Ein Teichbecken selber einbauen
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Ein Fertigteich aus Kunststoff ist die schnellste Art, zu einem kleinen Gartenteich zu kommen: Grube in der Form des Beckens ausheben, ein Sandbett einbringen, das Becken exakt waagerecht einsetzen und dann Wasser einfüllen und gleichzeitig die Hohlräume außen mit Sand einschlämmen. An einem Wochenende ist das zu schaffen. Entscheidend für den Erfolg sind die Waage und die Hinterfüllung – ein schief eingebautes Becken bleibt dauerhaft schief.

Fertigbecken oder Teichfolie?
Ein Fertigbecken ist ideal für kleine Teiche bis etwa zu einer Größe, die sich noch am Stück transportieren lässt. Die Stufen für Sumpf- und Flachwasserzone sind bereits eingeformt, das Becken ist dicht, und die Arbeit beschränkt sich auf das Ausheben und Einsetzen. Dafür legt die Form alles fest: Größe, Tiefe und Umriss lassen sich nicht anpassen.
Mit Teichfolie sind Sie freier in Form und Größe, der Einbau ist aber aufwendiger, weil Vlies, Folie und Ränder sorgfältig verlegt werden müssen. Für größere Teiche ist Folie die übliche Wahl; wie das geht, steht im Beitrag Einen Gartenteich anlegen.
| Material | Eigenschaften | Einbau |
| GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) | steif, formstabil, sehr langlebig, reparierbar, teurer | verzeiht kleine Unebenheiten im Untergrund eher |
| PE (Polyethylen) | günstiger, leichter, flexibler, UV-stabilisiert | verlangt eine sehr sorgfältige Hinterfüllung, sonst verzieht sich die Wand |
Den richtigen Standort wählen
Ein Teich braucht Licht, aber keine volle Mittagssonne. Ideal sind vier bis sechs Stunden Sonne am Tag, bevorzugt am Vormittag. In praller Sonne erwärmt sich ein kleines Becken im Sommer stark, und Algen wachsen üppig. Im Vollschatten dagegen blühen Seerosen und andere Teichpflanzen kaum.
Meiden Sie den Platz direkt unter Bäumen: Herabfallendes Laub belastet das Wasser, und Wurzeln können beim Graben stören. Günstig ist eine leicht tiefer liegende Stelle, an der ein Teich natürlich wirkt – aber keine, in die bei Starkregen das Oberflächenwasser aus dem Garten läuft. Planen Sie außerdem, ob Sie Strom für eine Pumpe oder Beleuchtung brauchen, und sehen Sie das Kabel vor, bevor alles fertig ist. Außen verlegte Anschlüsse gehören an einen Fehlerstromschutzschalter und werden am besten vom Elektriker ausgeführt.
Sicherheit und Genehmigung
Wasser zieht Kinder magisch an, und schon wenige Zentimeter Wassertiefe können für Kleinkinder gefährlich werden. Wenn kleine Kinder im Garten spielen, sichern Sie den Teich mit einem Zaun oder einem stabilen Gitter knapp unter der Wasseroberfläche.
Kleine Gartenteiche sind in der Regel genehmigungsfrei. Die Details regeln aber die Landesbauordnungen, und in manchen Gemeinden gibt es Vorgaben. Im Zweifel genügt eine kurze Nachfrage beim Bauamt.
Material und Werkzeug
- Fertigbecken
- Spaten, Schaufel, Schubkarre
- lange, gerade Latte und Wasserwaage
- Zollstock oder Maßband
- Sand zum Markieren und reichlich Bausand für Sandbett und Hinterfüllung
- Gartenschlauch
- Steine oder Kies für den Rand, Teichpflanzen
Schritt für Schritt: das Teichbecken einbauen
- Becken prüfen. Kontrollieren Sie das Becken vor dem Einbau auf Risse und Beschädigungen. Im Boden lassen sich Schäden nur mühsam reparieren.
- Umriss markieren. Stellen Sie das Becken an die gewünschte Stelle, bei unebenem Gelände umgedreht. Streuen Sie den äußeren Rand mit Sand nach und markieren Sie auch die Lage der tiefsten Zone und der Stufen. Geben Sie ringsum 10–15 cm Arbeitsraum dazu.
- Ausheben. Heben Sie zuerst die flachen Stufen aus, dann die Tiefzone. Graben Sie jede Ebene etwa 5–10 cm tiefer als das Becken, um Platz für das Sandbett zu haben. Messen Sie immer wieder die Tiefen am Becken nach.
- Steine und Wurzeln entfernen. Alles Spitze muss aus der Grube, es würde das Becken später punktuell belasten.
- Sandbett einbringen. Füllen Sie auf allen Sohlen 5–10 cm feuchten Sand ein, verdichten Sie ihn leicht und ziehen Sie ihn mit der Latte eben ab.
