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Garten-Ratgeber

Hochstämmchen unterpflanzen

Gartengestaltungvon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum sich eine Unterpflanzung lohnt
  2. Die Voraussetzungen im Kübel
  3. Die passenden Pflanzen für jeden Standort
  4. Welche Begleiter zu welchem Stämmchen passen
  5. Schritt für Schritt: So wird unterpflanzt
  6. Pflege im Sommer
  7. Unterpflanzung im Beet
  8. Was im Herbst passiert
  9. Häufige Fragen

Ein Hochstämmchen lässt sich fast immer unterpflanzen – vorausgesetzt, die Wurzeln haben Platz und die Begleiter passen zu Standort und Wasserbedarf der Hauptpflanze. Im Kübel heißt das: ein Gefäß, das rundum eine gute Handbreit mehr Raum bietet als der Wurzelballen, und flach wurzelnde Pflanzen, die dem Stämmchen nicht die Nahrung streitig machen. Dann wird aus dem kahlen Stamm über nackter Erde ein Arrangement in zwei oder sogar drei Etagen.

Einen Rosenstamm könnte man auch sehr gut in ein Beet pflanzen © EDEN - Fotolia.com
Einen Rosenstamm könnte man auch sehr gut in ein Beet pflanzen © EDEN - Fotolia.com

Warum sich eine Unterpflanzung lohnt

Ein Hochstämmchen ist eine Pflanze, deren Krone auf einem geraden, unverzweigten Stamm sitzt – meist durch Veredlung oder durch jahrelanges Erziehen entstanden. Typische Beispiele sind Rosen, Margeriten, Lorbeer, Fuchsien, Enzianbaum, Oliven oder die Harlekinweide. So elegant die Krone wirkt, so leer sieht darunter oft die Erdoberfläche aus.

Eine Unterpflanzung füllt diese Lücke und hat auch praktische Vorteile. Die Pflanzendecke beschattet die Erde, sie trocknet im Sommer langsamer aus, und Unkraut hat kaum Platz zum Keimen. Hängende Pflanzen am Rand kaschieren zudem unschöne Kübel. Der Nachteil sei nicht verschwiegen: Mehr Pflanzen im selben Gefäß brauchen mehr Wasser und mehr Dünger, und die Pflege wird etwas aufmerksamer.

Die Voraussetzungen im Kübel

Der wichtigste Punkt ist der Platz. In einen durchwurzelten Ballen, in dem kaum noch Erde zu sehen ist, lässt sich nichts setzen. Topfen Sie das Stämmchen deshalb vorher in ein größeres Gefäß um, am besten im Frühjahr vor dem Austrieb. Als Faustregel sollte der neue Kübel rundum etwa 5–10 cm mehr Raum lassen als der Wurzelballen – das ist der Streifen, in den die Unterpflanzung kommt. Wurde das Stämmchen erst kürzlich umgetopft und ist der Rand noch locker, genügt es oft, dort vorsichtig etwas Erde herauszunehmen.

Außerdem gilt:

  • Gute Erde verwenden. Hochwertige Kübelpflanzenerde ist strukturstabil und sackt nicht so schnell zusammen wie einfache Blumenerde. Mehr dazu im Beitrag welche Erde für welche Pflanzen.
  • Abzugsloch und Drainage. Eine Schicht Blähton oder grober Kies am Boden verhindert Staunässe, an der sowohl das Stämmchen als auch die Begleiter leiden würden.
  • Ähnlicher Wasserbedarf. Wer eine durstige Margerite mit trockenheitsliebendem Thymian kombiniert, macht einer der beiden Pflanzen das Leben schwer.
  • Vorrat an Nährstoffen. Ein Langzeitdünger bei der Pflanzung versorgt Stamm und Unterpflanzung gemeinsam. Bei stark zehrenden Sommerblumen kann ab dem Hochsommer zusätzlich Flüssigdünger nötig werden.

Allgemeine Hinweise zum Anlegen eines Pflanzgefäßes finden Sie im Beitrag Kübel richtig bepflanzen.

Die passenden Pflanzen für jeden Standort

Maßgeblich ist der Standort des Kübels, nicht der Wunsch nach einer bestimmten Blüte. Die Krone wirft zudem etwas Schatten, sodass es direkt am Stamm meist weniger sonnig ist als am Kübelrand.

StandortGeeignete Unterpflanzung (Auswahl)
SonnigMännertreu (Lobelie), Zauberschnee, Elfenspiegel, Verbenen, Husarenknopf, Duftsteinrich, Petunien, Hängegeranien
HalbschattigMännertreu, Schneeflockenblume, Goldmarie, Fleißiges Lieschen, Begonien, Hornveilchen
SchattigFleißiges Lieschen, Knollen- und Eisbegonien, Fuchsien, Efeu, Günsel, Kleines Immergrün
Mediterran, trockenThymian, Oregano, niedrige Mittagsblumen, Mauerpfeffer

Wer drei Etagen möchte, setzt zum Stamm hin kompakt wachsende Pflanzen und an den Rand solche, die über die Kante hängen – etwa Männertreu, Zauberschnee oder Efeu. Bei den Farben sind Ton-in-Ton-Kombinationen (Rosa unter Pink, Weiß unter Blau) ruhig und edel, starke Kontraste wie Blau unter Gelb wirken lebhafter. Beides ist Geschmackssache; Hauptsache, die Unterpflanzung stiehlt der Krone nicht die Schau.

