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Garten-Ratgeber

Die Thuja: Schädlinge und Krankheiten

Schädlinge & Krankheitenvon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Zuerst: Thuja treibt aus braunem Holz nicht wieder aus
  2. Welches Braun was bedeutet
  3. Die häufigsten Ursachen: Wasser, Salz und Schnitt
  4. Natürlicher Laubwechsel: kein Grund zur Sorge
  5. Pilzkrankheiten an Thuja
  6. Schädlinge an Thuja
  7. Vorbeugen: so bleibt die Thujahecke gesund
  8. Die Hecke nach einem Ausfall retten
  9. Häufige Fragen

Wenn eine Thuja braun wird, stecken meist keine Schädlinge dahinter, sondern Trockenheit, Streusalz, Nährstoffmangel oder ein Schnitt ins alte Holz. Pilze wie Phytophthora oder Pestalotia und Schädlinge wie die Thuja-Miniermotte kommen dazu, vor allem an geschwächten Pflanzen. Woran Sie die Ursache erkennen, verrät vor allem das Muster der Verbräunung: Spitzen, einzelne Schuppen, ganze Pflanzen oder Flecken von innen.

Zweige des Abendländischen Lebensbaums (Thuja occidentalis) aus der Nähe
Zweige des Abendländischen Lebensbaums (Thuja occidentalis) aus der Nähe

Zuerst: Thuja treibt aus braunem Holz nicht wieder aus

Eine Grundregel vorweg, weil sie alle Maßnahmen bestimmt: Der Lebensbaum (Thuja) bildet aus altem, kahlem Holz keine neuen Triebe. Eine braune Stelle, die bis ins Innere reicht, bleibt als Loch in der Hecke. Früh eingreifen lohnt sich also doppelt, und beim Schnitt gilt: nie tiefer als ins grüne Laub.

Außerdem ist Thuja giftig. Alle Pflanzenteile enthalten ätherische Öle mit Thujon, die bei Verzehr Vergiftungen auslösen und beim Schneiden die Haut reizen können. Tragen Sie Handschuhe und lange Ärmel, und halten Sie Kinder, Pferde und andere Weidetiere von Schnittgut fern.

Welches Braun was bedeutet

BildWahrscheinliche Ursache
Braune Zweige innen, im Herbstnatürlicher Laubwechsel, harmlos
Braune Stellen auf der Sonnen- oder Straßenseite im SpätwinterFrosttrocknis oder Streusalz
Braune Stellen unten, bis KniehöheHundeurin, Streusalz
Gelbbraune Triebspitzen, vor allem nach TrockenphasenWassermangel, Magnesium- oder Kaliummangel
Spitzen braun, im Gegenlicht hohl mit GängenThuja-Miniermotte
Einzelne Schuppen braun, verstreutSchuppenbräune (Pilz)
Triebspitzen sterben ab, schwarze PünktchenPestalotia- oder Kabatina-Triebsterben (Pilz)
Ganze Pflanze verbräunt schnell, von untenWurzelfäule durch Phytophthora
Einzelne Äste sterben ab, kleine BohrlöcherBorkenkäfer

Die häufigsten Ursachen: Wasser, Salz und Schnitt

Trockenheit ist der Hauptgrund für braune Thujen. Die flachen Wurzeln trocknen in heißen Sommern schnell aus, besonders in jungen Hecken und auf Sandboden. Auch im Winter kann Thuja vertrocknen: Bei gefrorenem Boden und Wintersonne verdunstet das Laub Wasser, das die Wurzeln nicht nachliefern können. Man spricht von Frosttrocknis. Gießen Sie deshalb auch an frostfreien Wintertagen, wenn es lange trocken war.

Streusalz an Straßen und Wegen schädigt Wurzeln und Laub. Typisch sind braune Partien auf der Straßenseite, die im Frühjahr sichtbar werden. Hundeurin hinterlässt braune Stellen im unteren Bereich. Beides lässt sich nur durch Abschirmen, etwa einen Spritzschutz, verhindern.

Falscher Schnitt ist die dritte große Ursache: Wird bis ins braune Holz geschnitten oder bei praller Sonne, verbrennt das frisch freigelegte Laub. Wie eine Hecke richtig geschnitten wird, steht im Beitrag Hecke richtig schneiden. Radikale Rückschnitte sind vom 1. März bis 30. September nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz ohnehin verboten; schonende Formschnitte sind erlaubt, sofern keine Vögel brüten.

Nährstoffmangel, vor allem an Magnesium und Kalium, zeigt sich an gelblich-braunen Triebspitzen. Ein Koniferendünger im Frühjahr beugt vor.

Natürlicher Laubwechsel: kein Grund zur Sorge

Im Herbst verfärben sich bei Thuja die inneren, älteren Schuppenzweige braun und fallen ab. Das ist ein normaler Vorgang, denn auch immergrüne Pflanzen erneuern ihr Laub. Solange die Außenseite der Hecke grün bleibt, besteht kein Handlungsbedarf. Wer die Hecke durchschüttelt oder ausbürstet, entfernt das tote Laub und verbessert die Durchlüftung.

