Immergrüne Pflanzen haben im Winter ihren großen Auftritt
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Immergrüne Pflanzen sind das Gerüst eines Gartens: Wenn im November das Laub fällt, bleiben Kiefer, Eibe, Stechpalme und Rhododendron grün und geben den Beeten Halt, Form und Sichtschutz. Planen Sie etwa ein Drittel Immergrüne ein, dann wirkt der Garten auch im Winter nicht leer. Dabei lohnt es sich, über den Standard aus Thuja und Kirschlorbeer hinauszudenken.

Was „immergrün“ eigentlich bedeutet
Auch immergrüne Pflanzen werfen Blätter ab, nur nicht alle auf einmal. Jedes Blatt oder jede Nadel lebt mehrere Jahre und wird dann nach und nach ersetzt. Deshalb ist es normal, wenn eine Kiefer im Herbst innen braune Nadeln verliert oder ein Rhododendron im Frühjahr einzelne alte Blätter gelb färbt. Daneben gibt es wintergrüne Pflanzen, die ihr Laub bis zum Frühjahr halten und dann erneuern, etwa manche Liguster, und halbimmergrüne, die in milden Wintern grün bleiben und in strengen einen Teil verlieren.
Nadelgehölze: die Klassiker
Kiefern (Pinus) gibt es von der kugeligen Berg-Kiefer mit 1–2 m bis zur großen Schwarz-Kiefer. Sie mögen Sonne und durchlässigen Boden und kommen mit Trockenheit gut zurecht.
Eiben (Taxus baccata) sind die schnittverträglichsten Nadelgehölze, wachsen auch im Schatten und treiben selbst aus altem Holz wieder aus. Alle Teile außer dem roten Samenmantel sind stark giftig, für Menschen ebenso wie für Pferde und andere Weidetiere. Mehr dazu im Beitrag über die Eibe.
Wacholder (Juniperus) wächst je nach Art kriechend, ausladend oder säulenförmig und ist sehr genügsam. Scheinzypressen (Chamaecyparis) und Lebensbäume (Thuja) sind beliebte Heckenpflanzen, vertragen aber keine anhaltende Trockenheit und treiben aus altem, kahlem Holz kaum wieder aus. Thuja ist giftig und gilt für die Artenvielfalt als wenig wertvoll. Zu ihren Problemen lesen Sie den Beitrag Thuja – Schädlinge und Krankheiten.
Zedern (Cedrus) sind prächtige, aber große Bäume, die viel Platz brauchen und in rauen Lagen nicht in allen Arten zuverlässig winterhart sind.
Laubtragende Immergrüne
Buchsbaum (Buxus) war jahrhundertelang die erste Wahl für Kugeln und Einfassungen. Seit Buchsbaumzünsler und Triebsterben verbreitet sind, lohnt ein Blick auf Alternativen – der Beitrag Gute Alternativen zum Buchs stellt sie vor, darunter die kleinblättrige Japanische Stechpalme (Ilex crenata) und Eiben.
Stechpalme (Ilex aquifolium) ist heimisch, schattenverträglich und trägt an weiblichen Pflanzen rote Beeren, die für Menschen giftig sind.
Rhododendren und Lavendelheide (Pieris japonica) brauchen sauren, humosen Boden. Die Lavendelheide ist dabei besonders attraktiv, weil ihr Austrieb im Frühjahr bei vielen Sorten leuchtend rot ist; einige Sorten haben zusätzlich weiß-bunte Blätter. Beide sind giftig. Welche Pflanzen noch zu saurem Boden passen, zeigt der Beitrag Pflanzen für einen sauren Boden.
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) wächst schnell und blickdicht, ist aber in Blättern und Samen giftig und breitet sich über Vögel in Wälder aus. In der Schweiz ist der Verkauf deshalb seit 2024 verboten, und auch hierzulande raten Naturschutzverbände von Neupflanzungen ab. Wer schon eine Hecke hat, findet Pflegehinweise im Beitrag Kirschlorbeerhecke pflegen.
Efeu (Hedera helix) ist die wichtigste immergrüne Kletterpflanze und für Insekten und Vögel wertvoll, weil er spät im Jahr blüht und im Winter fruchtet. Seine Beeren sind giftig. Auch großblättrige Sorten und die Altersform, die nicht mehr klettert, sind im Handel. Näheres im Beitrag über den Efeu.
Weitere Immergrüne für den Garten sind Mahonie, Glanzmispel, Liguster (wintergrün) und niedrige Bodendecker wie Kleines Immergrün, Ysander und Golderdbeere.
