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Garten-Ratgeber

Wichtige Gartenarbeiten im April

Gartenkalendervon Kathrin Schendel7 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen
  2. Den Rasen nach dem Winter in Form bringen
  3. Stauden, Gräser und Sommerblumen pflanzen
  4. Gehölze und Rosen: schneiden, pflanzen, düngen
  5. Das Gemüsebeet bestellen
  6. Obstgarten und Beeren
  7. Pflanzenschutz: kontrollieren statt spritzen
  8. Gartenteich, Kübelpflanzen und Möbel
  9. Häufige Fragen

Im April startet die Gartensaison richtig: Der Rasen wird gemäht und gedüngt, Stauden und Gehölze werden gepflanzt, das Gemüsebeet bekommt die ersten Aussaaten und die Kübelpflanzen gewöhnen sich langsam wieder an draußen. Gleichzeitig ist der April launisch – Nachtfröste sind bis zu den Eisheiligen Mitte Mai möglich, und alles Frostempfindliche braucht noch Schutz. Hier finden Sie die Arbeiten des Monats nach Gartenbereichen geordnet.

Spindelmäher beim Rasenschnitt, das Schnittgut fliegt nach vorn
Spindelmäher beim Rasenschnitt, das Schnittgut fliegt nach vorn

Woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen

Der Kalender ist nur ein grober Anhaltspunkt. Ob ein Beet bearbeitet werden kann, zeigt der Boden selbst: Zerfällt eine Handvoll Erde beim Zusammendrücken krümelig, ist er abgetrocknet; klebt er zu einem Klumpen, warten Sie besser noch ein paar Tage, sonst verdichten Sie ihn. Für Aussaaten zählt die Bodentemperatur mehr als das Datum. Möhren, Radieschen, Spinat und Erbsen keimen schon ab etwa 5 °C, Bohnen, Zucchini und Kürbis brauchen mindestens 10–12 °C und gehören erst nach den Eisheiligen ins Freie. Ein einfaches Bodenthermometer in 5 cm Tiefe ist die zuverlässigste Pflanzhilfe des Frühjahrs. In rauen Lagen verschiebt sich alles um zwei bis drei Wochen nach hinten, im Weinbauklima entsprechend nach vorn.

Den Rasen nach dem Winter in Form bringen

Sobald der Rasen wächst und der Boden abgetrocknet ist, steht der erste Schnitt an. Stellen Sie den Mäher dafür nicht zu tief ein, etwa auf 4–5 cm. Nehmen Sie nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal ab, sonst schwächen Sie die Gräser. Danach folgt die erste Düngung mit einem stickstoffbetonten Rasendünger, am besten vor einem angekündigten Regen oder mit anschließendem Wässern.

Ist der Rasen verfilzt oder vermoost, wird er vertikutiert – aber erst, wenn er kräftig wächst, meist ab Mitte oder Ende April. Mähen Sie vorher kurz, ziehen Sie das Gerät in Längsbahnen und bei starkem Moosbesatz noch einmal quer darüber. Kahle Stellen säen Sie anschließend nach und halten die Saat feucht. Zwischen Vertikutieren und Düngen sollten einige Tage liegen, damit die Gräser sich erholen. Mehr zum Start ins Rasenjahr steht unter April – Zeit für den ersten Rasenschnitt. Moos ist übrigens meist ein Zeichen für Schatten, Nässe oder einen verdichteten Boden; Vertikutieren beseitigt das Symptom, nicht die Ursache.

Stauden, Gräser und Sommerblumen pflanzen

Der April ist eine der besten Pflanzzeiten für Stauden, besonders für solche, die im Sommer und Herbst blühen, wie Astern, Sonnenhut, Phlox oder Fetthenne. Der Boden ist feucht, erwärmt sich langsam, und die Pflanzen haben den ganzen Sommer, um einzuwurzeln. Zu groß gewordene, von innen verkahlende Stauden werden jetzt geteilt, im Idealfall kurz vor oder beim Austrieb. Welche Stauden sich eignen, erklärt April ist Pflanzzeit für Stauden.