Pilzkrankheiten an Thuja

Pilze befallen meist Pflanzen, die bereits durch Trockenheit, Staunässe oder Schnitt geschwächt sind:

  • Pestalotia-Triebsterben: Triebspitzen verfärben sich braun und sterben ab, auf dem abgestorbenen Gewebe zeigen sich winzige schwarze Fruchtkörper.
  • Kabatina-Triebsterben: Im Frühjahr verfärben sich einzelne Triebspitzen graubraun, oft scharf abgegrenzt.
  • Schuppenbräune: Einzelne Schuppenblätter werden braun, verstreut über die Pflanze. Sie tritt vor allem bei feuchter Witterung auf.
  • Phytophthora-Wurzelfäule: Der gefährlichste Pilz. Er lebt im Boden, befällt die Wurzeln bei Staunässe und lässt ganze Pflanzen innerhalb kurzer Zeit von unten her verbräunen. Am Stammgrund ist die Rinde oft rotbraun verfärbt.

Was hilft: Befallene Triebe bis ins grüne Laub herausschneiden, Schnittgut in den Restmüll, Pflanzen gleichmäßig wässern und düngen. Bei starkem Befall durch Triebsterben kann ein für Ziergehölze zugelassenes Fungizid aus dem Fachhandel eingesetzt werden, genau nach Gebrauchsanweisung. Gegen Phytophthora gibt es im Hausgarten keine Rettung für die befallene Pflanze: Sie muss samt Wurzelballen raus. Setzen Sie an dieselbe Stelle nicht sofort wieder eine Thuja, sondern verbessern Sie zuerst den Wasserabzug. Mehr zum Thema lesen Sie unter Die Wurzelfäule: Vorbeugung und Bekämpfung.

Schädlinge an Thuja

Thuja-Miniermotte: Ihre winzigen Raupen fressen Gänge in die Schuppenblätter. Die Triebspitzen werden im Frühjahr gelbbraun; hält man sie gegen das Licht, sieht man die ausgehöhlten Stellen und oft kleine Ausschlupflöcher. Befallene Spitzen im Spätwinter und Frühjahr herausschneiden, bevor die Falter im Frühsommer schlüpfen. Hintergründe gibt der Beitrag Die Miniermotte richtig bekämpfen.

Thuja-Borkenkäfer: Die Käfer bohren sich in Zweige und Stämmchen geschwächter Pflanzen, erkennbar an kleinen runden Bohrlöchern und plötzlich absterbenden Ästen. Befallene Teile vollständig herausschneiden und entsorgen; stark befallene Pflanzen ganz entfernen. Borkenkäfer sind fast immer ein Zeichen von Trockenstress – das eigentliche Mittel ist ausreichendes Gießen.

Schild- und Rindenläuse: Sie saugen an Zweigen, oft erkennt man sie an klebrigem Honigtau und schwarzem Rußtau. Spinnmilben verursachen gelblich-graue Sprenkelung, vor allem in heißen, trockenen Sommern; mehr dazu unter Tipps zur Bekämpfung von Spinnmilben.

Vorbeugen: so bleibt die Thujahecke gesund

  • Gleichmäßig gießen, vor allem junge Hecken und in Trockenperioden durchdringend statt oft und wenig.
  • Mulchen, um den flachen Wurzelraum feucht und kühl zu halten.
  • Staunässe vermeiden: Auf verdichtetem Boden vor dem Pflanzen den Untergrund lockern.
  • Einmal im Jahr düngen, im Frühjahr mit einem Koniferendünger oder Kompost.
  • Richtig schneiden: ein- bis zweimal jährlich leicht, bei bedecktem Himmel, nie ins braune Holz.
  • Nicht zu eng pflanzen: Luft zwischen den Pflanzen verringert Pilzbefall.

Die Hecke nach einem Ausfall retten

Stirbt eine einzelne Pflanze in der Hecke ab, entfernen Sie sie samt Wurzel und ersetzen sie durch eine gesunde Pflanze in ähnlicher Größe. Braune Löcher an der Oberfläche wachsen langsam von den Nachbartrieben her zu, wenn Sie diese zur Lücke hin leiten. Ist eine ganze Thujahecke stark geschädigt, lohnt sich die Frage nach einer robusteren Alternative. Anregungen gibt der Beitrag Die besten Pflanzen für eine Hecke.

Häufige Fragen

Warum wird meine Thuja von innen braun?

Meist ist das der natürliche Laubwechsel im Herbst. Solange die Außenseite grün bleibt, ist alles in Ordnung.

Kann sich eine braune Thuja wieder erholen?

Die braunen Stellen selbst werden nicht wieder grün, und aus altem Holz treibt Thuja nicht aus. Ist aber noch grünes Laub vorhanden, wächst die Pflanze weiter und kann Lücken langsam schließen.

Welche Krankheiten gibt es bei Thuja und anderen Koniferen?

Vor allem Pilzkrankheiten wie Triebsterben und Phytophthora-Wurzelfäule sowie Schädlinge wie Miniermotten, Borkenkäfer, Läuse und Spinnmilben. Bei Fichten sind zum Beispiel Sitkafichtenläuse häufig, siehe Sitkafichtenläuse erkennen und bekämpfen.

Ist Thuja giftig für Kinder und Tiere?

Ja. Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Zweigspitzen und Zapfen. Vergiftungen bei Kindern und Weidetieren kommen vor.

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