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Garten-Ratgeber

Holz im Außenbereich: Die richtige Imprägnierung

Selber bauenvon Christoph6 Min. · 9 Abschnitte
Holzlatten werden mit dem Pinsel lasiert
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was Holz im Freien zusetzt
  2. Holzarten und ihre natürliche Dauerhaftigkeit
  3. Konstruktiver Holzschutz kommt zuerst
  4. Kesseldruckimprägnierung und Thermoholz
  5. Die Oberflächen im Vergleich
  6. Holz richtig streichen: Schritt für Schritt
  7. Wann nachbehandelt werden muss
  8. Altholz und Bahnschwellen
  9. Häufige Fragen

Holz im Außenbereich schützen Sie am wirksamsten mit zwei Dingen zugleich: einer Bauweise, bei der es nach Regen schnell wieder abtrocknet, und einer passenden Oberfläche aus Öl, Lasur oder Lack. Welches Mittel richtig ist, hängt davon ab, ob die Maserung sichtbar bleiben soll, wie stark das Holz beansprucht wird und wie oft Sie nachstreichen möchten. Ganz ohne Pflege bleibt kein Holz im Garten schön, aber die Abstände lassen sich deutlich verlängern.

Holzlatten werden mit dem Pinsel lasiert
Holzlatten werden mit dem Pinsel lasiert

Was Holz im Freien zusetzt

Holz im Garten hat drei Gegner. Feuchtigkeit ist der wichtigste: Wasser, das tief eindringt und nicht wieder abtrocknen kann, lässt Holz quellen, reißen und schließlich von Pilzen zersetzen. UV-Licht baut den Holzbestandteil Lignin an der Oberfläche ab; das Holz vergraut und wird faserig. Und Temperaturwechsel lassen es arbeiten, sodass Anstriche irgendwann abplatzen.

Das Vergrauen allein ist übrigens kein Schaden, sondern nur ein optischer Vorgang. Eine silbergraue Lärchenfassade oder ein grauer Eichenzaun können genauso lange halten wie behandeltes Holz. Kritisch wird es erst, wenn Holz dauerhaft feucht bleibt.

Holzarten und ihre natürliche Dauerhaftigkeit

Holzarten werden nach ihrer natürlichen Widerstandsfähigkeit gegen Pilze in Dauerhaftigkeitsklassen eingeteilt, von 1 (sehr dauerhaft) bis 5 (nicht dauerhaft). Die Klasse sagt viel darüber, wie viel Schutz nötig ist.

HolzartDauerhaftigkeit (Kernholz)Einsatz im Garten
Robiniesehr dauerhaft bis dauerhaftPfähle, Spielgeräte, Zäune, auch unbehandelt
EichedauerhaftMöbel, Zäune, Pfosten
Lärche, Douglasiemäßig bis wenig dauerhaftTerrassen, Fassaden, Zäune mit gutem konstruktivem Schutz
Kiefermäßig bis wenig dauerhaftmeist kesseldruckimprägniert für Zäune und Palisaden
Fichte, Tannewenig dauerhaftnur mit Anstrich und geschützt verbaut
Buche, Birkenicht dauerhaftfür draußen ungeeignet

Das helle Splintholz ist bei allen Arten weniger dauerhaft als das dunklere Kernholz. Tropenhölzer wie Teak sind sehr widerstandsfähig; achten Sie bei ihnen auf ein anerkanntes Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft. Welche Hölzer sich für Zäune eignen, vertieft der Beitrag Welches Holz für den Gartenzaun?.

Konstruktiver Holzschutz kommt zuerst

Der beste Anstrich hilft wenig, wenn Holz in der Erde steckt oder Wasser in Fugen stehen bleibt. Deshalb gilt:

  • Kein Erdkontakt. Pfosten auf Metallträger setzen, sodass sie einige Zentimeter über Boden oder Beton stehen.
  • Wasser ablaufen lassen. Oberseiten abschrägen, Pfostenköpfe mit Kappen abdecken, Terrassendielen mit Gefälle und Fugen verlegen.
  • Hirnholz schützen. Die Schnittflächen quer zur Faser saugen Wasser wie ein Strohhalm; sie brauchen einen besonders sorgfältigen Anstrich oder eine Abdeckung.
  • Luft zirkulieren lassen. Unterkonstruktionen belüften, Möbel nicht dauerhaft auf nassen Rasen stellen.

Wer diese Regeln beachtet, braucht in vielen Fällen kein chemisches Holzschutzmittel mit Bioziden, sondern nur eine pflegende Oberfläche.

Kesseldruckimprägnierung und Thermoholz

Viele Zäune, Palisaden und Pfosten aus dem Handel sind kesseldruckimprägniert. Dabei wird ein Holzschutzsalz unter Druck tief in das Holz gepresst; das Holz schimmert danach oft grünlich oder bräunlich. Kiefer nimmt das Mittel gut auf, Fichte und Tanne deutlich schlechter, weshalb dort nur die äußeren Millimeter geschützt sind. Werden solche Hölzer nachträglich zugesägt, liegt ungeschütztes Holz frei – Schnittflächen sollten dann nachbehandelt werden.

Thermoholz wird ohne Chemikalien bei hohen Temperaturen behandelt. Es nimmt danach weniger Wasser auf und ist dauerhafter, wird aber etwas spröder und eignet sich nicht für tragende Bauteile. Auch Thermoholz vergraut ohne UV-Schutz.

Die Oberflächen im Vergleich

Öl dringt in die Holzoberfläche ein, statt einen Film zu bilden. Die Maserung tritt schön hervor, das Holz bleibt offenporig und kann Feuchtigkeit wieder abgeben. Öl eignet sich besonders für Gartenmöbel und Terrassendielen, muss aber meist jährlich nachgeölt werden. Pigmentierte Öle schützen besser vor UV-Licht als farblose.

