Einen Steingarten anlegen
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Ein Steingarten braucht einen sonnigen Platz, einen Unterbau, durch den Wasser schnell abfließt, und ein mageres, steiniges Substrat – dann gedeihen Blaukissen, Steinbrech, Hauswurz und Co. fast ohne Pflege. Am natürlichsten wirkt er an einem leichten Hang oder auf einem aufgeschütteten Hügel, mit wenigen großen Steinen einer einzigen Gesteinsart, die zu einem Drittel im Boden stecken. Die meiste Arbeit steckt in der Vorbereitung; wer dort sorgfältig ist, hat danach jahrelang wenig zu tun.

Was einen Steingarten ausmacht
Ein Steingarten ahmt eine Gebirgs- oder Felslandschaft im Kleinen nach. Die typischen Pflanzen stammen aus Regionen mit kargen, durchlässigen Böden, viel Licht und kurzer Vegetationszeit. Sie wachsen niedrig und polsterförmig, speichern Wasser in fleischigen Blättern oder schützen sich mit Haaren und Wachs vor Verdunstung. Was sie nicht vertragen, ist nasser, schwerer Boden – im Winter macht Staunässe ihnen mehr zu schaffen als Frost.
Ein Steingarten ist deshalb kein Beet mit ein paar Steinen darin, sondern ein eigener Lebensraum mit anderem Boden. Nicht zu verwechseln ist er mit einem Schottergarten, bei dem Steine Pflanzen ersetzen sollen: Im Steingarten sind die Steine Bühne, die Hauptrolle spielen die Pflanzen. Er bietet außerdem Eidechsen, Wildbienen und Käfern warme Verstecke – mehr dazu unter Lebensraum für Eidechsen schaffen.
Der richtige Standort
Ideal ist ein vollsonniger Platz mit mindestens sechs Stunden Sonne am Tag, gern nach Süden oder Südwesten geneigt. Im Halbschatten gelingt ein Steingarten auch, dann mit einer anderen Pflanzenauswahl, etwa Farnen, Waldsteinbrech und Moos. Meiden Sie Stellen unter Bäumen: Herabfallendes Laub deckt die Polster zu und lässt sie faulen, und die Baumwurzeln ziehen Wasser und Nährstoffe ab.
Ein Hang ist der natürliche Ort für einen Steingarten, weil Wasser dort ohnehin abfließt. Ein ebener Garten braucht einen aufgeschütteten Hügel oder eine Trockenmauer. Schon wenige Quadratmeter genügen; ein kleiner Steingarten am Rand der Terrasse oder entlang eines Weges wirkt oft stimmiger als eine riesige Steinwüste. Ab etwa 10 m² ist Platz für Zwerggehölze wie Zwergkiefern oder Zwergginster. Hinweise für geneigte Grundstücke gibt der Beitrag Tipps für den Garten am Hang.
Die richtigen Steine auswählen
Verwenden Sie möglichst nur eine Gesteinsart, am besten eine aus der Region, dann passt der Steingarten zur Landschaft und wirkt nicht zusammengewürfelt. Runde Flusssteine und kantiger Bruchstein nebeneinander wirken unruhig. Unterschiedliche Größen derselben Gesteinsart sind dagegen erwünscht: einige große, markante Steine als Gerüst, dazu mittlere und kleine.
Die Gesteinsart beeinflusst auch den Boden. Kalkstein und Dolomit geben Kalk ab, Granit, Basalt und Sandstein sind meist kalkarm. Viele Steingartenpflanzen kommen mit beidem zurecht; einige Gebirgspflanzen, etwa manche Enzianarten, sind aber auf das eine oder andere angewiesen. Achten Sie auf den Hinweis im Pflanzenetikett.
Unterbau und Substrat
Die Grundlage entscheidet über Erfolg und Misserfolg. So gehen Sie vor:
- Fläche abstecken und Unkraut restlos entfernen. Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke und Ackerwinde müssen mit Wurzel heraus. Was jetzt im Boden bleibt, wächst später zwischen den Steinen hervor und lässt sich dort kaum noch entfernen.
- Boden auskoffern. Auf schwerem Lehm- oder Tonboden heben Sie etwa 30–40 cm aus, auf durchlässigem Sandboden reicht weniger.
- Drainageschicht einbringen. Eine Lage aus Schotter, grobem Kies oder Bauschutt ohne Putz- und Betonreste von etwa 20–30 cm sorgt dafür, dass Wasser nach unten abläuft.
- Substrat aufbringen. Eine bewährte Mischung besteht aus etwa gleichen Teilen Gartenerde, Splitt oder grobem Sand und einem kleinen Anteil reifem Kompost. Es soll mager bleiben, nicht nahrhaft wie Beeterde.
- Setzen lassen. Wässern Sie die Fläche und lassen Sie sie einige Tage ruhen, damit sich das Material setzt, bevor die Steine kommen.
Steine setzen: natürlich statt aufgereiht
Beginnen Sie mit den größten Steinen, die das Gerüst bilden. Jeder Stein sollte etwa zu einem Drittel in der Erde stecken, so liegt er fest und wirkt wie ein natürlich aus dem Boden ragender Fels. Liegen Steine nur obenauf, sieht es nach Abladeplatz aus.
