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Garten-Ratgeber

Das Usambaraveilchen (Saintpaulia ionantha)

Zimmerpflanzenvon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Steckbrief des Usambaraveilchens
  2. Herkunft und Aussehen
  3. Der richtige Standort
  4. Richtig gießen
  5. Düngen und Umtopfen
  6. Wenn das Usambaraveilchen nicht blüht
  7. Vermehrung durch Blattstecklinge
  8. Krankheiten und Schädlinge
  9. Häufige Fragen

Das Usambaraveilchen (Saintpaulia ionantha) ist eine der wenigen Zimmerpflanzen, die fast ganzjährig blühen können. Es braucht einen hellen Platz ohne direkte Mittagssonne, gleichmäßige Zimmerwärme um 20–22 °C und zimmerwarmes, kalkarmes Wasser, das nicht auf die Blätter kommt. Wer diese drei Punkte beachtet, hat mit dem kleinen Dauerblüher erstaunlich wenig Arbeit – und kann ihn aus einem einzigen Blatt vermehren.

Usambaraveilchen (Saintpaulia) mit blau-weißen Blüten
Usambaraveilchen (Saintpaulia) mit blau-weißen Blüten

Steckbrief des Usambaraveilchens

Botanischer NameSaintpaulia ionantha, heute auch als Streptocarpus ionanthus geführt; Familie Gesneriengewächse
HerkunftUsambara-Berge in Tansania, Ostafrika
Wuchshöhemeist 10–20 cm, Minisorten deutlich kleiner
Blütezeitbei gutem Licht nahezu ganzjährig
Standorthell, ohne direkte Mittagssonne
Temperatur18–24 °C, nicht dauerhaft unter 16 °C
Giftigkeitgilt als ungiftig für Menschen und Haustiere

Herkunft und Aussehen

Das Usambaraveilchen stammt aus den Usambara-Bergen im Nordosten Tansanias. Dort wächst es im Schatten von Bergwäldern an feuchten, felsigen Hängen, bei gleichmäßig warmen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte der deutsche Kolonialbeamte Walter von Saint Paul-Illaire die Pflanze und schickte Samen nach Deutschland – daher der Gattungsname Saintpaulia. Mit dem Veilchen ist es trotz des Namens nicht verwandt. Botaniker ordnen es inzwischen der Gattung Streptocarpus zu, im Handel ist aber weiter Saintpaulia üblich.

Die Pflanze bildet eine flache Rosette aus rundlichen, fleischigen, samtig behaarten Blättern. Darüber stehen die Blüten in kleinen Büscheln. Durch jahrzehntelange Züchtung gibt es heute Tausende Sorten: einfach, halbgefüllt oder gefüllt, mit glatten oder gewellten Rändern, in Violett, Blau, Rosa, Rot, Weiß, zweifarbig, gerandet oder gesprenkelt. Auch Sorten mit panaschierten Blättern und winzige Mini-Usambaraveilchen sind erhältlich.

Der richtige Standort

Das Usambaraveilchen braucht viel Licht, aber keine pralle Sonne. Ideal ist ein Ost- oder Westfenster; am Südfenster sollte eine Gardine die Mittagssonne abhalten, sonst bekommen die Blätter helle, trockene Brandflecken. An einem Nordfenster reicht das Licht meist nur für Blätter, nicht für Blüten. Für eine reiche Blüte braucht die Pflanze rund 12 Stunden Helligkeit am Tag; im Winter kann eine Pflanzenleuchte helfen.

Die Temperatur sollte ganzjährig zwischen 18 und 24 °C liegen. Kalte Fensterscheiben im Winter, Zugluft und Plätze direkt über der Heizung sind ungünstig. Die Pflanze mag eine eher höhere Luftfeuchtigkeit, sprühen Sie aber nie auf die behaarten Blätter, sonst entstehen Flecken und Fäulnis. Besser ist eine Schale mit Wasser und Kies neben dem Topf. Ein helles Badezimmer ist ein guter Platz, wie der Beitrag Pflanzen für Küche und Bad zeigt.

Richtig gießen

Die Erde soll gleichmäßig leicht feucht sein, aber nie nass. Gießen Sie, sobald die Oberfläche angetrocknet ist, mit zimmerwarmem, kalkarmem Wasser. Kaltes Wasser auf den Blättern führt zu hellen Ring- oder Fleckenmustern, die nicht mehr verschwinden.

Am sichersten ist das Gießen von unten: Stellen Sie Wasser in den Untersetzer und gießen Sie den Rest nach etwa 20 Minuten weg. Alternativ tauchen Sie den Topf kurz in ein Wasserbad, bis sich der Ballen vollgesogen hat, und lassen ihn gut abtropfen. Staunässe ist die häufigste Todesursache: Die Wurzeln faulen, die Rosette wird weich und kippt um. Hinweise dazu stehen im Beitrag über Wurzelfäule.