Welche Begleiter zu welchem Stämmchen passen

Rosenstämmchen sind Tiefwurzler und reagieren empfindlich auf Wurzelkonkurrenz. Im Kübel eignen sich deshalb nur wenige, schwachwüchsige Begleiter mit Abstand zum Stamm, etwa Duftsteinrich oder Männertreu. Im Beet ist mehr möglich: niedrige Storchschnabel-Arten, Frauenmantel oder Katzenminze halten den Boden bedeckt. Mehr zu Rosen im Gefäß lesen Sie unter Rosen im Kübel.

Margeritenstämmchen wachsen schnell, blühen üppig und trinken entsprechend viel. Passend sind Pflanzen mit ebenso hohem Wasserbedarf, etwa Männertreu, Verbenen oder Elfenspiegel. Trockenheitsliebende Kräuter gehören nicht darunter.

Harlekinweide (Salix integra ‚Hakuro Nishiki‘) mag frischen bis feuchten Boden und Sonne bis Halbschatten. Unter ihr gedeihen Pflanzen, die Feuchtigkeit vertragen: Männertreu, Fleißiges Lieschen, Günsel oder Efeu. Da die Weide als winterhartes Gehölz draußen bleiben kann, bieten sich auch mehrjährige Bodendecker an. Mehr über die Pflanze im Porträt der Harlekinweide.

Fuchsienstämmchen stehen am liebsten halbschattig und brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit – Begonien und Fleißiges Lieschen passen gut dazu. Mehr dazu unter die Fuchsie.

Lorbeer- und Olivenstämmchen vertragen Trockenheit besser als Nässe. Hier sind Thymian oder Mauerpfeffer die stimmigeren Partner.

Schritt für Schritt: So wird unterpflanzt

  1. Richtigen Zeitpunkt wählen. Frostempfindliche Sommerblumen kommen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai in den Kübel, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Winterharte Stauden und Bodendecker können schon ab April gepflanzt werden.
  2. Gefäß vorbereiten. Stämmchen bei Bedarf umtopfen, Drainage einfüllen, mit frischer Erde auffüllen und den Stamm an einem Stab sichern.
  3. Pflanzen verteilen. Stellen Sie die Töpfe zunächst probeweise auf die Erde. Zu dicht zu setzen ist ein häufiger Fehler, denn Sommerblumen breiten sich noch deutlich aus.
  4. Einsetzen. Pflanzlöcher mit einer kleinen Schaufel ausheben, ohne die Hauptwurzeln des Stämmchens zu verletzen. Wird es eng, dürfen die kleinen Ballen der Sommerblumen leicht zusammengedrückt werden.
  5. Auffüllen und angießen. Zwischenräume mit Erde füllen, behutsam andrücken und gründlich wässern, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft.

Pflege im Sommer

Ein unterpflanzter Kübel trocknet schneller aus als einer mit einer einzelnen Pflanze. An heißen Tagen ist tägliches Gießen normal, bei Margeriten und anderen Starkzehrern manchmal zweimal täglich. Gießen Sie am besten morgens direkt auf die Erde. Die Fingerprobe hilft: Fühlt sich die Erde zwei Zentimeter tief trocken an, ist es Zeit.

Verblühtes regelmäßig ausputzen hält die Sommerblumen in Blüte. Werden einzelne Begleiter zu mächtig und bedrängen das Stämmchen, schneiden Sie sie einfach zurück. Wie Sie Balkonpflanzen richtig mit Nährstoffen versorgen, erklärt der Beitrag Balkonblumen richtig düngen.

Unterpflanzung im Beet

Steht das Hochstämmchen im Gartenbeet, wird die Sache einfacher, weil der Wurzelraum größer ist und der Boden Wasser speichert. Halten Sie trotzdem etwa 20–30 cm Abstand vom Stamm, damit Sie ihn gießen und düngen können und die Veredlungsstelle nicht zuwächst. Gut geeignet sind flach wurzelnde Stauden und Bodendecker, die das Stämmchen nicht überragen.

Was im Herbst passiert

Einjährige Sommerblumen haben mit dem ersten Frost ausgedient und werden entfernt. Frostempfindliche Kübelpflanzen wie Margeriten, Fuchsien oder Olivenstämmchen ziehen ins Winterquartier – die Unterpflanzung dort mitzuüberwintern, lohnt meist nicht, sie verbraucht Licht und fördert Schimmel. Mehrjährige Begleiter wie Efeu oder Günsel schneiden Sie vorher zurück. Winterharte Stämmchen, die draußen bleiben, können im Herbst mit Hornveilchen oder Heidekraut neu bepflanzt werden. Im Frühjahr füllen Sie dann nur noch die Lücken auf. Mehr zur Pflege über das Jahr steht im Beitrag Kübelpflanzen richtig pflegen.

Häufige Fragen

Welche Unterpflanzung passt in einen Kübel mit Hochstamm?

Flach wurzelnde Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf wie die Hauptpflanze. In der Sonne sind Männertreu, Zauberschnee oder Verbenen bewährt, im Schatten Fleißiges Lieschen, Begonien und Efeu.

Wie groß muss der Kübel für eine Unterpflanzung sein?

Rund um den Wurzelballen sollten etwa 5–10 cm Platz bleiben. Ist das Gefäß bereits randvoll durchwurzelt, topfen Sie das Stämmchen erst in einen größeren Kübel um.

Kann man ein Margeritenstämmchen unterpflanzen?

Ja, sehr gut sogar. Wählen Sie Begleiter, die ebenfalls viel Wasser brauchen und Sonne mögen, etwa Männertreu oder Verbenen, und gießen Sie im Sommer entsprechend häufig.

Ist Efeu als Unterpflanzung für Kinder und Haustiere unbedenklich?

Nein. Efeu ist in allen Teilen giftig, vor allem die Beeren. Wo kleine Kinder spielen oder Haustiere knabbern, sind Männertreu oder Begonien die sicherere Wahl.

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