Auch Ziergräser setzen Sie am besten im Frühjahr, weil sie bis zum Winter gut einwurzeln müssen – siehe Im April Zeit zum Pflanzen von Ziergräsern. Wer die alten Halme von Chinaschilf, Lampenputzergras und Co. noch nicht entfernt hat, schneidet sie jetzt bodennah ab, bevor der Neuaustrieb durchkommt. Robuste Einjährige wie Ringelblumen, Kornblumen, Mohn oder Schleierkraut können direkt ins Beet gesät werden. Frostempfindliche Sommerblumen und Balkonpflanzen bleiben dagegen bis Mitte Mai im Haus oder werden tagsüber zum Abhärten nach draußen gestellt. Gladiolen können ab Mitte April gelegt werden, Dahlien kommen in den meisten Gegenden erst Anfang Mai in die Erde. Was sich sonst im April pflanzen lässt, zeigt der Beitrag Was kann man im April pflanzen?.

Gehölze und Rosen: schneiden, pflanzen, düngen

Rosen werden traditionell geschnitten, wenn die Forsythien blühen, also je nach Lage Ende März bis Mitte April. Beet- und Edelrosen schneiden Sie kräftig auf drei bis fünf Augen zurück, Strauchrosen nur mäßig, einmal blühende Rambler kaum. Anschließend bekommen öfter blühende Rosen einen organischen Rosendünger oder Kompost. Die Einzelheiten stehen in Rosen im Frühjahr schneiden.

Frühjahrsblühende Sträucher wie Forsythie, Zierjohannisbeere oder Mandelbäumchen schneiden Sie nicht jetzt, sondern direkt nach der Blüte, sonst schneiden Sie die Blüten des nächsten Jahres ab. Rispen- und Schneeballhortensien, die am diesjährigen Holz blühen, dürfen jetzt kräftig zurückgeschnitten werden; bei Bauernhortensien entfernen Sie nur die alten Blütenstände und erfrorene Triebe. Im April lassen sich Containergehölze gut pflanzen, auch empfindlichere Arten wie Lavendel, Hibiskus oder Hortensien, die nach einer Frühjahrspflanzung besser einwurzeln als nach einer späten Herbstpflanzung.

Das Gemüsebeet bestellen

Im April beginnt die Hauptaussaatzeit im Freiland. Direkt ins Beet kommen jetzt Möhren, Radieschen, Spinat, Petersilie, Erbsen, Mangold, Rote Bete ab Ende April sowie Pflücksalate. Steckzwiebeln und Frühjahrsknoblauch werden gesteckt, vorgekeimte Frühkartoffeln kommen in die Erde, sobald der Boden etwa 8 °C erreicht hat. Kohlrabi, Salat und Frühkohl aus der Vorkultur werden ausgepflanzt und bei Frostgefahr mit Vlies abgedeckt.

Auf der Fensterbank ziehen Sie Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini vor, in rauen Lagen auch Stangenbohnen, die dann nach den Eisheiligen ausgepflanzt werden. Möhren, Zwiebeln, Rettich und Kohl bekommen gleich nach der Saat oder Pflanzung ein engmaschiges Kulturschutznetz: Es hält Möhren-, Zwiebel- und Kohlfliegen davon ab, ihre Eier abzulegen, und ersetzt jedes Spritzmittel.

Obstgarten und Beeren

Erdbeeren sind im April besonders frostgefährdet, weil die frühen Blüten schon bei leichtem Frost schwarz werden. Halten Sie Vlies bereit und legen Sie es in klaren Nächten auf. Neue Erdbeerpflanzen, vor allem Frigo-Pflanzen, lassen sich auch im April noch setzen; die Haupt-Pflanzzeit ist allerdings der Spätsommer. Heidelbeeren freuen sich über eine Mulchschicht aus Nadelholzhäcksel oder Rindenmulch, die den Boden sauer und feucht hält.

