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Garten-Ratgeber

Doppelstabmatten - zahlreiche Lösungen im Überblick

Gartenhaus & Zaunvon Christoph6 Min. · 8 Abschnitte
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wie eine Doppelstabmatte aufgebaut ist
  2. Höhen, Breiten und Oberflächen
  3. Welche Höhe für welchen Zweck?
  4. Pfosten und Befestigung
  5. Tore aus Doppelstabmatten
  6. Sichtschutzstreifen einflechten
  7. Selbst bauen oder bauen lassen
  8. Häufige Fragen

Doppelstabmatten sind die derzeit beliebteste Zaunart für Einfamilienhäuser: stabil, langlebig, schnell montiert und mit Sichtschutzstreifen blickdicht zu machen. Für den normalen Gartenzaun reicht die Ausführung 6/5/6, wo Stöße, Kinder, große Hunde oder Schneelast zu erwarten sind, ist 8/6/8 die bessere Wahl. Die Matten sind in der Regel 2,50 m breit und in Höhen von rund 0,6 bis 2 m erhältlich. Hier finden Sie alles zu Aufbau, Montage, Toren und Sichtschutz.

Wie eine Doppelstabmatte aufgebaut ist

Eine Doppelstabmatte besteht aus senkrechten Stahlstäben, die zwischen jeweils zwei waagerechten Stäben verschweißt sind – daher der Name. Diese Doppelung macht die Matte deutlich steifer als ein Maschendrahtzaun oder eine einfache Stabmatte, die sich bei Belastung verbiegen. Die Felder zwischen den Stäben messen üblicherweise 50 × 200 mm, also 5 cm breit und 20 cm hoch.

Grüner Doppelstabmattenzaun vor einem Vorgarten aus Bruchsteinen
Grüner Doppelstabmattenzaun vor einem Vorgarten aus Bruchsteinen | Foto: BBirke / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Bezeichnung gibt die Drahtstärken an:

  • 6/5/6 bedeutet zwei waagerechte Drähte von je 6 mm und senkrechte Stäbe von 5 mm. Das ist die leichtere, günstigere Ausführung, die für die meisten Gärten völlig ausreicht.
  • 8/6/8 hat waagerechte Drähte von 8 mm und senkrechte von 6 mm. Die Matten sind schwerer und deutlich biegesteifer. Sie empfehlen sich bei hohen Zäunen, an Spielplätzen, Sportflächen, Hundeausläufen und überall dort, wo jemand dagegen tritt, darüber klettert oder sich anlehnt.

Bei Höhen über 1,40 m und in windigen Lagen mit Sichtschutzstreifen spricht vieles für 8/6/8, weil die Matten dann mehr Kraft aufnehmen müssen.

Höhen, Breiten und Oberflächen

Die Standardbreite einer Matte beträgt 2,50 m, gemessen von Mitte Pfosten zu Mitte Pfosten ergibt sich etwa dieses Raster. Übliche Höhen liegen bei 630, 830, 1.030, 1.230, 1.430, 1.630, 1.830 und 2.030 mm. Die krummen Zahlen kommen vom Überstand der Stäbe, der oben oder unten 30 mm beträgt. Den Überstand montiert man meist nach oben, als leichter Übersteigschutz, oder nach unten, dann sieht die Oberkante glatter aus.

Die Matten sind in der Regel feuerverzinkt. Zusätzlich gibt es sie pulverbeschichtet, am häufigsten in Anthrazit (RAL 7016) und Moosgrün (RAL 6005), seltener in anderen Farben. Eine Pulverbeschichtung sollte immer auf einer Verzinkung liegen, nicht statt ihrer – sonst rostet der Zaun an jedem Kratzer. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Matten und Pfosten beide verzinkt und beschichtet sind.

Welche Höhe für welchen Zweck?

Die Höhe richtet sich nach dem, was der Zaun leisten soll, und nach dem, was vor Ort erlaubt ist. Als grobe Orientierung:

  • 0,8–1,0 m: Vorgarten, Abgrenzung ohne Abschottung, offenes Straßenbild.
  • 1,2–1,4 m: klassischer Gartenzaun, hält auch mittelgroße Hunde meist zuverlässig.
  • 1,6–2,0 m: Sichtschutz mit Streifen, Einfassung für große oder sprungfreudige Hunde, Sicherung von Pools.

Wie hoch ein Zaun an der Grundstücksgrenze sein darf, regeln die Nachbarrechtsgesetze der Bundesländer, der Bebauungsplan und örtliche Satzungen. Vielerorts gelten Einfriedungen bis etwa 1,20–2,00 m als genehmigungsfrei, die Grenzen unterscheiden sich aber deutlich. Fragen Sie vor der Bestellung beim Bauamt nach. Allgemeines dazu lesen Sie unter Den Garten einzäunen.

Pfosten und Befestigung

Doppelstabmatten werden an Pfosten aus Stahlrohr befestigt, meist Rechteckrohr 60 × 40 mm. Zwei Systeme sind verbreitet: Pfosten mit Flacheisen und Klemmleisten, bei denen die Matten zwischen Pfosten und Leiste geklemmt werden, und Pfosten mit Halterungen, in die die Matten eingehängt werden. Beide funktionieren, das Klemmsystem ist etwas toleranter bei Ungenauigkeiten.

