Hühnerhaltung im Garten
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Hühnerhaltung im Garten ist auch auf kleiner Fläche möglich: Drei bis fünf Hennen, ein trockener, fuchssicherer Stall und ein Auslauf von rund 10 m² je Tier reichen für frische Eier. Vorher sollten Sie zwei Dinge erledigen, die oft vergessen werden: die Tiere beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse anmelden und mit Nachbarn und Bauamt klären, ob Stall und – falls gewünscht – Hahn akzeptiert werden.

Was Sie vor dem Kauf klären müssen
Anmeldepflicht: Wer Hühner hält, muss sie beim zuständigen Veterinäramt anmelden, und zwar schon ab dem ersten Tier. Außerdem ist in den meisten Bundesländern eine Meldung bei der Tierseuchenkasse vorgeschrieben. Beides ist unkompliziert und kostet wenig, schützt aber im Seuchenfall und ist bei Kontrollen Pflicht.
Impfpflicht: Hühner müssen gegen die Newcastle-Krankheit geimpft sein, auch in kleinen Hobbyhaltungen. Bei Junghennen vom Geflügelhof ist das meist schon erledigt, lassen Sie sich die Impfung aber bestätigen. Die Auffrischung erfolgt in der Regel über das Trinkwasser nach Anweisung des Tierarztes.
Stallpflicht bei Vogelgrippe: Tritt die Geflügelpest in der Region auf, können die Behörden anordnen, dass Geflügel eingesperrt oder überdacht gehalten wird. Planen Sie deshalb einen Auslauf, der sich notfalls mit einem Netz oder Dach abdecken lässt.
Baurecht und Nachbarn: Ob ein Hühnerstall eine Genehmigung braucht, hängt von Größe, Bundesland und Bebauungsplan ab – auch mobile Ställe sind nicht automatisch genehmigungsfrei. Kleintierhaltung in Wohngebieten ist grundsätzlich möglich, solange sie in einem üblichen Rahmen bleibt. Mieter brauchen die Zustimmung des Vermieters. Fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach und sprechen Sie mit den Nachbarn, bevor die Hühner einziehen.
Hahn oder nicht?
Für Eier brauchen Sie keinen Hahn. Hennen legen auch ohne ihn, die Eier sind dann nur nicht befruchtet. Ein Hahn hat trotzdem Vorzüge: Er warnt vor Greifvögeln, schlichtet Streit und hält die Gruppe zusammen. Sein Krähen beginnt aber im Sommer mit dem ersten Licht, und in dicht bebauten Wohngebieten haben Gerichte schon mehrfach über Hähne entschieden – mal zugunsten des Halters, mal nicht. In der Nachbarschaft ist eine reine Hennengruppe die entspanntere Lösung.
Wie viele Hühner, welche Rasse?
Hühner sind Herdentiere, halten Sie mindestens drei Tiere. Für eine Familie liefern drei bis sechs Hennen reichlich Eier. Für Einsteiger eignen sich:
- Legehybriden: Sie werden mit etwa 20 Wochen legereif abgegeben, legen sehr fleißig und sind meist zutraulich. Ihre Legeleistung lässt nach zwei bis drei Jahren deutlich nach, sie leben aber viel länger.
- Robuste Rassehühner wie Sussex, Orpington, Australorp oder Wyandotten: ruhig, winterfest, etwas weniger Eier, dafür länger gleichmäßig.
- Zwerghühner: Die kleinen Formen vieler Rassen brauchen weniger Platz und Futter und eignen sich für kleine Gärten; die Eier sind kleiner.
Beziehen Sie Tiere von einem Züchter oder Geflügelhof, bei dem Sie Impfung und Gesundheitszustand erfragen können.
Platzbedarf: Stall und Auslauf
Als Orientierung gelten für normal große Hühner:
| Stallfläche | etwa 1 m² für drei bis fünf Hühner, für Zwerghühner entsprechend weniger |
| Auslauf | mindestens rund 10 m² je Huhn, mehr ist besser |
| Sitzstange | etwa 20–25 cm je Huhn, rund 4–5 cm breit, alle Stangen auf gleicher Höhe |
| Legenest | ein Nest für etwa vier bis fünf Hennen, dunkel und etwas erhöht |
| Sandbad | ein überdachter Platz mit trockener Erde oder Sand |
| Tränke und Futter | außerhalb des Kotbereichs, erhöht aufgestellt |
Ein fester Auslauf wird mit der Zeit kahl gescharrt. Ideal ist es, ihn in zwei Flächen zu teilen, die abwechselnd genutzt werden, oder einen mobilen Stall zu verwenden, der regelmäßig versetzt wird. Dann wächst das Gras nach, und die Fläche verschlammt nicht.
