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Garten-Ratgeber

Weigelien für den Ziergarten

Gehölze & Heckenvon Kathrin Schendel5 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Steckbrief
  2. Ein Klassiker mit langer Geschichte
  3. Sorten nach Farbe und Größe
  4. Der richtige Standort
  5. Pflanzen
  6. Weigelien als Blütenhecke
  7. Womit man Weigelien kombiniert
  8. Richtig schneiden
  9. Pflege und Vermehrung
  10. Häufige Fragen

Weigelien (Weigela) sind robuste Blütensträucher, die im Mai und Juni mit trompetenförmigen Blüten in Rot, Rosa oder Weiß übersät sind und oft im Spätsommer ein zweites Mal blühen. Sie wachsen in fast jedem Gartenboden, vertragen Sonne und Halbschatten und werden meist 1,5–3 m hoch. Das einzige, was sie wirklich brauchen, ist ein Auslichtungsschnitt nach der Blüte alle zwei bis drei Jahre – sonst vergreisen sie.

Leuchtend rosarote Blüten einer Weigelie
Leuchtend rosarote Blüten einer Weigelie

Steckbrief

Botanischer NameWeigela florida und Hybriden
Deutscher NameWeigelie, Liebliche Weigelie
HerkunftOstasien
Wuchshöheje nach Sorte 0,5–3 m
BlütezeitMai–Juni, oft Nachblüte im Spätsommer
Standortsonnig bis halbschattig
Bodenanspruchslos, am liebsten frisch und humos
Winterhärtegut winterhart
Insektenwird von Hummeln und Bienen besucht

Ein Klassiker mit langer Geschichte

Die Weigelie kam im 19. Jahrhundert aus Ostasien nach Europa und war lange ein fester Bestandteil jeder Blütenhecke, gemeinsam mit Forsythie, Deutzie und Pfeifenstrauch. Zeitweise gab es weit über hundert Sorten. Später geriet sie etwas aus der Mode, weil exotischere Gehölze gefragt waren. Heute wird sie wieder geschätzt – als robuste, unkomplizierte Pflanze, die mit wenig Pflege zuverlässig blüht und auch mit den trockeneren Sommern gut zurechtkommt.

Die Blüten verfärben sich beim Verblühen oft etwas dunkler, sodass an einem Strauch gleichzeitig hellere und dunklere Töne zu sehen sind. Hummeln lieben die Blüten; manche beißen seitlich ein Loch in die Röhre, um an den Nektar zu kommen.

Sorten nach Farbe und Größe

SorteBlüte / LaubHöhe (ca.)
'Bristol Ruby'rubinrot, sehr reichblühend2–3 m
'Eva Rathke'dunkelrot, alte Sorte1,5–2 m
'Styriaca'rosa2–3 m
'Candida'weiß2–3 m
'Nana Variegata'rosa, weiß gerandetes Laub1–1,5 m
'Minor Black'dunkelrosa, fast schwarzrotes Laubbis 1 m
'Alexandra'rosa, dunkelrotes Laub1–1,5 m
'Monet'rosa, grün-weiß-rosa buntes Laubbis etwa 0,5 m

Die Höhenangaben sind Richtwerte; je nach Boden und Schnitt fallen die Sträucher größer oder kleiner aus. Kompakte Sorten wie ‘Minor Black’ oder ‘Monet’ passen auch in kleine Gärten, in Staudenbeete und in große Kübel.

Eine Besonderheit ist die Gelbblühende Weigelie (Weigela middendorffiana). Sie blüht früher, im April und Mai, mit schwefelgelben Blüten und bleibt mit etwa 1–1,5 m kleiner. Sie ist anspruchsvoller: Sie mag kühle, luftfeuchte Lagen und einen humosen, kalkarmen Boden. In heißen, trockenen Gärten kümmert sie.

Der richtige Standort

Weigelien blühen in der Sonne am reichsten, gedeihen aber auch im Halbschatten, dort mit etwas weniger Blüten. Rotlaubige Sorten brauchen Sonne, damit das Laub seine dunkle Farbe entwickelt; im Schatten vergrünt es. An den Boden stellen die Sträucher kaum Ansprüche: Jeder normale Gartenboden ist recht, am liebsten frisch, humos und durchlässig. Staunässe und sehr trockene, magere Sandböden vertragen sie weniger gut.

Pflanzen

Gepflanzt wird im Herbst oder im Frühjahr, Containerware auch im Sommer, wenn Sie danach regelmäßig gießen. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das doppelt so groß ist wie der Wurzelballen, mischen Sie etwas Kompost unter den Aushub, setzen Sie den Strauch so tief, wie er im Topf stand, und gießen Sie kräftig an. Als Abstand zu Nachbarsträuchern rechnen Sie bei großen Sorten mit etwa 1,5–2 m, bei kompakten mit rund 1 m.

