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Garten-Ratgeber

Schatten und Privatsphäre im Garten: So gelingt es!

Gartengestaltungvon Christoph6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Erst beobachten, dann planen
  2. Sonnensegel: flexibel und luftig
  3. Sonnenschirm und Markise
  4. Pergola und Pavillon: das grüne Dach
  5. Bäume als natürliche Schattenspender
  6. Hecken und bepflanzte Sichtschutzwände
  7. Mauer und Gabionen
  8. Was Sie rechtlich beachten sollten
  9. Pflanzen für den neuen Schattenplatz
  10. Häufige Fragen

Schatten und Privatsphäre bekommen Sie im Garten am einfachsten mit Lösungen, die beides gleichzeitig leisten: Ein Sonnensegel oder eine berankte Pergola spendet Schatten von oben, eine Hecke, ein bepflanzter Sichtschutzzaun oder ein Baum schützt von der Seite. Welche Kombination passt, hängt davon ab, woher Sonne und Blicke kommen und wie viel Platz und Geduld Sie haben. Schirm und Segel wirken sofort, Pflanzen brauchen einige Jahre, sind dafür aber dauerhaft und lebendig.

Erst beobachten, dann planen

Bevor Sie etwas kaufen oder pflanzen, lohnt ein Tag Beobachtung. Wann liegt die Terrasse in der prallen Sonne, und aus welcher Richtung? Von welchem Fenster, Weg oder Balkon aus fällt der Blick auf Ihren Sitzplatz? Kommt der Wind aus einer bestimmten Ecke? Die Antworten entscheiden über die Lösung:

  • Sonne von oben am Mittag hält nur ein Dach ab: Schirm, Segel, Markise oder Pergola.
  • Tiefe Abendsonne und Blicke von der Seite lassen sich mit Hecken, Wänden und Bäumen abfangen.
  • Blicke von oben, etwa aus einem Nachbarfenster im ersten Stock, verlangen einen Baum oder ein Dach über dem Sitzplatz – ein Zaun hilft hier kaum.

Oft ist es gar nicht nötig, das ganze Grundstück abzuschirmen. Ein gut geschützter Sitzplatz reicht meist, und der Rest des Gartens bleibt offen und hell.

Sonnensegel: flexibel und luftig

Dreieckiges Sonnensegel an Metallmasten vor blauem Himmel
Dreieckiges Sonnensegel an Metallmasten vor blauem Himmel

Ein Sonnensegel spannt sich zwischen Hauswand, Pfosten oder Bäumen und bringt großflächig Schatten, ohne schwer zu wirken. Drei- und viereckige Segel lassen sich versetzt kombinieren. Damit es lange hält, sollten Sie einige Punkte beachten:

  • Stabile Befestigungspunkte. Ein gespanntes Segel entwickelt bei Wind enorme Zugkräfte. Pfosten gehören in Betonfundamente, Wandhaken in tragfähiges Mauerwerk.
  • Neigung einplanen. Wer das Segel auch bei Regen stehen lassen will, spannt es mit deutlichem Gefälle, damit Wasser abläuft und sich keine Wassersäcke bilden. Wasserdichte Segel brauchen dafür mehr Neigung als luftdurchlässige.
  • Material wählen. Luftdurchlässiges Gewebe staut weniger Hitze darunter, wasserdichtes schützt auch bei Schauern. Achten Sie auf eine Angabe zum UV-Schutz.
  • Bei Sturm abbauen. Die meisten Segel sind nicht für starken Wind gemacht.

Sonnenschirm und Markise

Ein Sonnenschirm ist die einfachste Lösung und lässt sich mit der Sonne mitdrehen. Mittelmastschirme passen über den Tisch, Ampelschirme mit seitlichem Mast lassen den Platz darunter frei und können geneigt werden, um tiefe Sonne und seitliche Blicke abzuhalten. Der Ständer muss schwer genug sein, üblich sind je nach Schirmgröße mehrere Dutzend Kilogramm. Eine Anleitung dazu finden Sie im Beitrag Sonnenschirmständer selber bauen.

Eine Markise ist dauerhaft am Haus montiert, fährt auf Knopfdruck oder per Kurbel aus und verschwindet bei Nichtgebrauch in der Kassette. Sie ist die komfortabelste, aber auch teuerste Variante. Ein Windwächter, der sie bei Böen einfährt, verhindert Schäden. Wie Sie Stoffe pflegen, erklärt der Beitrag Reinigung von Auflagen und Sonnenschirmen.

Pergola und Pavillon: das grüne Dach

Eine Pergola aus Holz oder Metall über der Terrasse, berankt mit Kletterpflanzen, ergibt einen der angenehmsten Schattenplätze überhaupt. Das Laub filtert das Licht und kühlt durch Verdunstung. Laubabwerfende Pflanzen wie Weinrebe, Blauregen oder Kletterrosen lassen im Winter die Sonne durch, was die Terrasse im Frühjahr früher nutzbar macht. Bis eine Pergola dicht bewachsen ist, vergehen allerdings einige Jahre; in der Zwischenzeit helfen Schilfmatten oder ein Stoffsegel auf den Balken.

