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Garten-Ratgeber

Gartenmöbel aus welchem Material sind am besten?

Möbel, Grill & Feuervon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Materialien im Vergleich
  2. Kunststoff: günstig, leicht, aber vergänglich
  3. Aluminium: leicht, rostfrei und pflegearm
  4. Stahl, Schmiedeeisen und Edelstahl
  5. Polyrattan: der Lounge-Klassiker
  6. Holz: natürlich, langlebig, aber pflegebedürftig
  7. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  8. Was zur Grundausstattung gehört
  9. Pflege und Überwinterung
  10. Häufige Fragen

Das beste Material für Gartenmöbel gibt es nicht, wohl aber das passende. Aluminium und hochwertiges Polyrattan sind am pflegeleichtesten, Hartholz und Thermoholz am langlebigsten und schönsten, Kunststoff ist am günstigsten, altert aber am schnellsten. Entscheidend sind neben dem Material die Verarbeitung, die Frage, ob die Möbel im Winter draußen bleiben sollen, und wie viel Pflege Sie investieren möchten.

Sitzgruppe aus Teakholz mit Polstern auf einer Terrasse
Sitzgruppe aus Teakholz mit Polstern auf einer Terrasse

Die Materialien im Vergleich

MaterialPflegeaufwandGewichtWinter im FreienTypische Schwächen
Kunststoffgeringleichtbesser geschütztverblasst, wird spröde, kippelig
Aluminiumsehr geringleichtjadünne Profile verbiegen, im Sommer heiß
Stahl, Schmiedeeisenmittelschwerja, wenn Beschichtung intaktrostet an Kratzern
Edelstahlgeringmitteljateuer, Flugrost möglich
Polyrattangeringleicht bis mittelGestell ja, Polster neinbilliges Geflecht bricht oder hängt durch
Holzmittel bis hochmittel bis schwerHartholz ja, besser abgedecktvergraut, weiche Hölzer faulen

Kunststoff: günstig, leicht, aber vergänglich

Kunststoffmöbel, meist aus Polypropylen, sind die preiswerteste Lösung. Sie sind leicht, stapelbar und nehmen Regen nicht übel. Ihr Schwachpunkt ist die UV-Strahlung: Mit den Jahren bleichen Farben aus, die Oberfläche wird rau und kreidig, das Material spröde. Bei Frost können gealterte Stühle unter Belastung brechen. Achten Sie beim Kauf auf UV-stabilisierten Kunststoff und dickwandige Beine; sehr leichte Stühle werden bei Wind leicht umgeweht.

Zum Reinigen genügen warmes Wasser mit etwas Spülmittel oder Schmierseife und ein weicher Schwamm. Scheuermittel und harte Bürsten rauen die Oberfläche auf, sodass sich der Schmutz danach noch schneller festsetzt. Graue Beläge lassen sich mit einer Paste aus Wasser und Natron oft entfernen. Weiße Möbel sehen länger gut aus, wenn sie nicht dauernd in der prallen Sonne stehen.

Aluminium: leicht, rostfrei und pflegearm

Aluminium rostet nicht. An der Luft bildet es eine dünne Oxidschicht, die das Metall schützt; meist ist es zusätzlich pulverbeschichtet. Aluminiummöbel können deshalb das ganze Jahr draußen bleiben und brauchen kaum mehr als gelegentliches Abwaschen mit Wasser und etwas Spülmittel. Kleine Kratzer in der Beschichtung lassen sich mit Lackstift ausbessern, rosten aber auch unbehandelt nicht.

Aluminium wird fast immer kombiniert: mit Sitzflächen aus Textilgewebe, Polyrattan, Holz oder Seilgeflecht und mit Tischplatten aus Glas, Keramik, Stein oder Holz. Die Qualitätsunterschiede sind groß. Billige Möbel haben dünnwandige Profile, die sich verbiegen, und wackelige Schraubverbindungen. Prüfen Sie beim Kauf, ob der Stuhl unter Belastung nachgibt und ob Verbindungen geschweißt oder nur verschraubt sind. Ein Nachteil: Dunkles Aluminium wird in der Sommersonne sehr heiß.

Stahl, Schmiedeeisen und Edelstahl

Stahl- und Eisenmöbel sind schwer, standfest und wirken klassisch, etwa als verschnörkelte Bistrogarnitur. Ihr Schutz ist die Verzinkung oder Beschichtung; wo diese beschädigt ist, setzt Rost an. Kontrollieren Sie die Möbel einmal im Jahr, schleifen Sie Roststellen an und streichen Sie sie nach. Edelstahl rostet nicht, kann aber in der Nähe von Salz oder Eisenstaub Flugrost zeigen, der sich mit Edelstahlreiniger entfernen lässt.

Polyrattan: der Lounge-Klassiker

Polyrattan ist ein Geflecht aus Kunststoff, meist Polyethylen, um ein Aluminiumgestell. Es sieht aus wie Naturrattan, verträgt aber Regen und Sonne weit besser. Gutes Polyrattan erkennen Sie an dichtem, straffem Geflecht aus vollem Material, das sich nach Belastung zurückstellt, und an einem Aluminiumgestell statt Stahl. Billige Geflechte aus dünnem Hohlprofil oder PVC werden in der Sonne brüchig, hängen durch oder reißen.

