

Der passende Kübel

Für die Erdnuss zählt die Fläche mehr als die Tiefe. Die Fruchtträger wachsen seitlich von der Pflanze weg und bohren sich rundherum in die Erde. Ein breites, flaches Gefäß wie ein Balkonkasten oder eine Schale mit mindestens 30–40 cm Durchmesser und etwa 20–25 cm Tiefe ist daher besser als ein hoher, schmaler Topf. Wichtig sind Abzugslöcher und eine Drainageschicht, denn Staunässe verträgt die Pflanze nicht.

Als Substrat eignet sich eine lockere Gemüse- oder Kräutererde, die Sie zu etwa einem Drittel mit Sand mischen. Schwere, verkrustende Erde bremst die Fruchtträger aus. Mehr zur Wahl der Erde steht im Beitrag Welche Erde für welche Pflanzen.

Standort: Wärme ist alles

Die Erdnuss braucht einen langen, warmen Sommer. Ideal sind Tagestemperaturen zwischen 20 und 30 °C; unter etwa 15 °C stellt sie das Wachstum weitgehend ein, Frost tötet sie. Draußen gehört der Kübel deshalb erst nach den Eisheiligen Mitte Mai an den wärmsten Platz, den Sie haben: eine Südwand, eine geschützte Terrasse oder einen sonnigen Balkon. In kühlen Regionen sind ein Gewächshaus, ein Wintergarten oder ein helles Frühbeet die sicherere Wahl. Tipps zum Gärtnern auf engem Raum finden Sie unter Auf Balkon oder Terrasse einen Topfgarten anlegen.

Pflege im Sommer

Gießen Sie mäßig und gleichmäßig: Die Erde soll zwischen den Wassergaben oberflächlich abtrocknen. In der Blütezeit ab etwa Juli darf das Substrat nicht verkrusten, sonst können die Fruchtträger nicht eindringen. Lockern Sie die Oberfläche vorsichtig und häufeln Sie etwas lockere Erde um die Pflanze an. Hängen Fruchtträger über den Kübelrand, lenken Sie sie behutsam zurück auf die Erde.

Da die Erdnuss als Hülsenfrüchtler Stickstoff selbst binden kann, braucht sie wenig Dünger. Eine schwach dosierte Gabe eines organischen Gemüsedüngers alle vier Wochen genügt, zu viel Stickstoff fördert nur die Blätter. In heißen, trockenen Wochen können Spinnmilben auftreten; mehr dazu unter Tipps zur Bekämpfung von Spinnmilben.

Ernte, Trocknen und Rösten

Wenn sich im September oder Oktober das Laub gelb färbt, ist Erntezeit. Kündigen sich vorher kalte Nächte an, ernten Sie lieber etwas früher. Lockern Sie die Erde, ziehen Sie die ganze Pflanze heraus und schütteln Sie die Erde ab. Prüfen Sie ein paar Hülsen: Reife Samen füllen die Hülse aus, die Innenseite der Schale ist dunkel geädert.

Die Hülsen lassen Sie zunächst an einem luftigen, trockenen Ort zwei bis drei Wochen nachtrocknen. Verschimmelte oder muffig riechende Nüsse werfen Sie weg, denn Schimmelpilze an Erdnüssen können giftige Aflatoxine bilden. Zum Rösten verteilen Sie die getrockneten Nüsse auf einem Blech und rösten sie bei etwa 160–180 °C, bis die Samen innen leicht gebräunt sind; das dauert je nach Größe etwa 15–25 Minuten. Rechnen Sie pro Pflanze mit einer Handvoll bis wenigen Dutzend Hülsen – es ist ein Anbau aus Neugier, nicht zur Selbstversorgung.

Häufige Fragen

Kann man Erdnüsse aus dem Supermarkt pflanzen?

Nur ungeröstete, rohe Erdnüsse keimen. Geröstete Ware ist zum Aussäen unbrauchbar, und auch rohe Speiseware keimt oft schlecht. Saatgut aus dem Fachhandel ist zuverlässiger.

Wie lange dauert es von der Aussaat bis zur Ernte?

Etwa vier bis fünf Monate. Bei einer Aussaat Mitte April ernten Sie im September oder Anfang Oktober, sofern der Sommer warm genug war.

Können Erdnüsse im Beet wachsen?

In warmen Weinbaulagen mit leichtem, sandigem Boden kann das gelingen. Im Kübel können Sie die Pflanze aber an den wärmsten Platz stellen und bei Kälte schützen, deshalb ist er meist die bessere Wahl.

Ist die Erdnusspflanze giftig?

Nein, die Pflanze gilt nicht als giftig. Wer an einer Erdnussallergie leidet, sollte beim Umgang mit Samen und Ernte aber vorsichtig sein.

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