Wichtige Gartenarbeiten im Oktober
Inhalt9 Abschnitte
- Woran Sie erkennen, wann welche Arbeit dran ist
- Hecken, Rosen und Obstbäume pflanzen
- Blumenzwiebeln für das Frühjahr stecken
- Laub: wegräumen, wo es stört, liegen lassen, wo es nützt
- Rasen und Beete für den Winter vorbereiten
- Im Gemüsegarten: die letzte Ernte
- Winterschutz für empfindliche Pflanzen
- Wasser, Geräte und Möbel winterfest machen
- Häufige Fragen
Im Oktober bereiten Sie den Garten auf den Winter und das nächste Frühjahr vor. Die wichtigsten Arbeiten sind: Gehölze und Blumenzwiebeln pflanzen, die letzte Ernte einbringen, Laub sinnvoll verteilen, empfindliche Pflanzen schützen und Wasserleitungen vor dem ersten Frost entleeren. Vieles davon ist weniger Aufräumen als gezieltes Liegenlassen – ein Garten, der ordentlich in den Winter geht, ist nicht der, in dem jeder Stängel abgeschnitten ist.

Woran Sie erkennen, wann welche Arbeit dran ist
Der Oktober ist regional sehr unterschiedlich. In milden Lagen wächst der Rasen noch bis in den November, in Mittelgebirgen kann schon die erste Frostnacht kommen. Richten Sie sich deshalb weniger nach dem Datum als nach zwei Signalen: Pflanzen können Sie, solange der Boden offen und nicht gefroren ist. Winterschutz und das Einräumen der Kübel werden dringend, sobald die Wettervorhersage die ersten Nächte unter 0 °C ankündigt. Auch der Laubfall ist ein guter Taktgeber: Wenn die Bäume ihr Laub abwerfen, ist die beste Zeit für wurzelnackte Gehölze gekommen.
Hecken, Rosen und Obstbäume pflanzen
Der Oktober gehört zu den besten Pflanzmonaten des Jahres. Der Boden ist noch warm, die Herbstfeuchte kommt, und die Gehölze bilden bis zum Winter neue Wurzeln. Im Frühjahr treiben im Herbst gepflanzte Gehölze deutlich kräftiger aus als Frühjahrspflanzungen. Wurzelnackte Rosen, Heckenpflanzen und Obstbäume sind jetzt frisch aus der Baumschule zu bekommen und deutlich günstiger als Containerware. Wie Sie eine neue Hecke anlegen, steht im Beitrag Hecken pflanzen im Herbst.
Weichen Sie wurzelnackte Pflanzen vor dem Setzen einige Stunden in Wasser ein, kürzen Sie beschädigte Wurzeln und setzen Sie Veredlungsstellen bei Obstbäumen eine Handbreit über dem Boden, bei Rosen dagegen etwa 5 cm unter die Erde. Gießen Sie gründlich an, auch wenn es regnet: Das Wasser schwemmt die Erde an die Wurzeln. Obstbäume erhalten beim Pflanzen gleich einen Pfahl auf der Wetterseite. Große Rhabarberstauden lassen sich jetzt ausgraben, teilen und neu pflanzen.
Blumenzwiebeln für das Frühjahr stecken
Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Krokusse, Traubenhyazinthen und Zierlauch kommen im Oktober in die Erde. Narzissen und Krokusse gern früh im Monat, Tulpen dürfen auch noch bis in den November gesteckt werden. Als Faustregel gilt eine Pflanztiefe von etwa der zwei- bis dreifachen Zwiebelhöhe. Setzen Sie die Zwiebeln in Gruppen statt in Reihen, das wirkt im Frühjahr natürlicher. In Gärten mit Wühlmäusen schützen Pflanzkörbe aus Drahtgeflecht die Tulpenzwiebeln; Narzissen verschmähen die Nager, weil sie giftig sind. Mehr über das Stecken steht unter Tulpen: Tipps zum Einpflanzen und zur Pflege.
Umgekehrt werden frostempfindliche Knollen jetzt aus der Erde geholt: Dahlien, Gladiolen, Knollenbegonien und Canna graben Sie aus, sobald der erste Frost das Laub geschwärzt hat, lassen sie abtrocknen und lagern sie kühl, dunkel und frostfrei.
Laub: wegräumen, wo es stört, liegen lassen, wo es nützt
Auf dem Rasen, auf Wegen und im Gartenteich muss das Laub weg. Unter einer geschlossenen, nassen Laubdecke vergilbt der Rasen und fängt an zu faulen, auf Wegen wird es rutschig, und im Teich zehrt es beim Zersetzen Sauerstoff und düngt Algen. Ein Laubschutznetz über dem Teich erspart viel Keschern.
Unter Sträuchern, Hecken und auf abgeräumten Beeten ist Laub dagegen eine kostenlose Mulchschicht: Es schützt den Boden vor Frost und Auswaschung, füttert das Bodenleben und bietet Igeln, Insekten und Kröten ein Winterquartier. Ein Laubhaufen in einer ruhigen Ecke ist eines der besten Dinge, die Sie im Oktober für die Tierwelt tun können. Auch immergrüne Polster- und Steingartenstauden sollten Sie von aufliegendem Laub befreien, weil sie darunter leicht faulen. Wie Sie Laub weiter verwerten, erklärt Laub sammeln und im Garten nutzen.