- Becken einsetzen und ausrichten. Setzen Sie das Becken ein und prüfen Sie mit Latte und Wasserwaage in mehreren Richtungen, ob der Rand exakt waagerecht liegt. Der Rand sollte 1–2 cm über dem umgebenden Boden liegen, damit kein Regenwasser mit Erde hineinläuft. Korrigieren Sie so lange mit Sand, bis alles stimmt.
- Befüllen und hinterfüllen im Wechsel. Lassen Sie etwa 10–20 cm Wasser ein und füllen Sie gleichzeitig den Spalt außen bis auf dieselbe Höhe mit Sand. Schlämmen Sie den Sand mit dem Schlauch ein, damit keine Hohlräume bleiben. Dann folgt die nächste Lage, bis Becken und Hinterfüllung oben angekommen sind.
- Waage kontrollieren. Prüfen Sie zwischendurch immer wieder die Waagerechte. Unter den Stufen ist besonders sorgfältig zu hinterfüllen, sonst geben sie später unter der Last von Pflanzkörben nach.
Füllen Sie das Becken nie zuerst ganz mit Wasser und hinterfüllen erst danach: Das Gewicht drückt die Wände nach außen in die Hohlräume, und das Becken verformt sich dauerhaft.
Den Rand gestalten
Ein Kunststoffrand wirkt selten schön. Verdecken Sie ihn mit flachen Natursteinen, Kies oder einer Bepflanzung, die über den Rand wächst. Legen Sie schwere Steine nicht direkt auf den dünnen Beckenrand, sondern auf ein festes Fundament daneben, das leicht übersteht. Ideen für die Bepflanzung ringsum finden Sie unter Stauden am Gartenteich und Gräser für die Bepflanzung rund um den Teich.
Bepflanzen und einlaufen lassen
Setzen Sie Teichpflanzen in Körbe mit Teicherde oder magerem Sand-Lehm-Gemisch, nie in normale Blumenerde, denn deren Nährstoffe fördern Algen. Die Sumpfstufe bekommt Sumpfpflanzen, die tiefere Zone Unterwasser- und Schwimmblattpflanzen. Unterwasserpflanzen sind besonders wichtig, weil sie Nährstoffe binden und Sauerstoff liefern. Eine Auswahl stellt der Beitrag Teichpflanzen vor.
Lassen Sie das Wasser nach dem Befüllen einige Wochen stehen, bevor Tiere einziehen. In dieser Zeit stellt sich ein biologisches Gleichgewicht ein. Eine leichte Algenblüte in den ersten Wochen ist normal und verschwindet meist, sobald die Pflanzen wachsen.
Fische im Fertigteich?
Kleine Fertigbecken sind für Fische meist ungeeignet. Das Wasservolumen ist gering, die Temperatur schwankt stark, und im Winter friert ein flaches Becken bis zum Grund durch. Für Fische, die im Teich überwintern sollen, braucht es eine frostfreie Zone von meist mindestens 80 cm Tiefe, die nur große Becken bieten. Ohne Fische kommen Molche, Libellen und andere Teichbewohner oft von selbst. Wer Fische halten will, sollte über einen Filter nachdenken; Hinweise gibt der Beitrag Das richtige Filtersystem für den Gartenteich.
Pflege im Jahreslauf
Ein Fertigteich braucht wenig Pflege. Im Herbst hält ein Netz das Laub fern, im Frühjahr entfernen Sie abgestorbene Pflanzenteile und überschüssigen Schlamm; mehr dazu unter Gartenteich nach dem Winter pflegen. In heißen Sommern verdunstet viel Wasser, das Sie am besten mit Regenwasser ersetzen. Pumpen werden vor dem Frost herausgenommen und frostfrei gelagert.
Häufige Fragen
Wie viel Sand braucht man unter einem Teichbecken?
Auf den Sohlen etwa 5–10 cm, dazu Sand für die komplette Hinterfüllung rundum. Planen Sie lieber großzügig, denn beim Einschlämmen sackt der Sand zusammen.
Muss ein Teichbecken ganz im Boden liegen?
Der Rand sollte 1–2 cm über dem Gelände stehen, damit kein Oberflächenwasser mit Erde hineinläuft. Alles andere liegt im Boden und ist vollständig hinterfüllt.
Was ist besser: GFK- oder PE-Teichbecken?
GFK ist steifer, langlebiger und verzeiht Einbaufehler eher, kostet aber mehr. PE ist günstiger und leichter, muss aber besonders sorgfältig hinterfüllt werden.
Kann ich neben dem Teich auch einen Bachlauf anlegen?
Ja, ein kleiner Bachlauf mit Pumpe belebt das Wasser zusätzlich. Wie das geht, beschreibt der Beitrag Einen Bachlauf am Gartenteich anlegen.