Der Stall: trocken, hell, zugfrei
Hühner vertragen Kälte gut, Nässe und Zugluft dagegen schlecht. Der Stall braucht deshalb:
- Einen trockenen Boden mit Einstreu aus Hobelspänen, Stroh oder Hanf, die regelmäßig erneuert wird.
- Lüftung ohne Zug, etwa über Öffnungen oberhalb der Sitzstangen.
- Tageslicht durch ein Fenster, am besten mit engmaschigem Gitter.
- Glatte, abwaschbare Flächen und herausnehmbare Sitzstangen, damit Sie gut reinigen können.
- Eine Klappe, die nachts sicher schließt. Automatische Hühnerklappen mit Lichtsensor oder Zeitschaltung nehmen Ihnen das tägliche Öffnen und Schließen ab.
Geheizt wird der Stall nicht. Im Winter ist vor allem eine frostfreie Tränke wichtig. Misten Sie etwa alle ein bis zwei Wochen aus und reinigen Sie den Stall mindestens einmal im Jahr gründlich, etwa mit dem Hochdruckreiniger. Kontrollieren Sie Ritzen und Sitzstangen regelmäßig auf die Rote Vogelmilbe: Die winzigen Parasiten verstecken sich tagsüber und saugen nachts Blut. Glatte Oberflächen erschweren ihnen das Leben.
Schutz vor Fuchs, Marder und Habicht
Der Fuchs kommt nicht nur nachts, und Marder zwängen sich durch erstaunlich kleine Öffnungen. Der Stall muss nachts vollständig geschlossen sein, Lüftungsöffnungen gehören hinter stabiles, engmaschiges Drahtgitter statt Kaninchendraht. Gegen Graben hilft ein Gitter, das rund um den Auslauf etwa 30–40 cm tief eingegraben oder flach nach außen ausgelegt wird. Ein Elektrozaun oder ein Geflügelnetz mit Stromgerät hält Füchse auch vom Auslauf fern. Gegen Greifvögel helfen Sträucher und Unterstände im Auslauf, unter denen die Hühner Deckung finden. Hinweise zur Einfriedung finden Sie unter Den Garten einzäunen.
Füttern: was Hühner fressen dürfen
Die Grundlage ist ein Legehennen-Alleinfutter als Mehl oder Pellets. Es enthält alle Nährstoffe, Mineralien und Kalk, die für stabile Eierschalen nötig sind. Dazu kommen eine Handvoll Körner am Nachmittag, Grit oder Muschelkalk zur freien Aufnahme und frisches Grün aus dem Auslauf.
Speisereste aus der Küche dürfen nicht verfüttert werden. Hühner gelten auch in der Hobbyhaltung als Nutztiere, und für sie ist das Verfüttern von Küchen- und Speiseabfällen EU-weit verboten. Frisches Gemüse und Obst aus dem Garten, Salatblätter, Gras und Unkraut dürfen dagegen gegeben werden. Füttern Sie in einem Futterautomaten, der nachts verschlossen oder weggeräumt wird, sonst locken Sie Ratten und Mäuse an.
Hühner im Garten: Nutzen und Grenzen
Hühner fressen Schnecken, Larven und Unkrautsamen und liefern mit ihrem Mist einen wertvollen Dünger, der kompostiert werden sollte, bevor er aufs Beet kommt – mehr dazu im Beitrag Kompost anlegen. Frei laufende Hühner scharren aber auch frisch gesätes Gemüse aus, fressen Salat und legen Wurzeln frei. Gemüsebeete sollten Sie deshalb abtrennen oder die Hühner nur nach der Ernte hineinlassen.
Hühner leben bei guter Haltung acht Jahre und länger, auch wenn die Legeleistung schon vorher sinkt. Überlegen Sie vorher, was mit älteren Tieren geschehen soll, und wer die Versorgung im Urlaub übernimmt – Hühner brauchen jeden Tag Futter, Wasser und eine geschlossene Klappe.
Häufige Fragen
Wie viel Platz brauchen Hühner im Garten?
Im Stall etwa 1 m² für drei bis fünf Hühner, im Auslauf mindestens rund 10 m² je Tier. Zwerghühner kommen mit weniger aus.
Muss ich meine Hühner anmelden?
Ja. Hühnerhaltung ist beim Veterinäramt anzeigepflichtig, meist auch bei der Tierseuchenkasse, und zwar ab dem ersten Tier. Zusätzlich besteht Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit.
Ist Hühnerhaltung im Wohngebiet erlaubt?
Grundsätzlich ja, solange sie in einem üblichen Umfang bleibt. Bebauungsplan, Mietvertrag und Rücksicht auf die Nachbarn setzen Grenzen, vor allem beim Hahn.
Legen Hühner auch im Winter?
Weniger. Mit den kurzen Tagen und während der Mauser im Herbst legen viele Hennen eine Pause ein. Das ist normal und gibt dem Körper Zeit zur Erholung.



