Stauden am Gartenteich
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Der Rand eines Gartenteichs lässt sich in drei Zonen einteilen, und für jede gibt es passende Stauden: Sumpfpflanzen wie Sumpfdotterblume und Sumpf-Iris im flachen Wasser, Feuchtstauden wie Mädesüß, Trollblume und Wiesen-Iris im nassen Uferbereich und gewöhnliche Beetstauden auf dem trockenen Ufer dahinter. Wer die Pflanzen nach diesen Zonen auswählt, bekommt einen Teich, der natürlich eingebunden wirkt und kaum Pflege braucht.

Warum der Teichrand Pflanzen braucht
Ein Teich ohne Randbepflanzung wirkt wie ein Fremdkörper im Garten. Stauden verdecken die Folienkante, verbinden Wasser und Beet und geben dem Teich Tiefe. Sie sind aber mehr als Dekoration: Libellen nutzen die Stängel zum Schlüpfen, Frösche und Molche finden im dichten Bewuchs Deckung, Wildbienen und Schwebfliegen besuchen die Blüten. Sumpfpflanzen in der Flachwasserzone nehmen zudem Nährstoffe auf, die sonst das Algenwachstum fördern würden.
Planen Sie trotzdem eine Stelle ein, an der Sie ans Wasser kommen: ein paar Trittsteine, eine kleine Holzplattform oder eine befestigte Uferecke. Von dort aus lassen sich später Laub und Fadenalgen abfischen, ohne die Bepflanzung niederzutrampeln.
Die Zonen am Teichufer
Der Übergang vom Wasser zum Garten verläuft in Stufen, die sich in der Feuchtigkeit deutlich unterscheiden:
| Zone | Bedingungen | Geeignete Stauden |
| Sumpfzone | 0–10 cm Wasser über dem Boden, dauerhaft nass | Sumpfdotterblume, Sumpf-Iris, Blumenbinse, Sumpf-Vergissmeinnicht, Sumpf-Calla, Fieberklee |
| Feuchtzone | nasser bis feuchter Boden, Wasserstand schwankt | Mädesüß, Blutweiderich, Trollblume, Wiesen-Iris, Etagen-Primel, Wasserdost, Astilbe, Taglilie, Seggen |
| Trockenes Ufer | normaler, frischer Gartenboden | Storchschnabel, Frauenmantel, Bergenie, Funkie, Ziergräser, Polsterstauden an sonnigen Kanten |
Wichtig beim Folienteich: Die Feuchtzone entsteht nicht von allein. Normaler Gartenboden neben dem Teich ist oft so trocken wie jedes andere Beet, weil die Folie das Wasser zurückhält. Eine echte Feuchtzone legen Sie an, indem Sie die Folie zu einer flachen Mulde außerhalb des eigentlichen Teichs ausziehen und mit Erde füllen, oder indem Sie Pflanzen wählen, die auch mit frischem statt nassem Boden auskommen. Achten Sie außerdem auf eine Kapillarsperre: Die Folienkante muss über den Wasserspiegel hinausragen, sonst saugen Erde und Wurzeln dem Teich wie ein Docht das Wasser ab. Wie Sie das beim Bau berücksichtigen, beschreibt der Beitrag Einen Gartenteich anlegen.
Stauden für die Sumpfzone
Die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) öffnet ihre leuchtend gelben Blüten schon im April und ist damit eine der ersten Farben am Teich. Sie ist giftig, ebenso wie die Sumpf-Iris (Iris pseudacorus), die im Mai und Juni gelb blüht und bis über einen Meter hoch wird. Die Sumpf-Iris breitet sich kräftig aus und ist für kleine Teiche eher zu wüchsig; setzen Sie sie dort in einen Pflanzkorb.
Die Blumenbinse (Butomus umbellatus) trägt im Sommer rosa Blütendolden auf hohen Stielen, das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) bildet himmelblaue Teppiche an der Wasserkante und blüht von Mai bis in den Spätsommer. Für ruhige Ecken passt die heimische Sumpf-Calla (Calla palustris) mit weißen Hochblättern; sie ist giftig.
Gelegentlich wird für Teichränder auch die Amerikanische Scheinkalla (Lysichiton americanus) angeboten. Sie steht auf der EU-Liste invasiver Arten und darf nicht mehr gehandelt oder gepflanzt werden. Nehmen Sie stattdessen heimische Arten.
Stauden für die Feuchtzone
In der Feuchtzone ist die Auswahl am größten. Das Mädesüß (Filipendula ulmaria) trägt im Sommer cremeweiße, nach Honig duftende Blütenrispen und wird 80–150 cm hoch. Der Blutweiderich (Lythrum salicaria) blüht von Juli bis September mit purpurnen Ähren und ist eine hervorragende Bienenweide. Die Trollblume (Trollius) mit ihren kugeligen, gelben Blüten und die Sibirische Schwertlilie oder Wiesen-Iris (Iris sibirica) setzen im Frühsommer Akzente.