Die Pfosten werden einbetoniert, in der Regel 60–80 cm tief, also so, dass das Fundament unter der Frostgrenze endet. Alternativ gibt es Pfosten mit Fußplatte zum Aufdübeln auf eine Mauer oder ein vorhandenes Fundament.

So gehen Sie beim Aufbau vor:

  1. Zaunverlauf abstecken. Schnur spannen, Pfostenabstände markieren. Mit Sichtschutzstreifen oder an Hanglagen die Abstände besonders genau setzen.
  2. Ersten Pfosten setzen. Loch graben, Pfosten lotrecht einbetonieren und abstützen.
  3. Matte als Lehre nutzen. Die erste Matte am gesetzten Pfosten befestigen, den nächsten Pfosten daran ausrichten und einbetonieren. So stimmen die Abstände automatisch.
  4. Weiterarbeiten. Pfosten für Pfosten fortfahren, dabei Höhe und Flucht mit der Schnur kontrollieren.
  5. Am Hang staffeln. Doppelstabmatten lassen sich nicht schräg biegen. Am Hang werden sie treppenförmig versetzt montiert, die Lücken unten schließt man mit Kantensteinen oder einer niedrigen Mauer.

Tore aus Doppelstabmatten

Zu jedem Stabmattensystem gibt es passende Tore in derselben Optik. Einflügeltore mit 1–1,5 m Durchgangsbreite dienen als Gartenpforte, Zweiflügeltore mit 3–4 m als Einfahrt. Die Torflügel hängen an eigenen, kräftigeren Pfosten, die ein größeres Fundament brauchen als die Zaunpfosten. Schloss mit Profilzylinder und Drückergarnitur gehören meist zum Lieferumfang, Torschließer und Bodenriegel oft als Zubehör. Auch Schiebetore und elektrische Antriebe sind möglich, verlangen aber eine sorgfältige Planung. Was bei der Wahl des Tores allgemein zählt, lesen Sie unter Die richtige Wahl des Gartentors.

Sichtschutzstreifen einflechten

Doppelstabmatten lassen sich mit Streifen aus Hart-PVC oder Polypropylen blickdicht machen. Die Streifen sind etwa 19 cm hoch, passend zu den 20 cm hohen Feldern, und werden waagerecht durch die senkrechten Stäbe geflochten. Sie kommen als Rollen, oft 35 oder 50 m lang, und werden mit Klemmschienen an den Enden fixiert. Neben Uni-Farben gibt es Streifen in Holz- oder Steinoptik und solche mit Heckenmuster.

Bedenken Sie zwei Punkte: Ein blickdichter Zaun ist auch ein winddichter Zaun. Mit Sichtschutz steigt die Windlast erheblich, deshalb brauchen hohe Zäune dann stabilere Pfosten und tiefere Fundamente. Und Kunststoffstreifen altern unter UV-Licht, sie werden mit den Jahren spröder und blasser.

Die grüne Alternative ist die Bepflanzung. Kletterpflanzen wie Efeu, Clematis oder Geißblatt ranken am Stabmattenzaun gut empor, Heckenpflanzen können direkt dahinter wachsen. Anregungen finden Sie unter Begrünter Sichtschutz im Garten und Sichtschutz und Rankgitter kombinieren.

Selbst bauen oder bauen lassen

Ein Doppelstabmattenzaun ist ein dankbares Projekt für Heimwerker. Die Matten sind handlich, das System ist einfach, und mit zwei Personen schafft man an einem Wochenende eine Gartenseite. Schwierig wird es am Hang, bei langen Strecken mit vielen Richtungswechseln, bei großen Toren und bei hohen Zäunen mit Sichtschutz, wo die Statik der Pfosten zählt. Hier lohnt sich ein Fachbetrieb.

Wer Angebote vergleicht, auch von Anbietern aus dem Ausland, sollte darauf achten, dass Drahtstärken, Verzinkung und Beschichtung eindeutig benannt sind und dass Ersatzteile und Gewährleistung klar geregelt sind. Mehr dazu im Beitrag Zäune aus Polen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen 6/5/6 und 8/6/8?

Die Drahtstärke. 8/6/8 hat dickere Stäbe, ist schwerer und deutlich stabiler. Für einen normalen Gartenzaun reicht 6/5/6, bei hohen Zäunen, Sichtschutz, Hunden und starker Beanspruchung ist 8/6/8 die bessere Wahl.

Wie tief müssen die Pfosten einbetoniert werden?

In der Regel 60–80 cm, abhängig von Zaunhöhe und Frosttiefe. Bei hohen Zäunen mit Sichtschutzstreifen eher tiefer und mit größerem Fundament.

Kann man Doppelstabmatten kürzen?

Ja, mit dem Winkelschleifer. Die Schnittkanten müssen danach mit Zinkspray und passendem Lack geschützt werden, sonst rosten sie.

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