Lasur enthält Farbpigmente, die das Holz vor UV-Strahlung schützen, lässt die Struktur aber durchscheinen. Dünnschichtlasuren ziehen ein und eignen sich für Holz, das sich bewegt, etwa Zäune und Verkleidungen. Dickschichtlasuren bilden einen Film und passen zu maßhaltigen Bauteilen wie Fenstern und Türen. Probieren Sie den Farbton an einer verdeckten Stelle – helle Hölzer werden oft deutlich dunkler.

Deckfarbe und Lack überdecken die Maserung vollständig. Sie schützen lange und gut vor UV-Licht, können bei Beschädigungen aber Wasser hinter den Film lassen, das dann nicht mehr herauskommt. Vor dem Neuanstrich müssen lose Schichten entfernt werden. Wasserbasierte Acryllacke riechen weniger und trocknen schneller; bei lösemittelhaltigen Lacken arbeiten Sie nur im Freien und mit geeignetem Atemschutz.

Wachs ergibt eine glatte, seidig glänzende Oberfläche und wird gern für Möbel verwendet. Für stark bewitterte Flächen ist es allein zu schwach und lässt sich schlecht überstreichen; Hartwachsöle kombinieren die Eigenschaften von Öl und Wachs.

Holz richtig streichen: Schritt für Schritt

  1. Wetter wählen. Streichen Sie bei trockenem, mildem Wetter, nicht in praller Sonne und nicht, wenn nachts Frost oder Regen droht. Die Herstellerangaben zur Mindesttemperatur beachten.
  2. Holz trocknen lassen. Das Holz muss durchgetrocknet sein, nach Regen also einige Tage warten.
  3. Reinigen. Schmutz, Algen und Grauschleier mit Bürste und Wasser entfernen. Einen Hochdruckreiniger setzen Sie nur mit Abstand und geringer Stufe ein, sonst rauen Sie die Fasern auf.
  4. Schleifen. Vergraute oder abblätternde Schichten abschleifen, bis gesundes Holz sichtbar ist. Bei größeren Flächen hilft ein Exzenterschleifer, wie im Beitrag Exzenterschleifer hilft bei der Sanierung der Holzterrasse beschrieben.
  5. Grundieren, wo nötig. Bei wenig dauerhaften Hölzern und Erdnähe kann eine Holzschutzgrundierung sinnvoll sein. Verwenden Sie biozidhaltige Mittel nur dort, wo sie wirklich nötig sind, und nie auf Flächen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
  6. Dünn auftragen. Zwei dünne Schichten halten besser als eine dicke. Überschüssiges Öl nach der Einwirkzeit abnehmen, sonst bleibt die Oberfläche klebrig.
  7. Hirnholz und Fugen nicht vergessen. Hier dringt am meisten Wasser ein.

Achtung bei Öllappen: Mit Leinöl getränkte Lappen können sich selbst entzünden. Breiten Sie sie zum Trocknen flach im Freien aus oder bewahren Sie sie in einem luftdicht verschlossenen Metallbehälter auf.

Wann nachbehandelt werden muss

Die Abstände hängen von Mittel, Holzart und Wetterseite ab. Als grobe Richtschnur: Öle jährlich, Dünnschichtlasuren alle zwei bis drei Jahre, Dickschichtlasuren und Deckfarben in längeren Abständen. Ein einfacher Test verrät den Zustand: Perlen Wassertropfen nicht mehr ab, sondern ziehen ein, ist es Zeit für den nächsten Anstrich. Bei Lack und Deckfarbe sind Risse und Abplatzungen das Warnsignal. Zur laufenden Pflege von Zäunen gibt der Beitrag Holzzäune im Garten richtig pflegen weitere Hinweise, zur Reinigung von Belägen der Beitrag Terrasse richtig reinigen.

Altholz und Bahnschwellen

Alte Bahnschwellen und Leitungsmasten sind mit teerölhaltigen Holzschutzmitteln behandelt, die krebserregende Stoffe enthalten. Ihre Verwendung in Gärten, auf Spielplätzen und überall dort, wo häufiger Hautkontakt möglich ist, ist nicht zulässig. Auch Altholz unbekannter Herkunft, etwa von alten Zäunen, gehört nicht in Hochbeete oder an Spielgeräte.

Häufige Fragen

Womit imprägniert man Holz für draußen am besten?

Für Möbel und Terrassen, bei denen die Maserung sichtbar bleiben soll, eignet sich ein pigmentiertes Öl. Für Zäune und Verkleidungen ist eine Dünnschichtlasur eine gute Wahl. Deckfarbe schützt am längsten, verändert aber die Optik vollständig.

Muss kesseldruckimprägniertes Holz noch gestrichen werden?

Nicht zwingend für den Schutz vor Fäulnis, aber gegen Vergrauen und Risse hilft ein Anstrich mit Lasur oder Öl. Schnittflächen, die nach dem Zusägen entstanden sind, sollten Sie in jedem Fall nachbehandeln.

Wann ist die beste Zeit, um Holz im Garten zu streichen?

Im späten Frühjahr oder Frühherbst bei trockenem, mildem Wetter. Das Holz muss trocken sein, und die folgende Nacht sollte frostfrei und regenfrei bleiben.

Kann man Holz auch ohne Chemie schützen?

Ja, weitgehend. Eine dauerhafte Holzart, konstruktiver Holzschutz und eine Behandlung mit Naturöl reichen für viele Anwendungen aus. Wer die natürliche Vergrauung akzeptiert, kommt bei Eiche, Robinie oder Lärche sogar ohne Anstrich aus.

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