Bei Brombeeren kürzen Sie an den vorjährigen Ruten die Seitentriebe auf wenige Knospen ein. An Kirschen, Aprikosen und Sauerkirschen achten Sie während und nach der Blüte auf die Monilia-Spitzendürre: Plötzlich welkende Triebspitzen mit vertrockneten Blüten werden bis weit ins gesunde Holz zurückgeschnitten und entsorgt. Mehr dazu unter Monilia-Spitzendürre und Fruchtfäule.

Pflanzenschutz: kontrollieren statt spritzen

Der April ist der Monat der Kontrollgänge. Bei Rhododendren brechen Sie braun-schwarze, vertrocknete Knospen aus, denn sie sind oft von einem Pilz befallen, der von der Rhododendronzikade verbreitet wird. Buchsbäume sehen Sie im Inneren nach grünen Raupen des Buchsbaumzünslers und nach verkrümmten Blättern durch den Buchsbaumblattfloh. Finden Sie beim Umtopfen oder Pflanzen weißliche, gekrümmte Larven mit braunem Kopf im Boden, handelt es sich meist um den Dickmaulrüssler. Gegen ihn helfen parasitäre Nematoden, die mit dem Gießwasser ausgebracht werden; sie wirken aber erst ab einer Bodentemperatur von etwa 12 °C, im April also eher gegen Monatsende.

Echter Mehltau zeigt sich im Frühjahr zuerst an Triebspitzen, etwa bei Äpfeln und Stachelbeeren. Schneiden Sie befallene, weiß bepuderte Spitzen gleich heraus, bevor sich die Sporen mit dem Wind verbreiten. Zu Pflanzenschutzmitteln greifen Sie nur, wenn mechanische Maßnahmen nicht reichen, und dann ausschließlich zu einem für den Zweck zugelassenen Mittel nach Gebrauchsanweisung.

Gartenteich, Kübelpflanzen und Möbel

Im Gartenteich schneiden Sie abgestorbene Stauden am Rand zurück, keschern Laub und Pflanzenreste ab und nehmen Pumpe und Filter wieder in Betrieb, wenn das Wasser sich erwärmt. Eine Anleitung steht unter Gartenteich nach dem Winter pflegen.

Überwinterte Kübelpflanzen werden heller und wärmer gestellt, häufiger gegossen und bei Bedarf umgetopft; ab dem Neuaustrieb erhalten sie wieder Dünger. Robuste Arten wie Oleander, Olive, Lorbeer oder Rosmarin dürfen an milden Tagen nach draußen, zunächst in den Schatten, damit die Blätter keinen Sonnenbrand bekommen. Bei angesagtem Nachtfrost holen Sie sie wieder herein oder decken sie ab. Gartenmöbel können aus dem Winterlager kommen, sobald die Terrasse trocken ist.

Häufige Fragen

Welche Blumen kann man im April pflanzen?

Stauden aller Art, besonders Sommer- und Herbstblüher, Ziergräser sowie robuste Einjährige als Direktsaat. Gladiolen ab Mitte April, Dahlien und frostempfindliche Balkonblumen erst nach den Eisheiligen.

Kann man Anfang April schon Erdbeeren pflanzen?

Ja, wenn der Boden bearbeitbar ist. Die Pflanzen brauchen in Frostnächten aber Vlies. Die ergiebigste Pflanzzeit bleibt der Spätsommer, weil die Pflanzen dann bis zur ersten Ernte länger Zeit zum Einwurzeln haben.

Wann sollte man im April den Rasen düngen?

Nach dem ersten Schnitt, wenn der Rasen sichtbar wächst. Vertikutieren Sie zuerst, falls nötig, und düngen Sie ein paar Tage später, damit die Gräser die Nährstoffe zum Regenerieren nutzen können.

Was darf im April noch nicht ins Freie?

Tomaten, Gurken, Zucchini, Bohnen, Dahlien und die meisten Balkonblumen. Sie vertragen keinen Frost und kommen erst nach Mitte Mai hinaus, in kühlen Lagen noch später.

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