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Garten-Ratgeber

Balkonblumen richtig düngen

Terrasse & Balkonvon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Balkonblumen so viel Dünger brauchen
  2. Die wichtigsten Nährstoffe auf einen Blick
  3. Beim Pflanzen: Langzeitdünger in die Erde
  4. Ab dem Frühsommer: Flüssigdünger im Gießwasser
  5. Richtig düngen: nie auf trockene Erde
  6. Eisenmangel bei Petunien und Zauberglöckchen
  7. Mangel und Überdüngung erkennen
  8. Organisch düngen und Hausmittel
  9. Die richtige Erde als Grundlage
  10. Häufige Fragen

Balkonblumen düngen Sie am besten in zwei Stufen: beim Pflanzen einen Langzeitdünger in die Erde mischen und ab etwa sechs Wochen danach regelmäßig mit Flüssigdünger nachlegen, bei starkwüchsigen Arten wie Petunien und Geranien wöchentlich. Denn in der begrenzten Erde eines Balkonkastens sind die Nährstoffe schnell verbraucht, und dauerblühende Sommerblumen haben einen enormen Hunger.

Holzbalkon mit üppig blühenden Petunien in Balkonkästen
Holzbalkon mit üppig blühenden Petunien in Balkonkästen

Warum Balkonblumen so viel Dünger brauchen

Eine Petunie im Balkonkasten bildet von Mai bis Oktober ununterbrochen neue Triebe und Blüten, und das in wenigen Litern Erde. Im Beet könnte sie ihre Wurzeln in die Umgebung strecken, im Kasten nicht. Hinzu kommt, dass bei jedem Gießen ein Teil der gelösten Nährstoffe unten aus dem Abzugsloch ausgewaschen wird. Die Vorratsdüngung einer frischen Blumenerde reicht deshalb meist nur für die ersten vier bis sechs Wochen. Danach zehren die Pflanzen von dem, was Sie nachliefern.

Die wichtigsten Nährstoffe auf einen Blick

Blühpflanzen brauchen vor allem Stickstoff (N) für Blätter und Triebe, Phosphor (P) für Blüten und Wurzeln sowie Kalium (K) für feste Gewebe und Widerstandskraft. Dazu kommen Magnesium, das Bestandteil des Blattgrüns ist, und Spurenelemente wie Eisen. Ein guter Balkonblumendünger enthält alle diese Stoffe in einem ausgewogenen Verhältnis mit etwas betontem Phosphor- und Kaliumanteil. Spezialdünger für jede einzelne Blumenart brauchen Sie nicht; ein Blühpflanzen- oder Balkonpflanzendünger versorgt Geranien, Fuchsien und Margeriten gleichermaßen.

Beim Pflanzen: Langzeitdünger in die Erde

Viele Balkonblumenerden sind bereits vorgedüngt. Ein zusätzlicher Langzeitdünger beim Pflanzen sorgt dafür, dass die Versorgung nicht abreißt. Es gibt ihn als Granulat, das Sie unter die Erde mischen, und als Düngekegel oder Stäbchen, die Sie neben die Pflanze stecken. Die Nährstoffe sind in eine Hülle eingeschlossen und werden je nach Temperatur und Feuchtigkeit über mehrere Monate freigesetzt. Bei Wärme geht das schneller, im kühlen Frühjahr langsamer.

Der Vorteil: Die Grundversorgung läuft, auch wenn Sie das Düngen einmal vergessen. Dosieren Sie aber genau nach Packungsangabe und rechnen Sie nicht doppelt – wer Langzeitdünger gegeben hat und zusätzlich jede Woche kräftig flüssig düngt, riskiert eine Überdüngung. Für Starkzehrer reicht der Langzeitdünger allein oft trotzdem nicht bis in den Herbst.

Ab dem Frühsommer: Flüssigdünger im Gießwasser

Flüssigdünger wirkt sofort und lässt sich fein dosieren. Er wird ins Gießwasser gemischt und bei jedem oder jedem zweiten Gießen verabreicht, je nach Präparat und Pflanzenbedarf. Die Faustregel für Balkonblumen:

BedarfBeispieleDüngung ab Juni
StarkzehrerPetunien und Hängepetunien, Zauberglöckchen, Geranien, Fuchsien, Strauchmargeriten, Verbenen, Wandelröschenwöchentlich nach Packungsangabe
Mittlerer BedarfMännertreu, Fleißige Lieschen, Begonien, Studentenblumenalle 1–2 Wochen
GenügsamPortulakröschen, Mittagsblumen, Sukkulenten, mediterrane Kräuteralle 3–4 Wochen, schwach dosiert

Mit Engelstrompeten auf Terrasse und Balkon verhält es sich ähnlich wie mit Petunien: Sie sind extreme Starkzehrer und bekommen in der Hauptwachstumszeit oft zweimal pro Woche Dünger. Denken Sie aber daran, dass alle Teile der Engelstrompete stark giftig sind. Ab Ende August reduzieren Sie das Düngen bei mehrjährigen Kübelpflanzen allmählich, damit die Triebe vor dem Winterquartier ausreifen. Einjährige Balkonblumen dürfen bis zum Saisonende weiter versorgt werden.