Ein Pavillon mit festem oder Stoffdach ist ein eigener Rückzugsort, oft mit Seitenwänden, die sich bei Bedarf schließen lassen. Mehr dazu im Beitrag Gartengestaltung mit Pavillons. Für kleinere Gärten ist ein Strandkorb eine charmante Alternative: Er schützt vor Wind, Sonne und Blicken und lässt sich mit der Sonne drehen. Siehe Wohlfühloase Strandkorb im Garten.

Bäume als natürliche Schattenspender

Ein Baum ist der schönste Schattenspender – und der mit der längsten Anlaufzeit. Ein laubabwerfender Baum südwestlich der Terrasse schützt vor der heißen Nachmittagssonne und lässt im Winter Licht ans Haus. Achten Sie auf die Endgröße: Ein Baum, der in zwanzig Jahren das ganze Grundstück verdunkelt, ist keine Lösung. Für kleinere Gärten bieten sich Kugel- oder Schirmformen und kleinkronige Arten an, für große Grundstücke auch ein echter Hausbaum. Anregungen liefern die Beiträge kleine Bäume für den Vorgarten und der Hausbaum als Herzstück im Garten.

Hecken und bepflanzte Sichtschutzwände

Für Sichtschutz von der Seite ist eine Hecke die klassische Lösung. Immergrüne Arten wie Eibe, Liguster (wintergrün), Thuja oder Kirschlorbeer schützen das ganze Jahr, Hainbuche und Rotbuche halten ihr trockenes Laub meist bis zum Frühjahr. Frei wachsende Blütenhecken aus Sträuchern sind ökologisch wertvoller, brauchen aber mehr Breite. Eine Übersicht finden Sie unter die besten Pflanzen für eine Hecke.

Wer schnell Sichtschutz braucht, kombiniert einen Zaun oder Rankgitter mit Kletterpflanzen. Das spart Platz und wirkt nach einer Saison schon grün. Achtung: Eibe und Kirschlorbeer sind giftig, Eibe sogar in hohem Maß – für Grundstücke mit kleinen Kindern oder Pferden in der Nachbarschaft ist das ein Kriterium. Beim Schnitt gilt: Radikale Rückschnitte sind vom 1. März bis 30. September nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, schonende Formschnitte erlaubt, vorher auf Vogelnester prüfen.

Mauer und Gabionen

Eine Mauer schützt dauerhaft vor Blicken und Wind und dämpft Lärm. Schatten spendet sie nur in ihrer unmittelbaren Nähe und vor allem bei tief stehender Sonne. Eine gemauerte Wand braucht ein frostfreies Fundament und ist aufwendig, mit Steinen gefüllte Drahtkörbe sind einfacher aufzubauen. Mehr dazu in den Beiträgen eine Gabionenwand selber bauen und Mauern als Einfassung für Grundstück und Beete. Auch für den Lärmschutz sind massive Wände am wirksamsten, siehe Lärmschutz im Garten.

Was Sie rechtlich beachten sollten

Sichtschutzwände, Mauern und hohe Zäune an der Grundstücksgrenze unterliegen dem Bauordnungsrecht des jeweiligen Bundeslands und oft zusätzlich dem Bebauungsplan. Ob eine Genehmigung nötig ist und welche Höhe erlaubt ist, unterscheidet sich von Ort zu Ort – fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach. Für Hecken und Bäume gelten die Grenzabstände der Nachbarrechtsgesetze der Länder. Pergolen und Pavillons sind häufig verfahrensfrei, solange sie bestimmte Größen nicht überschreiten. Ein Gespräch mit den Nachbarn vorab erspart oft späteren Ärger.

Pflanzen für den neuen Schattenplatz

Wo durch Bäume, Pergola oder Mauer Schatten entsteht, verändern sich die Bedingungen für die Bepflanzung. Unter Gehölzen ist der Boden oft trocken und durch Laubfall leicht sauer. Dort gedeihen Farne, Funkien, Elfenblumen, Waldsteinien und Astilben; auf saurem, humosem Boden auch Rhododendron, Azaleen, Hortensien und Schattenglöckchen. Mehr dazu in den Beiträgen Pflanzen für einen sauren Boden und Astilben, die Stars im Halbschatten.

Häufige Fragen

Was spendet am schnellsten Schatten im Garten?

Ein Sonnenschirm oder ein Sonnensegel wirkt sofort. Eine Markise ist komfortabler, aber teurer. Pflanzen brauchen dagegen einige Jahre, bis sie nennenswert Schatten werfen.

Was hilft gegen Blicke von oben aus dem Nachbarhaus?

Nur ein Dach über dem Sitzplatz: ein Sonnensegel, eine berankte Pergola, ein Pavillon oder ein Baum mit ausladender Krone. Zäune und Hecken schützen nur von der Seite.

Welche Pflanzen wachsen auf saurem Boden im Schatten?

Rhododendron, Azaleen, Hortensien, Farne, Schattenglöckchen und Heidelbeeren kommen mit saurem, humosem Boden im Halbschatten gut zurecht.

Brauche ich für einen Sichtschutzzaun eine Genehmigung?

Das hängt vom Bundesland, der Höhe und dem Bebauungsplan ab. Niedrige Zäune sind oft genehmigungsfrei, bei höheren Wänden an der Grenze sollten Sie beim Bauamt nachfragen.

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