Das Gestell kann im Winter draußen bleiben, die Polster und Kissen nicht. Wie Sie das Geflecht sauber halten, lesen Sie unter Gartenmöbel aus Polyrattan reinigen und pflegen; Stilfragen und Unterschiede zu Naturrattan klärt der Beitrag Rattanmöbel.

Holz: natürlich, langlebig, aber pflegebedürftig

Gartenbänke und Tisch mit Gestell aus Gusseisen vor einem Holzhaus
Gartenbänke und Tisch mit Gestell aus Gusseisen vor einem Holzhaus

Holzmöbel fühlen sich warm an, werden in der Sonne nicht so heiß wie Metall und können bei guter Pflege Jahrzehnte halten. Wie lange genau, hängt von der Holzart ab:

  • Teak, Robinie, Eiche und andere Harthölzer sind von Natur aus sehr widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit und Pilze. Bei Tropenholz sollten Sie auf eine Herkunft aus nachhaltiger Forstwirtschaft achten, erkennbar an einem anerkannten Siegel.
  • Thermoholz ist heimisches Holz wie Esche, Kiefer oder Buche, das unter hoher Hitze behandelt wurde. Es nimmt weniger Wasser auf und ist dadurch deutlich haltbarer, wird aber etwas spröder.
  • Kiefer, Fichte und Lärche sind günstig; Kiefer und Fichte halten im Freien nur mit gutem Holzschutz lange durch, Lärche ist von Natur aus etwas robuster.

Ein verbreiteter Irrtum: Auch Hartholz ist nicht unempfindlich. Jedes Holz vergraut unter UV-Licht zu einer silbrigen Patina. Das schadet der Haltbarkeit von Teak oder Robinie nicht, ist aber nicht jedermanns Geschmack. Wer den warmen Farbton erhalten möchte, reinigt das Holz im Frühjahr und ölt es ein- bis zweimal pro Saison. Stehendes Wasser, etwa unter Blumentöpfen, lässt auch gutes Holz fleckig werden. Mehr dazu im Beitrag Holz im Außenbereich – die richtige Imprägnierung.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Egal welches Material: Stabilität kommt vor Optik. Setzen Sie sich probe, rütteln Sie an Lehnen und Beinen. Tischbeine sollten sich auf unebenem Boden ausgleichen lassen, Klappmechanismen leichtgängig und sicher einrasten. Rostfreie Schrauben aus Edelstahl verhindern hässliche Laufspuren. Denken Sie auch an den Platz im Winter: Wer keinen Schuppen hat, wählt Möbel, die draußen bleiben können, oder klapp- und stapelbare Modelle.

Die Preisspannen sind groß. Ein einfacher Kunststoffstuhl kostet wenig, ein hochwertiger Stuhl aus Aluminium, Teak oder gutem Polyrattan ein Vielfaches. Die teureren Möbel halten aber oft ein Jahrzehnt und länger, während billige nach wenigen Sommern ersetzt werden.

Was zur Grundausstattung gehört

Weiß gestrichene Gartenbank aus Holz vor einer Hecke
Weiß gestrichene Gartenbank aus Holz vor einer Hecke

Die Basis bildet meist eine Sitzgruppe aus Tisch und Stühlen, deren Größe sich nach dem Haushalt und nach der Zahl der Gäste richtet, die Sie typischerweise bewirten. Pro Person rechnet man am Tisch mit etwa 60 cm Breite. Rechteckige Tische passen an Hauswände und lange Terrassen, runde fördern das Gespräch und brauchen etwas mehr Fläche. Dazu kommen Möbel zum Entspannen: Liegen, ein Sessel, eine Gartenbank, eine Hollywoodschaukel oder eine Lounge-Ecke. Wie Sie daraus ein Wohnzimmer im Freien machen, zeigt der Beitrag Chillen im Garten – Wohnzimmer im Freien.

Pflege und Überwinterung

Am längsten halten alle Gartenmöbel, wenn sie den Winter trocken und gut belüftet verbringen, etwa in Garage, Keller oder Gartenhaus. Bleiben sie draußen, verwenden Sie atmungsaktive Schutzhüllen, unter denen die Luft zirkulieren kann; dicht schließende Folie lässt Kondenswasser entstehen. Polster und Auflagen gehören immer ins Haus. Mehr zur Reinigung der Textilien lesen Sie unter Reinigung von Auflagen und Sonnenschirmen.

Häufige Fragen

Welche Gartenmöbel sind am pflegeleichtesten?

Möbel aus pulverbeschichtetem Aluminium, oft kombiniert mit Textilbespannung oder hochwertigem Polyrattan. Sie rosten nicht, brauchen keinen Anstrich und können draußen überwintern.

Wie reinige ich Kunststoff-Gartenmöbel?

Mit warmem Wasser, etwas Spül- oder Schmierseife und einem weichen Schwamm. Verzichten Sie auf Scheuermittel, sie rauen die Oberfläche auf.

Welches Holz hält draußen am längsten?

Harthölzer wie Teak, Robinie und Eiche sowie Thermoholz. Weiche Nadelhölzer brauchen einen guten Holzschutz.

Dürfen Gartenmöbel im Winter draußen bleiben?

Aluminium, Edelstahl und Polyrattan-Gestelle ja, Holz besser abgedeckt, Kunststoff und alle Polster nicht.

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