Richtig düngen: nie auf trockene Erde

Dünger ist ein Salz. Treffen konzentrierte Nährsalze auf einen ausgetrockneten Wurzelballen, können sie die feinen Wurzeln schädigen. Gießen Sie deshalb zuerst mit klarem Wasser, wenn die Erde trocken ist, und geben Sie den Dünger erst beim nächsten Gießen oder einige Stunden später. Düngen Sie außerdem nicht in der prallen Mittagssonne über die Blätter; Spritzer von Düngerlösung auf den Blättern lassen sich mit klarem Wasser abspülen.

Halten Sie sich an die Dosierung auf der Packung. Doppelt so viel wirkt nicht doppelt so gut, sondern schadet. Wer unsicher ist, gibt lieber etwas weniger und dafür regelmäßig.

Eisenmangel bei Petunien und Zauberglöckchen

Petunien, Hängepetunien und Zauberglöckchen (Calibrachoa) reagieren empfindlich auf Eisenmangel. Das typische Bild: Die jungen Blätter werden hellgelb, während die Blattadern grün bleiben. Ursache ist oft nicht fehlendes Eisen in der Erde, sondern ein zu hoher pH-Wert – etwa durch hartes, kalkhaltiges Gießwasser –, bei dem die Pflanzen das Eisen nicht mehr aufnehmen können.

Abhilfe schafft ein Eisendünger (Eisenchelat) nach Packungsangabe, vorbeugend ein Balkonblumendünger, der bereits Eisen enthält. Prüfen Sie das auf der Verpackung, bevor Sie zusätzlich Eisen geben. Gießen mit Regenwasser senkt die Kalkbelastung dauerhaft; mehr dazu unter Regenwasser im Garten sammeln. Einzelheiten zur Anwendung finden Sie im Beitrag Wie wird Eisendünger richtig angewendet?.

Mangel und Überdüngung erkennen

  • Blasse, gelbgrüne ältere Blätter und nachlassende Blüte: meist Stickstoffmangel. Regelmäßig düngen.
  • Gelbe Blätter mit grünen Adern an den Triebspitzen: Eisenmangel (siehe oben).
  • Gelbe Flecken zwischen den Adern an älteren Blättern: oft Magnesiummangel.
  • Braune, vertrocknete Blattränder trotz feuchter Erde, weiße Krusten auf der Erde oder am Topfrand: Hinweis auf zu viel Dünger. Kräftig mit klarem Wasser durchspülen und einige Wochen nicht düngen.
  • Viele weiche Blätter, wenig Blüten, Blattläuse: zu viel Stickstoff.

Organisch düngen und Hausmittel

Organische Flüssigdünger auf Basis von Pflanzenextrakten oder Vinasse eignen sich ebenso für Balkonblumen; sie wirken etwas langsamer, sind aber schonender. Selbst angesetzte Brennnesseljauche liefert vor allem Stickstoff und wird verdünnt gegossen – auf dem Balkon ist ihr Geruch allerdings eine Herausforderung für die Nachbarschaft.

Kaffeesatz enthält etwas Stickstoff, Kalium und Phosphor und kann in kleinen Mengen unter die Erde gemischt werden. Als alleiniger Dünger für Starkzehrer reicht er nicht, und in größeren Mengen schimmelt er im Kasten. Mehr dazu im Beitrag Kaffeesatz als Dünger verwenden. Eierschalen, Bananenschalen und Teereste liefern im Topf kaum verfügbare Nährstoffe und ersetzen keinen Dünger.

Die richtige Erde als Grundlage

Das beste Düngeschema nützt wenig, wenn die Erde nicht stimmt. Verwenden Sie hochwertige, strukturstabile Balkonblumenerde, die Wasser gut hält und nicht zusammensackt. Erde aus dem Vorjahr ist ausgelaugt und verdichtet; ersetzen Sie sie jedes Frühjahr oder mischen Sie mindestens die Hälfte frische Erde unter. Wie Sie Kästen und Kübel richtig anlegen, beschreibt Kübel für den Garten oder die Terrasse richtig bepflanzen, die Pflege der Balkonklassiker im Detail der Beitrag Beliebte Balkonpflanzen: die Geranien.

Häufige Fragen

Wie oft muss man Balkonpflanzen düngen?

Starkzehrer wie Petunien und Geranien ab etwa sechs Wochen nach dem Pflanzen wöchentlich, Arten mit mittlerem Bedarf alle ein bis zwei Wochen, genügsame Pflanzen nur alle drei bis vier Wochen.

Reicht Langzeitdünger für den ganzen Sommer?

Für genügsame Pflanzen oft ja, für Starkzehrer meist nicht. Ab Juli ergänzen Sie deshalb mit Flüssigdünger, ohne die Gesamtmenge zu übertreiben.

Wie düngt man eine Yucca-Palme?

Grünpflanzen wie die Yucca brauchen deutlich weniger als Balkonblumen: von Frühjahr bis Spätsommer etwa alle zwei bis vier Wochen einen Grünpflanzendünger in schwacher Dosierung, im Winter gar nicht. Mehr unter Eine Yucca-Palme richtig pflegen.

Warum werden die Blätter meiner Petunien gelb?

Meist steckt Eisenmangel dahinter, oft durch kalkhaltiges Gießwasser. Ein Eisendünger und Gießen mit Regenwasser helfen.

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