Düngen und Umtopfen

Während der Blüte wird alle zwei bis drei Wochen mit einem Blühpflanzendünger in halber Konzentration gedüngt, am besten einem speziellen Dünger für Usambaraveilchen oder einem phosphatbetonten Blühdünger. Im Winter bei weniger Licht genügt eine Gabe im Monat.

Umgetopft wird im Frühjahr oder Frühsommer, wenn die Wurzeln den Topf ausfüllen, meist alle ein bis zwei Jahre. Usambaraveilchen blühen besser in eher kleinen, flachen Töpfen. Der neue Topf sollte nur wenig größer sein als der alte. Geeignet ist lockere, humose Erde mit etwas Perlite oder Sand, etwa spezielle Usambaraveilchen-Erde oder Anzuchterde. Setzen Sie die Rosette nicht tiefer, als sie vorher stand.

Wenn das Usambaraveilchen nicht blüht

Bleiben die Blüten aus, liegt es fast immer an einem dieser Punkte:

  • Zu wenig Licht, vor allem im Winter oder an einem Nordfenster. Heller stellen oder eine Pflanzenleuchte nutzen.
  • Zu großer Topf. Die Pflanze füllt erst den Topf mit Wurzeln, bevor sie blüht.
  • Zu kalt, etwa direkt an einer kalten Fensterscheibe im Winter.
  • Zu viele Rosetten. Bilden sich seitliche Kronen, verteilt die Pflanze ihre Kraft. Seitentriebe abnehmen und einzeln topfen.
  • Falscher Dünger: zu viel Stickstoff fördert Blätter statt Blüten.

Vermehrung durch Blattstecklinge

Kaum eine Pflanze lässt sich so leicht vermehren. Die beste Zeit ist das Frühjahr und der Frühsommer.

  1. Blatt auswählen. Ein gesundes, mittelaltes Blatt aus der zweiten Reihe der Rosette mit etwa 2–3 cm Stiel schräg abschneiden.
  2. Stecken. Den Stiel etwa 1 cm tief in feuchte Anzuchterde mit Sand oder Perlite stecken, alternativ in ein Glas Wasser stellen, bis Wurzeln erscheinen.
  3. Warm und feucht halten. Bei rund 20–22 °C, hell ohne Sonne und unter einer Folienhaube oder in einem Zimmergewächshaus. Regelmäßig lüften.
  4. Jungpflanzen trennen. Nach sechs bis zehn Wochen erscheinen am Stielende kleine Blattrosetten. Sind sie einige Zentimeter groß, werden sie vorsichtig getrennt und einzeln in kleine Töpfe gesetzt.

Bis zur ersten Blüte vergehen meist sechs bis neun Monate.

Krankheiten und Schädlinge

Welke oder beschädigte Blätter entfernen Sie am besten vollständig, indem Sie sie vorsichtig seitlich vom Ansatz abziehen, damit kein fauler Stumpf bleibt. Graue, pelzige Beläge auf Blättern und Blüten deuten auf Grauschimmel hin, meist Folge von Nässe und kühler Luft – mehr dazu im Beitrag Der Kampf gegen den Grauschimmel. Unter den Schädlingen treten vor allem Wollläuse, Thripse und Weichhautmilben auf; Letztere verursachen verkrüppelte, stark behaarte Herzblätter. Stark befallene Pflanzen entsorgen Sie am besten, bevor sich die Schädlinge auf die Nachbarn ausbreiten.

Häufige Fragen

Wie oft muss man ein Usambaraveilchen gießen?

Sobald die Erdoberfläche leicht angetrocknet ist, meist ein- bis zweimal pro Woche. Am besten von unten über den Untersetzer und immer mit zimmerwarmem Wasser.

Ist das Usambaraveilchen giftig für Katzen?

Nein, es gilt als ungiftig für Menschen, Katzen und Hunde. Knabbernde Katzen schaden allerdings der Pflanze.

Warum bekommt mein Usambaraveilchen Flecken auf den Blättern?

Meist durch kaltes Wasser auf den Blättern oder direkte Sonne. Gießen Sie von unten und stellen Sie die Pflanze vor der Mittagssonne geschützt auf.

Kann ein Usambaraveilchen in Hydrokultur wachsen?

Ja, das ist möglich, besonders mit Stecklingen, die direkt in Wasser bewurzelt werden. Wie Hydrokultur funktioniert, erklärt der Beitrag Hydrokultur – beliebt und pflegeleicht.

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