Überblick: Welche Immergrüne wohin?
| Pflanze | Standort | Schnitt | Giftig |
| Eibe | Sonne bis Schatten | sehr gut, auch ins alte Holz | ja, stark |
| Kiefer | sonnig, trocken | nur Kerzen einkürzen | nein |
| Thuja | sonnig, frisch | gut, nicht ins kahle Holz | ja |
| Stechpalme | Halbschatten bis Schatten | gut | Beeren ja |
| Ilex crenata | Sonne bis Halbschatten, sauer | sehr gut | schwach |
| Rhododendron | Halbschatten, sauer | kaum nötig | ja |
| Kirschlorbeer | Sonne bis Schatten | gut | ja |
In Form geschnitten
Immergrüne wirken besonders stark, wenn sie in Form gebracht werden. Kugeln, Kegel, Würfel und Hecken aus Eibe, Ilex crenata oder Buchs geben selbst einem wilden Staudenbeet einen ruhigen Rahmen. Hochstämmchen, etwa aus Kirschlorbeer, Liguster oder Ilex, lassen sich zu kleinen Bäumchen erziehen und mit Stauden unterpflanzen. Kiefern und Wacholder eignen sich für lockere, asiatisch anmutende Formen, wie sie der Beitrag über Niwaki beschreibt.
Formschnitt ist in der Regel ein- bis zweimal im Jahr fällig, meist im Frühsommer nach dem Austrieb und bei Bedarf im Spätsommer. Schneiden Sie nicht bei praller Sonne, sonst verbrennen frische Schnittflächen. Für Hecken gilt: Schonende Form- und Pflegeschnitte sind ganzjährig erlaubt, radikale Rückschnitte nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz nur vom 1. Oktober bis Ende Februar. Vorher auf Vogelnester prüfen.
Pflanzen und pflegen
Die beste Pflanzzeit für Immergrüne ist der Spätsommer bis Frühherbst, etwa Ende August bis Oktober. Der Boden ist dann noch warm, die Pflanzen wurzeln vor dem Winter ein. Auch das Frühjahr ist möglich. Ansprüche an den Boden unterscheiden sich deutlich: Rhododendron und Pieris brauchen sauren Boden, Eibe und Buchs vertragen Kalk, Kiefern mögen es mager. Gedüngt wird im Frühjahr mit Kompost oder einem organischen Dünger, ab Juli nicht mehr.
Der Winter: Durst statt Kälte
Die meisten Immergrünen erfrieren nicht, sie vertrocknen. An sonnigen Wintertagen verdunsten die Blätter Wasser, das die Wurzeln aus dem gefrorenen Boden nicht nachliefern können. Braune Blätter oder Nadeln im Frühjahr sind oft die Folge. Deshalb gilt:
- Im Herbst vor dem ersten Frost noch einmal gründlich gießen.
- An frostfreien Tagen gießen, wenn der Boden trocken ist.
- Den Wurzelbereich mit Laub oder Rindenmulch abdecken.
- Junge Pflanzen und empfindliche Arten an sonnigen, windigen Plätzen mit Vlies oder Schattiermatten schützen.
- Pflanzen im Kübel dicht an die Hauswand rücken und den Topf isolieren.
Schwere Schneelasten schütteln Sie vorsichtig ab, damit Äste nicht brechen oder Säulenformen auseinanderfallen. Ideen für ganzjährig attraktive Strukturpflanzen finden Sie auch unter robuste Gehölze für den Garten.
Häufige Fragen
Welche immergrünen Pflanzen wachsen im Schatten?
Eibe, Stechpalme, Efeu, Rhododendron, Mahonie, Kleines Immergrün und Ysander kommen mit Schatten zurecht. Kiefern und Wacholder brauchen dagegen Sonne.
Welche Immergrünen sind giftig?
Unter anderem Eibe, Thuja, Kirschlorbeer, Stechpalme (Beeren), Efeu, Buchs und Rhododendron. Für Gärten mit kleinen Kindern oder Weidetieren nebenan sollte man das bei der Auswahl beachten.
Warum werden meine Immergrünen im Winter braun?
Meist ist es Frosttrocknis: Die Pflanzen verdunsten an sonnigen Tagen Wasser, das sie aus dem gefrorenen Boden nicht nachziehen können. Gießen an frostfreien Tagen und Schattieren helfen.
Wann pflanzt man immergrüne Hecken?
Am besten von Ende August bis Oktober, alternativ im Frühjahr. Wichtig ist in beiden Fällen, bis zum Einwurzeln regelmäßig zu gießen.