Für halbschattige Ufer eignen sich Etagen-Primeln, die ihre Blüten im Frühsommer in mehreren Quirlen übereinander tragen, sowie Astilben, die mit ihren fedrigen Rispen nasse Füße nicht übel nehmen. Mehr zu diesen Stauden lesen Sie unter Astilben: die Stars im Halbschatten. Taglilien kommen mit feuchtem wie mit normalem Boden zurecht und sind deshalb ideal für den Übergang. Seggen und andere Gräser bringen Ruhe zwischen die Blüten; eine Auswahl finden Sie unter Gräser für die Bepflanzung rund um den Teich.
Vorsicht beim Gilb-Weiderich (Lysimachia punctata): Er blüht zuverlässig gelb, wuchert aber mit Ausläufern stark. Am kleinen Teich nur mit Wurzelsperre.
Große Teiche: Stauden mit Wucht
Wer einen großen Teich hat, kann mit hohen Stauden arbeiten. Wasserdost (Eupatorium) erreicht bis zu zwei Meter und wird im Spätsommer von Schmetterlingen umschwärmt. Riesen-Chinaschilf und andere hohe Gräser geben der Pflanzung Struktur bis in den Winter. Das Mammutblatt (Gunnera) beeindruckt mit Blättern von über einem Meter Durchmesser, braucht aber viel Platz, dauerhaft feuchten Boden und einen guten Winterschutz. Für kleine Gärten ist es keine Wahl.
Gestaltung: Höhen staffeln, Sichtachsen lassen
Setzen Sie den Teichrand nicht rundum zu. Schöner wirkt es, wenn dichte, hohe Pflanzungen an einer Seite mit offenen, niedrigen Abschnitten wechseln, von denen aus man aufs Wasser blickt. Hohe Stauden gehören an die Rückseite, gesehen vom Haus oder der Terrasse aus, niedrige nach vorne. Pflanzen Sie jede Art in Gruppen von drei bis fünf Stück statt einzeln, dann entsteht ein ruhiges Bild.
Immergrüne Blätter, etwa von Bergenien, sorgen dafür, dass der Teichrand auch im Winter nicht kahl aussieht. Ein Bachlauf lässt sich mit denselben Pflanzen säumen; Hinweise dazu finden Sie unter Einen Bachlauf am Gartenteich anlegen. Sonnige, steinige Ränder bieten Platz für Polsterstauden wie Thymian oder Fetthenne.
Pflanzzeit und Pflege
Die beste Pflanzzeit für Teichrand- und Sumpfstauden ist das Frühjahr von April bis Juni, wenn das Wasser sich erwärmt hat. Sumpfpflanzen setzen Sie in nährstoffarme Teicherde oder sandigen Lehm, nicht in normale Blumenerde, die das Wasser mit Nährstoffen belastet.
Im Herbst ist Zurückhaltung gefragt. Schneiden Sie Stauden am Teich nicht alle radikal herunter. Hohle Stängel dienen Insekten als Winterquartier, und Samenstände sind Vogelfutter. Entfernen Sie aber Pflanzenteile, die ins Wasser fallen würden, damit sie dort nicht verrotten. Stängel von Sumpfpflanzen schneiden Sie oberhalb der Wasserlinie ab; unter Wasser abgeschnittene Halme können Wasser ziehen und faulen. Den Hauptschnitt erledigen Sie im zeitigen Frühjahr. Allgemeines dazu steht unter Im Oktober Stauden zurückschneiden, die Pflege nach dem Winter unter Gartenteich nach dem Winter pflegen.
Häufige Fragen
Welche Stauden eignen sich für den Teichrand?
Für die Sumpfzone Sumpfdotterblume, Sumpf-Iris, Blumenbinse und Sumpf-Vergissmeinnicht, für die Feuchtzone Mädesüß, Blutweiderich, Trollblume, Wiesen-Iris, Etagen-Primel und Taglilie. Auf dem trockenen Ufer passen normale Beetstauden.
Wann pflanzt man Stauden am Gartenteich?
Am besten von April bis Juni. Dann ist das Wasser warm genug, und die Pflanzen wurzeln bis zum Winter gut ein.
Sollte man Teichpflanzen im Herbst zurückschneiden?
Nur teilweise. Entfernen Sie, was ins Wasser fallen würde, lassen Sie aber hohle Stängel über den Winter stehen und schneiden Sie Sumpfpflanzen nie unterhalb der Wasserlinie ab. Der Hauptschnitt folgt im Frühjahr.
Welche Teichpflanzen sind giftig?
Unter anderem Sumpfdotterblume, Sumpf-Iris und Sumpf-Calla. Wo kleine Kinder oder Haustiere spielen, sollten Sie das bei der Auswahl bedenken.