Rasen und Beete für den Winter vorbereiten
Gemäht wird, solange der Rasen wächst; beim letzten Schnitt des Jahres lassen Sie ihn etwa 4–5 cm hoch. Ein kaliumbetonter Herbstdünger, im September oder Anfang Oktober ausgebracht, macht die Gräser widerstandsfähiger gegen Frost und Pilzkrankheiten. Stickstoffreicher Frühjahrsdünger hat jetzt nichts mehr im Rasen verloren.
Im Staudenbeet müssen Sie nicht alles zurückschneiden. Samenstände von Sonnenhut, Fetthenne und Gräsern sehen bei Raureif schön aus, sind Winterfutter für Vögel und Unterschlupf für Insekten. Schneiden Sie vor allem Stauden zurück, die ohnehin unansehnlich zusammenfallen oder zu Pilzbefall neigen, etwa Pfingstrosen mit Blattflecken oder mehltaukranke Astern. Einzelheiten stehen unter Im Oktober Stauden zurückschneiden. Unkraut entfernen Sie am besten noch, bevor es Samen streut. Abgeerntete Gemüsebeete erhalten eine Mulchschicht oder eine Gründüngung; schwere Lehmböden werden grob umgegraben, damit der Frost die Schollen zerkleinert.
Im Gemüsegarten: die letzte Ernte
Kürbisse ernten Sie vor dem ersten Frost, wenn der Stiel verholzt ist und die Schale beim Klopfen hohl klingt; lassen Sie ein Stück Stiel dran, sonst faulen sie schneller. Kartoffeln, Möhren und Rote Bete kommen aus der Erde, bevor der Boden nass und kalt wird. Chinakohl, Endivien und Zuckerhut vertragen leichten Frost, sollten aber vor stärkeren Frostnächten geerntet oder mit Vlies geschützt werden. Grünkohl, Rosenkohl, Lauch und Feldsalat bleiben stehen – Grünkohl und Rosenkohl schmecken nach dem ersten Frost sogar milder.
Im Oktober können Sie noch Winterknoblauch stecken und Winterheckenzwiebeln setzen. Späte Gemüse wie Lauch oder Kohl brauchen bei Trockenheit weiterhin Wasser, denn Pflanzen, die trocken in den Frost gehen, leiden stärker. Äpfel und Birnen, die gelagert werden sollen, pflücken Sie vorsichtig ohne Druckstellen und lagern nur makellose Früchte kühl und luftfeucht ein.
Winterschutz für empfindliche Pflanzen
Veredelte Rosen häufeln Sie an der Basis etwa 15–20 cm hoch mit Erde oder Kompost an und decken sie zusätzlich mit Fichten- oder Tannenreisig ab. So bleibt die Veredlungsstelle auch bei strengem Frost geschützt. Junge Obstbäume erhalten einen weißen Stammanstrich: Er verhindert, dass sich die dunkle Rinde an sonnigen Wintertagen stark erwärmt und in der folgenden Frostnacht aufreißt.
Mediterrane Kübelpflanzen wie Oleander, Olive, Lorbeer und Zitrusarten bleiben so lange draußen wie möglich, denn im Winterquartier ist es für sie immer eine Notlösung. Oleander und Olive vertragen leichte Nachtfröste von wenigen Grad unter null, Zitrus deutlich weniger. Spätestens wenn Frost unter etwa −5 °C angesagt ist, müssen sie ins Quartier, empfindliche Arten wie Zitrus, Engelstrompete oder Hibiskus schon vorher. Kübelpflanzen, die draußen überwintern, stellen Sie auf Holz- oder Styroporplatten und umwickeln die Gefäße mit Jute, Kokosmatten oder Luftpolsterfolie; die Oberfläche muss aber Luft bekommen.
Wasser, Geräte und Möbel winterfest machen
Vor der ersten Frostnacht räumen Sie Schläuche weg und entleeren sie, drehen die Absperrventile der Außenwasserhähne ab und lassen das Restwasser aus der Leitung laufen. Gefrorenes Wasser sprengt Hähne, Pumpen und Regenfässer. Regentonnen entleeren Sie oder lassen zumindest Platz, damit das Eis sich ausdehnen kann. Gartengeräte werden gereinigt, Klingen geschärft und Metallteile leicht eingeölt. Sonnenschirme und Auflagen verstauen Sie nur völlig trocken, sonst bilden sich Stockflecken. Was bei Grill, Markise und Möbeln dazugehört, steht unter Garten, Grill, Markise und Co. winterfest machen.
Häufige Fragen
Kann man im Oktober noch Rasen säen?
Anfang Oktober in milden Lagen noch, später wird es knapp. Rasensamen brauchen zum Keimen Bodentemperaturen über etwa 8–10 °C. Besser ist die Nachsaat Ende August bis Mitte September.
Welche Gartenarbeiten kann man im Winter erledigen?
An frostfreien Tagen Gehölze pflanzen, Obstbäume schneiden, Kompost umsetzen, Geräte pflegen und den Garten für das Frühjahr planen. Mehr dazu unter Den Garten im Winter für den Frühling vorbereiten.
Wann müssen Dahlien aus der Erde?
Wenn der erste Frost das Laub geschwärzt hat. Schneiden Sie die Stängel auf etwa 10 cm zurück, graben Sie die Knollen aus, lassen Sie sie einige Tage abtrocknen und lagern Sie sie frostfrei bei etwa 5–8 °C.
Soll man das Laub im Herbst liegen lassen?
Auf Beeten und unter Gehölzen ja, dort schützt und nährt es den Boden. Vom Rasen, von Wegen und aus dem Teich muss es regelmäßig entfernt werden.