Hat der Stein eine erkennbare Schichtung, legen Sie alle Steine so, dass die Schichten in dieselbe Richtung laufen – wie in einer echten Felswand. Leicht nach hinten geneigte Steine leiten Regenwasser zu den Pflanzenwurzeln. Vermeiden Sie gleichmäßige Abstände und Reihen; Gruppen aus unterschiedlich großen Steinen, die sich teilweise überlappen, wirken lebendiger.
Am Hang bildet ein Kranz aus besonders großen, schweren Steinen den unteren Abschluss. Er hält den Hang und verhindert, dass nach dem ersten Starkregen Erde und kleinere Steine hinunterrutschen. Fugen und Hohlräume zwischen den Steinen füllen Sie mit Substrat und Splitt auf, damit sich nichts verschiebt.
Wer mag, integriert eine Trockenmauer, einen kleinen Bachlauf oder Nischen, die später mit Polsterpflanzen zuwachsen. Wie Mauern bepflanzt werden, zeigt der Beitrag Mauern im Garten bepflanzen.
Pflanzen für den Steingarten
| Pflanze | Blütezeit | Besonderheit |
| Blaukissen (Aubrieta) | April–Mai | dichte Polster in Blau bis Rosa, hängt über Mauerkanten |
| Felsen-Steinkraut (Aurinia saxatilis) | April–Mai | leuchtend gelb, graues Laub |
| Polsterphlox (Phlox subulata) | April–Mai | flächige Teppiche in Weiß, Rosa, Blau |
| Steinbrech (Saxifraga) | je nach Art Frühjahr bis Sommer | Rosetten und Moospolster, auch für Halbschatten |
| Hauswurz (Sempervivum) | Sommer | Rosetten für Fugen und Ritzen, extrem genügsam |
| Fetthenne (Sedum) | Sommer | dickfleischig, bei Insekten beliebt |
| Grasnelke (Armeria maritima) | Mai–Juli | rosa Kugelblüten über grasartigen Polstern |
| Pfingstnelke (Dianthus gratianopolitanus) | Mai–Juni | duftend, blaugraues Laub |
| Glockenblume (Campanula, niedrige Arten) | Juni–August | blaue Glocken, füllt Fugen |
| Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) | März–April | seidig behaarte Blüten, giftig |
Dazu kommen Thymian, Hungerblümchen (Draba), Steinschmückel (Aethionema), Zwergiris und kleine Zwiebelblumen wie Botanische Tulpen, Krokusse und Traubenhyazinthen. Echte Hochgebirgspflanzen wie Enzian oder Edelweiß sind anspruchsvoller und eher etwas für Fortgeschrittene. Wildpflanzen wie die Kuhschelle stehen in der Natur unter Schutz; kaufen Sie sie in der Gärtnerei, statt sie auszugraben. Porträts einzelner Arten finden Sie unter Das Blaukissen, Die Hauswurz und Polsterstauden.
Pflanzen und pflegen
Gepflanzt wird im Frühjahr oder frühen Herbst. Setzen Sie die Pflanzen nicht tiefer als im Topf und füllen Sie um den Wurzelhals Splitt statt Erde, damit er nach Regen schnell abtrocknet. Polsterstauden breiten sich aus – planen Sie Platz ein, statt alles dicht an dicht zu setzen. Eine Abdeckung aus Splitt zwischen den Pflanzen hält den Boden kühl und hemmt Unkraut.
Die Pflege ist überschaubar. Im ersten Jahr wird bei Trockenheit gegossen, danach nur noch in langen Hitzephasen. Gedüngt wird in der Regel nicht, allenfalls sehr sparsam. Polsterpflanzen wie Blaukissen und Polsterphlox schneiden Sie nach der Blüte leicht zurück, dann bleiben sie kompakt. Laub im Herbst regelmäßig absammeln, damit die Polster nicht faulen, und Unkraut jäten, solange es klein ist. Was im Frühjahr zu tun ist, steht unter Frühling im Steingarten.
Typische Fehler
- Zu nahrhafte Erde. Die Pflanzen wachsen dann mastig, fallen auseinander und werden anfälliger.
- Keine Drainage auf schwerem Boden. Im ersten nassen Winter faulen die Polster.
- Wurzelunkraut nicht entfernt. Giersch zwischen Steinen bekommt man kaum wieder heraus.
- Steine nur aufgelegt. Wirkt künstlich und rutscht am Hang.
- Zu viele Steinsorten. Eine Gesteinsart wirkt ruhiger als ein Sammelsurium.
Häufige Fragen
Welcher Boden ist für einen Steingarten richtig?
Ein magerer, sehr durchlässiger Boden, etwa aus gleichen Teilen Gartenerde und Splitt oder grobem Sand mit wenig Kompost, auf einer Drainageschicht aus Schotter.
Wann legt man einen Steingarten am besten an?
Im Frühjahr oder im frühen Herbst, wenn der Boden bearbeitbar ist. Die Steine können schon vorher gesetzt werden, gepflanzt wird dann im April/Mai oder September.
Braucht ein Steingarten ein Vlies?
In der Regel nicht. Wichtiger ist, Wurzelunkräuter vor dem Anlegen restlos zu entfernen. Ein Vlies behindert außerdem, dass sich Polsterpflanzen ausbreiten und aussäen.
Welche Pflanzen eignen sich für Anfänger?
Blaukissen, Felsen-Steinkraut, Polsterphlox, Hauswurz, Fetthenne und Grasnelke gelten als unkompliziert und robust.