Weigelien als Blütenhecke

Weigelien eignen sich hervorragend für eine frei wachsende Blütenhecke, die nicht streng geschnitten wird. Für eine solche Hecke planen Sie eine Breite von etwa 2 m ein und setzen die Sträucher im Abstand von 1–1,5 m, bei zweireihiger Pflanzung versetzt. In den ersten Jahren wirkt die Hecke lückig. Die Lücken können Sie mit Sommerblumen oder schnellwachsenden Stauden füllen, bis die Sträucher zusammengewachsen sind.

Als Formhecke mit regelmäßigem Heckenschnitt taugen Weigelien dagegen weniger, weil dabei die Blüten des nächsten Jahres abgeschnitten werden. Welche Gehölze sich für geschnittene Hecken eignen, zeigt der Beitrag Die besten Pflanzen für eine Hecke. Eine gemischte Hecke aus Blütensträuchern bietet zudem Vögeln Schutz; mehr dazu unter Die Vogelschutzhecke als Lebensraum.

Womit man Weigelien kombiniert

In einer gemischten Blütenhecke lassen sich die Blütezeiten staffeln: Forsythie im März und April, Zierjohannisbeere und Spiere im April, dann Weigelie, Deutzie und Kolkwitzie im Mai, Pfeifenstrauch im Juni, Sommerflieder ab Juli. Dazwischen setzen Blutpflaume oder rotlaubige Weigelien farbige Akzente. Auch Flieder passt gut dazu, wie der Beitrag Zauberhafter Flieder als Zierde im Garten zeigt.

Im Beet oder vor einer Hecke harmonieren Weigelien mit Stauden wie Storchschnabel, Frauenmantel, Katzenminze oder Salbei. Rotlaubige Sorten wirken vor silbrigem Laub, etwa von Heiligenkraut oder Woll-Ziest, besonders stark.

Richtig schneiden

Weigelien blühen am vorjährigen Holz und an kurzen Seitentrieben älterer Zweige. Ein Rückschnitt im Frühjahr kostet daher Blüten. Der richtige Zeitpunkt ist direkt nach der Blüte im Juni oder Juli.

  1. Alle zwei bis drei Jahre auslichten. Schneiden Sie etwa ein Viertel bis ein Drittel der ältesten, dicksten Triebe bodennah heraus. Junge Bodentriebe ersetzen sie.
  2. Überhängende Triebe ableiten. Lange, bogig überhängende Zweige über einem kräftigen, jungen Seitentrieb abschneiden.
  3. Nicht einkürzen. Die Triebspitzen rundherum zu kappen, lässt den Strauch von unten verkahlen und oben zum Besen werden.

Einen völlig vergreisten Strauch können Sie auch radikal verjüngen, indem Sie alle Triebe auf etwa 30 cm zurückschneiden. Das ist nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz nur vom 1. Oktober bis Ende Februar erlaubt. Die Blüte fällt danach ein Jahr aus. Das Prinzip ähnelt dem Schnitt der Forsythie, beschrieben unter Forsythien nach der Blütezeit schneiden.

Pflege und Vermehrung

Weigelien brauchen wenig. Eine Gabe Kompost im Frühjahr reicht als Dünger, in längeren Trockenzeiten gießen Sie – besonders in den ersten Jahren. Krankheiten sind selten, gelegentlich treten Blattläuse auf.

Vermehren lassen sich Weigelien sehr leicht über Steckhölzer im Winter oder halbreife Stecklinge im Sommer. Die Anleitung dazu finden Sie unter Gehölze durch Steckhölzer vermehren.

Häufige Fragen

Wann schneidet man Weigelien?

Direkt nach der Blüte im Juni oder Juli. Dann bleiben genug Triebe für die Blüte im nächsten Jahr. Einen radikalen Verjüngungsschnitt machen Sie im Winter.

Eignet sich die Weigelie als Hecke?

Als frei wachsende Blütenhecke sehr gut, gemischt mit Deutzie, Forsythie oder Pfeifenstrauch. Als streng geschnittene Formhecke eher nicht, weil dabei die Blüten verloren gehen.

Wie hoch wird eine Weigelie?

Je nach Sorte zwischen etwa 0,5 m bei Zwergsorten wie ‘Monet’ und 3 m bei ‘Bristol Ruby’ oder ‘Candida’.

Ist die Weigelie giftig?

Sie gilt nicht als giftig und ist damit auch für Gärten mit Kindern und Haustieren geeignet.

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